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Teltow-Fläming Starkregen löscht Großbrand in Jüterbog
Lokales Teltow-Fläming Starkregen löscht Großbrand in Jüterbog
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20:52 08.07.2015
Der Großbrand hat eine verkohlte Landschaft im Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg hinterlassen. Quelle: Feuerwehr Sperenberg
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Jüterbog

Der Starkregen am Dienstagabend brachte die Wende. Er erstickte den Großbrand, der seit den Mittagsstunden auf dem alten Artillerie-Schießplatz Jüterbog getobt hatte. „Mit Beginn des Regens um 21.30 Uhr wurde der Einsatz beendet“, teilte Tino Gausche, Einsatzleiter und Vize-Kreisbrandmeister, Mittwochnachmittag mit, „die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg als Eigentümerin kontrolliert das Areal von Wegen aus, es sind immer noch einzelne Rauchsäulen zu erkennen.“ Im Einsatz waren 122 Feuerwehrleute mit 23 Fahrzeugen.

Auswirkungen des Unwetters im Fläming

Das Gewitter mit Starkregen, das am Dienstag zwischen 21 und 24 Uhr über den Fläming hinwegzog, sorgte für insgesamt 21 Einsätze der Feuerwehren.

In der Jüterboger Brückenstraße stürzte ein Baum gegen ein Mehrfamilienhaus. Verletzt wurde niemand.

Am spektakulärsten war die Evakuierung eines ICE. Der Zug in Richtung Wittenberg war kurz nach 23 Uhr in der Nähe von Dennewitz liegen geblieben. Ein Baum war auf die Oberleitung gefallen und sorgte für Stromausfall. Der Zug wurde abgeschleppt.

In Trebbin steckten Autos im B246-Tunnel unter der Bahn fest. Das Wasser stand dort 50 Zentimeter hoch.

Neuhof war eine halbe Stunde lang ohne Strom. Ursache war ein Baum, der im Wald zwischen Luckenwalde und Kloster Zinna auf die Leitung gefallen war.

Umgeknickte Bäume blockierten Straßen, so die Herzberger Straße (L70) in Dahme. In Altes Lager fiel ein Baum auf ein an der B102 geparktes Auto.

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten der Landesforst, Raimund Engel, fielen in der Nacht zu Mittwoch mehr als zehn Liter Regen pro Quadratmeter. Am Sonntagabend hatte sich ein ähnliches Szenario abgespielt. Auch da löschte ein Gewitter den ersten Großbrand auf dem Schießplatz. Insgesamt wurden durch beide Brände gut 200 Hektar Wald- und Heidefläche zerstört. Als Brandursache sieht Engel den starken Sonnenschein gepaart mit Hitze und Trockenheit.

Unberechenbare Munitionsbestände

Die Gefahr wird immer größer“, warnt Wolfgang Braune, Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Unberechenbar sei die Wirkung der Munition, die seit vielen Jahren oder Jahrhunderten im Boden liegt, nach oben wandert und rostet. Die Sicherheit der freiwilligen Feuerwehrleute bei risikoreichen Bränden auf munitionsverseuchtem Gelände und der Schutz der angrenzenden Ortschaften machen die Einsätze so schwierig.

Seit Jahren verhandeln der Landkreis Teltow-Fläming und die betroffenen Kommunen deshalb mit der Landesregierung. Dass sie auf Flächen, die in Bundes- und Privateigentum sind, keine Unterstützung bekommen, wollen sie nicht einfach hinnehmen. „Seit Jahren sind wir ständig in Konsultation mit dem Land“, sagt Braune.

Kritik vom Bürgermeister

Auch der Jüterboger Bürgermeister Arne Raue (parteilos) bringt das Thema regelmäßig zur Sprache. Darüber hinaus gibt es immer weniger Kameraden, die auch tagsüber einsatzbereit sind. Während Arne Raue nun eine Diskussion über Berufsfeuerwehren angeregt hat, hält Wolfgang Braune dies für zu teuer und setzt auf Entmunitionierung. Er wünscht sich „jedes Jahr dafür eine Milliarde Euro vom Bund“.

Die Stiftung Naturlandschaften hat Ende 2014 ein mit Landkreis, Feuerwehr, Forstverwaltung, Naturschutz und anderen Experten abgestimmtes Waldbrandschutzkonzept realisiert. Ein System von Schutzstreifen ermöglicht einerseits die Wildnisentwicklung und hilft, ein Übergreifen von Bränden zu verhindern. Dafür wurden 160 Hektar Fläche entmunitioniert und gepflegt.

Von Alexander Engels, Martina Burghardt und Hartmut F. Reck

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