Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Nach Insolvenz: Klinik-Stellen werden abgebaut
Lokales Teltow-Fläming Nach Insolvenz: Klinik-Stellen werden abgebaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 15.02.2019
Das Krankenhaus in Luckenwalde wirtschaftet inzwischen mit einem Minus. Ein leichter Stellenabbau ist geplant. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

In den Kliniken der insolventen DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg, zu der auch das Luckenwalder Krankenhaus gehört, sollen bis zum Jahr 2020 insgesamt 200 Vollzeitstellen abgebaut werden, davon 170 noch in diesem Jahr. Den Standort Luckenwalde wird es jedoch nur minimal treffen. Darüber wurden die Luckenwalder Beschäftigten am Dienstag in einer Betriebsversammlung informiert.

Zur Krankenhausgesellschaft mit rund 1700 Beschäftigten gehören neben der Luckenwalder Klinik mit mehr als 500 Mitarbeitern noch die Häuser in Bad Frankenhausen, Sömmerda und Sondershausen. Im Dezember hatte die Gesellschaft Insovenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das heißt, die Geschäfte laufen mit Hilfe eines Sachwalters weiter.

Gesamt-Minus von 7,2 Millionen Euro

Hat die Krankenhausgesellschaft im Jahr 2016 noch mit einem Plus von mehr als zwei Millionen Euro gewirtschaftet, steht für 2017 ein Minus von 7,2 Millionen Euro zu Buche, davon 5,5 Millionen Euro in Bad Frankenhausen. Für 2018 werden ähnliche Zahlen erwartet.

„Auch das Luckenwalder Krankenhaus arbeitet inzwischen im Minusbereich“, erklärt Martin Wohlrabe, Sprecher der Consilium Rechtskommunikation GmbH, die die Krankenhausgesellschaft derzeit berät und betreut. Während die Klinik 2016 noch in den schwarzen Zahlen war, steht laut Wohlrabe für 2017 ein Fehlbetrag von 1,1 Millionen Euro zu Buche. „Die Lage ist nicht dramatisch, aber auch nicht rosarot“, sagt Wohlrabe.

Sanierungskonzept als Masterplan

Das Wirtschaftsunternehmen WMC Healthcare hat für die Krankenhausgesellschaft ein Sanierungskonzept ausgearbeitet, das potenziellen Investoren als Masterplan dienen wird. Demnach soll das hochdefizitäre Krankenhaus in Bad Frankenhausen auf eine regionale Notaufnahme reduziert werden – mit zehn Notbetten und jeweils einem Arzt rund um die Uhr. Die nahe gelegenen Häuser in Sömmerda und Sondershausen sollen sich weiter spezialisieren. Von den 170 Stellen, die noch in diesem Jahr abgebaut werden sollen, entfallen 130 Stellen und damit der größte Teil auf das thüringische Krankenhaus in Bad Frankenhausen.

„Doch auch in Luckenwalde wird es Veränderungen geben müssen“, so Wohlrabe, „aber die Dimensionen sind marginal und mit denen in Bad Frankenhausen nicht zu vergleichen.“ So sollen in Luckenwalde bis zu 15 Vollzeit-Stellen abgebaut werden, „es können aber auch weniger sein“, so Wohlrabe.

Gespräche mit fünf Bietern

In der vergangenen Woche lief die Bieterfrist für interessierte potenzielle Krankenhaus-Betreiber aus. Mit fünf der aussichtsreichsten Bewerber werden jetzt Gespräche geführt. „Am Ende steht und fällt das Ganze mit dem Investor, der künftig die Klinik betreiben wird“, so Wohlrabe.

Ziel des Sanierungsplanes ist es, dass die Krankenhausgesellschaft ab dem Jahr 2023 wieder mit Gewinn arbeitet.

Mehr zum Thema

Klinik Luckenwalde: Patienten sollen von Insolvenz nichts mitbekommen

So steht es um Brandenburgs Krankenhäuser

Krankenhaus Luckenwalde soll erhalten bleiben

Von Elinor Wenke

Ein Mann steckte im Supermarkt Waren in seinen Rucksack. Der Detektiv beobachtete das und wollte ihn stoppen, doch der Täter wehrte sich.

15.02.2019

Doreen Boßdorf ist seit sechs Wochen Verwaltungschefin der Gemeinde Niedergörsdorf. Ihr erstes Fazit zur Arbeit in der neuen Funktion fällt positiv aus. Bereits nach wenigen Tagen fühlt es sich für die 44-Jährige schon an, als wäre sie nie woanders gewesen.

11.02.2019

Ein Euro pro Quadratmeter Acker? In Teltow-Fläming keine Seltenheit mehr. Das zeigen die neuen Bodenrichtwerte des Kreises. Verhalten ist das Interesse aber an Gewerbeflächen, obwohl der BER nicht mehr weit ist.

11.02.2019