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Steinerne Gesichter und feine Gewebe

Kloster Zinna Steinerne Gesichter und feine Gewebe

Eine Doppelausstellung aus Stein und Stoff lädt im Museum Kloster Zinna dazu ein, neue Perspektiven einzunehmen. Die Handweberin Johanna-Elisabeth Nehm und der Bildhauer Bernhard Männel kombinieren das Starre mit dem Fließenden und schaffen dabei ungewöhnliche Einblicke.

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Die Handweberin Johanna-Elisabeth Nehm und der Bildhauer Bernhard Männel sorgen für Durch- und ganz neue Einblicke.

Quelle: Foto: Peter Degener

Kloster Zinna. Steinerne Gesichter und feine Gewebe hängen seit dem Wochenende hinter den Mauern des Museums Kloster Zinna. „Ein- und Aus-Sichten“ heißt die neu eröffnete Ausstellung des sächsischen Künstlerpaars Johanna-Elisabeth Nehm und Bernhard Männel.

Wie mittelalterliche Gobelins hängen handgewebte Stoffe in abstrakten Mustern an den Wänden. Von blau-violett bis bräunlich-grün sind die Gezeiten in Fäden vor die Wand geknüpft.

In kleinen Rahmen funkeln Goldfäden, die kleine Plättchen aus Porzellan einhegen. Sandsteinerne Gesichter und provokante Frauenkörper stehen auf Podesten zwischen den Teppichen.

Stein und Stoff werden vom Künstlerpaar kombiniert

Die ungewöhnliche Kombination der Materialien Stoff und Stein, die mehrfach auch kombiniert werden, hat ihren Ursprung im gemeinsamen Dresdener Atelier von Nehm und Männel. Das Schwere und Starre wird mit dem Leichten und Fließenden kombiniert.

Im „Lebensfluss“ fällt ein roter Schal durch Steine hindurch, muss sich dabei aber immer wieder durch Engstellen zwängen. Beim Werk „Die Quelle“ sprudeln die blauen Fäden aus einer Steinschüssel heraus.

Die Philosophie in den Bindungen der Fäden eines Teppichs

„Mir ging es schon immer um Bindung“, sagt Johanna-Elisabeth Nehm. Die Handweberin mit Meisterbrief geht mit Philosophie an ihr Handwerk. „Ich spiele mit den Fäden, Farben und den verschiedenen technischen Bindungen und glaube, dass das Rückschlüsse auf mich zulässt“, sagt die 55-Jährige.

So sind nicht nur Durchblicke durch die im Raum hängenden Gewebe möglich, die manche „Fenster“ in sich tragen, sondern auch Einblicke in die zwischenmenschlichen Beziehungen. Schmale Streifen deuten eher flüchtige Verbindungen an, kontinuierliche Muster ein sehr dichtes emotionales Netzwerk.

Doch auch ohne jede philosophische Interpretation sind die Gewebe von Nehm dank der verschiedenen Webtechniken faszinierende Stücke.

Egal aus welcher Perspektive – etwas bleibt immer im Verborgenen

Bernhard Männel ist als Bildhauer Autodidakt. Was beim Pflastern im Garten seinen Anfang nahm, führte zur feinen Bearbeitung des weichen, gelblichen Cottaer Sandsteins.

Daraus hat er für die Schau vor allem Gesichter erarbeitet. „Jeder meiner Köpfe schaut anders und sieht die Dinge aus einer anderen Perspektive. Außerdem gibt es eine Reiher halber Gesichter, denn ein jeder sieht vom anderen stets nur einen Teil. Etwas bleibt immer verborgen“, sagt der 51-Jährige.

Von Peter Degener

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