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Teltow-Fläming Stefan Scheddin gewinnt Bürgermeisterwahl
Lokales Teltow-Fläming Stefan Scheddin gewinnt Bürgermeisterwahl
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00:19 19.10.2017
Freude und Zweifel spiegeln sich in den Gesichtern. Monika Nestler gratuliert ihrem Nachfolger Stefan Scheddin zum Wahlsieg. Vorn am Tisch: ihr Vorgänger Winand Jansen. Quelle: Hartmut F. Reck
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Ruhlsdorf

Die Spannung bei der Stichwahl im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung von Nuthe-Urstromtal war an Sonntagabend kaum noch auszuhalten. Am Anfang wirkte aber zumindest Amtsinhaberin Monika Nestler (Linke) noch recht entspannt. Das erste Auszählungsergebnis kam um 18.13 Uhr und gab ihr einen Zweidrittel-Vorsprung vor ihrem Gegenkandidaten Stefan Scheddin (parteilos): 66 Prozent für Nestler, 34 Prozent für Scheddin. Doch bei jeder neuen Auszählung der weiteren 24 Wahllokale schrumpfte dieser Vorsprung. Nach 16 ausgezählten Wahllokalen kurz vor 18.30 Uhr kippte das Wahlergebnis zugunsten von Stefan Scheddin, der zusammengekauert am Ende des großen Konferenztisches im Gemeindesaal saß. Neben ihm hatten seine Fraktionskollegen von der CDU Platz genommen.

Warten auf die Ergebnisse aus den 25 Wahllokalen. Stefan Scheddin mit seinen CDU-Fraktionskollegen am Tisch, im Hintergrund Monika Nestler am Fenster. Quelle: Hartmut F. Reck

Zu dieser Zeit hatte sich Monika Nestler schon längst aus dem Sitzungssaal zurückgezogen. Aber noch nichts war entschieden. Um 18.38 Uhr stand es dann nach 24 von 25 Wahllokalen 48,3 Prozent für Nestler und 51,7 Prozent für Scheddin. Noch war das Ergebnis der Briefwahl nicht bekannt. Diese Möglichkeit hatten 612 Wähler genutzt. Theoretisch hätte auf den letzten Metern die Entscheidung noch anders ausfallen können. Nestler hatte bisher 1331 Stimmen erreicht, Scheddin 1422. Die Differenz von 91 Stimmen hätte durch die Auszählung der Briefwahlstimmen durchaus noch zugunsten von Nestler überwunden werden können.

Die aufregendsten 27 Minuten für die beiden Kandidaten

Es folgten für beide Kandidaten die wohl aufregendsten 27 Minuten ihres Lebens, denn so lange dauerte es, bis endlich das Ergebnis aus dem Briefwahllokal bekannt wurde. Danach führte Scheddin mit einem hauchdünnen Vorsprung von 52 Stimmen, er wird neuer Bürgermeister. Er erhielt nach dem vorläufigen Endergebnis 1697 Stimmen, Monika Nestler nur 1645 Stimmen.

Die Auszählung der Briefwahlstimmen hatte am längsten gedauert. Quelle: Hartmut F. Reck

Kaum war das Ergebnis bekannt, gratulierte die unterlegene Amtsinhaberin ihrem erfolgreichen Herausforderer. Mit fester Stimme sagte sie: „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.“ Und dass er das alles meistern werde, was er sich da vorgenommen habe, fügte sie etwas bissig hinzu. „Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, so Nestler. Damit machte sie deutlich, dass sie dem verwaltungsunerfahrenen Wahlsieger nach wie vor diesen Job nicht zutraut. Darauf von Anwesenden angesprochen, sagte sie noch: „Der Wähler hat entschieden. Ich weiß ja, was da auf ihn zukommt und bin gespannt, wie er das alles meistern wird.“ Sie werde in den Ruhestand gehen und die Kommunalpolitik in Nuthe-Urstromtals gespannt verfolgen.

Monika Nestler bewahrt Haltung trotz ihrer denkbar knappen Niederlage. Stefan Scheddin kann seinen Erfolg noch gar nicht fassen. Und im Hintergrund ist bei der Vorsitzenden der Gemeindevertretung Bärbel Kuhlbrodt (Linke) und dem Kreisvorsitzenden der Linken Felix Thier Trauer angesagt. Quelle: Hartmut F. Reck

Stefan Scheddin selber war „völlig platt“, wie er gegenüber MAZ sagte. „Damit habe ich nach den letzten Wochen nicht mehr gerechnet und bin völlig durch den Wind“, sagte er. Zu einer Stellungnahme aus dem Stegreif war er in diesem Moment nicht in der Lage. Doch für den Fall des selbst nicht mehr erwarteten Wahlsiegs hatte er einen Zettel für die MAZ in der Tasche. Darauf steht: „Dem verantwortungsvollen Amt des Bürgermeisters trete ich mit Zuversicht entgegen und kann versichern, dass ich mich mit großem Einsatz und nach bestem Wissen und Gewissen dafür einsetzen werde, eine lebenswerte Gemeinde Nuthe-Urstromtal zu schaffen.“

Von Hartmut F. Reck

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