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Stadtpolitiker besuchen Flüchtlinge

Jüterbog Stadtpolitiker besuchen Flüchtlinge

Zwei Wochen ist der Brandanschlag auf die Unterkunft für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Jüterbog her. Inzwischen sei wieder Ruhe im Haus eingekehrt, erklärte Ralf Boost. Der Vorstand des Johanniter-Regionalverbandes in Potsdam-Mittelmark-Fläming begrüßte nun erstmals offizielle Vertreter der Stadt und informierte vor Ort über die Einrichtung.

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Ralf Boost ist Vorstand des Johanniter-Regionalverbandes.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. In einem Schreiben hatte sich die Flüchtlingshilfe Jüterbog nach dem Brandanschlag vor zwei Wochen an die Stadtverordnetenversammlung gewandt und ein klares Signal von den Politikern gefordert. Am Donnerstag fand nun das erste Treffen vor Ort mit sieben Vertretern aus fünf Fraktionen statt.

Johanniter präsentieren ein „offenes Haus“

Der Stadtverordnetenvorsitzende Falk Kubitza (SPD) hatte das Treffen mit dem Vorstand des Johanniter-Regionalverbandes, Ralf Boost, organisiert. „Wie man sich nach dem Anschlag richtig verhält, war auch für mich eine schwierige Frage“, sagte er. Boost stellte jedoch schnell klar: „Wir sind ein offenes Haus – auch nach dem Anschlag.“ Nicht nur Politiker, sondern auch andere Bürger der Stadt könnten sich jederzeit einen Eindruck vor Ort verschaffen.

Boost begrüßte neben Kubitza auch Stellvertreter Michael Poser (Für Jüterbog), Gabriele Dehn (SPD), Peter Hacke (Linke), Uwe Hüttner (Vereinigte Fraktion), Karin Mayer (CDU) und Paul-Michael Unger (Für Jüterbog) in der Einrichtung in der Badergasse. Lediglich die Fraktion Wir sind Jüterbog nahm an dem Treffen nicht teil.

Stadtverordnetenvorsteher war kurz nach dem Anschlag dort

Kubitza war einer der wenigen Stadtverordneten, die sich bereits vor dem offiziellen Treffen bei einem spontanen Besuch ein Bild von der Unterkunft gemacht hatten. „Wenn man das erste Mal über diese Schwelle getreten ist, fällt es leichter wiederzukommen und wird zur Normalität“, erklärte der Stadtverordnetenvorsitzende.

Unmittelbar nach dem Anschlag zeigte die Polizei am Heim Präsenz

Unmittelbar nach dem Anschlag zeigte die Polizei am Heim Präsenz.

Quelle: Iris Krüger

Abseits des alltäglichen Trubels zwischen Abendessen und gemeinsamen Fernsehen berichtete Ralf Boost vom Leben in der Einrichtung. Denn zwei Wochen nach dem Brandanschlag ist Ruhe im Haus eingekehrt. Die Polizei hat ihre Arbeit vorerst beendet.„Wir haben unser Sicherheitskonzept angepasst“, erklärte Boost, „außerdem durchlaufen unsere Mitarbeiter jetzt ein spezielles Schulungskonzept zum Thema Sicherheit.“ Geklärt wurden auch Fragen zur Ausbildung der Jugendlichen, den Kosten der Einrichtung und der Kriminalität unter den Flüchtlingen.

Wunsch nach Unterstützung und einen Besuch des Bürgermeisters

Neben Antworten auf die offenen Fragen der Politiker äußerte Boost vor allem den Wunsch nach moralischer Unterstützung. „Ich hoffe, dass die Stadtverordneten nun mit nach außen tragen, dass wir ein offenes Haus sind“, sagte er und lud direkt zum nächsten Treffen in der Badergasse ein, um auch den anderen Vertretern die Möglichkeit zur Hausbesichtigung zu geben.

Hintergrund

In der Unterkunft in der Badergasse leben 20 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge zwischen 15 und 17 Jahren.

Alle sind männlich und besuchen Schulen in Jüterbog und Luckenwalde. Vor dem Schulantritt in Deutschland besuchten sie einen Deutschkurs und bekommen nun mehr Deutschunterricht als andere Schüler.

In ihrer Freizeit besuchen die jugendlichen Flüchtlinge den Jugendclub Jüterbog II und nehmen im Volleyball und Fußball am Vereinsleben teil.

Kubitza versicherte, das Thema in Form eines Informationsgespräch in den nächsten Sitzungen öffentlich einzubringen und sagte weiteren Gesprächen mit der Heimleitung zu. „Außerdem würden wir uns freuen, wenn sich auch die Spitze der Stadt in Form des Bürgermeisters vor Ort über die Arbeit in unserem Haus informieren würde“, fügte Boost an.

Von Victoria Barnack

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