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Teltow-Fläming Wenn Weihnachten viele Sorgen bereitet
Lokales Teltow-Fläming Wenn Weihnachten viele Sorgen bereitet
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00:22 09.12.2018
Jacqueline Fischer lebt mit ihrem Sohn Janik (11) und Tochter Jasmyn (3) in Wildau, ihre Tochter Angelina (13) wohnt bei ihrer Oma Dagmar Fischer in Schulzendorf. Quelle: Nadine Pensold
Wildau

Ein strahlender Weihnachtsstern, ein bunter Schwibbogen und viele kleine Lichter zaubern eine heimelige Atmosphäre in das Wohnzimmer von Familie Fischer. Die 13-Jährige Angelina hat zum Adventsbeginn die Stube mit allerlei Weihnachtsdekor ausstaffiert – kleine Holzfiguren, ein tanzender Santa Claus und zahlreiche Sterne sollen die Familie in Weihnachtsstimmung versetzen.

Bei ihrer Mutter kann sich die aber nur schwer einstellen. Wenn Jacqueline Fischer an den nahenden Heiligabend denkt, muss sie zum Taschentuch greifen, Tränen von den Augen wischen. „Langsam hasse ich Weihnachten“, sagt sie kaum hörbar. Denn sie weiß, dass sie auch dieses Jahr die Wünsche ihrer drei Kinder Angelina, Janik (11) und Jasmyn (3) nicht erfüllen können wird. „Das Geld reicht hinten und vorne nicht“, sagt die 37-Jährige.

Sparen funktioniert nicht

Dabei tut die Alleinerziehende alles, um die Finanzen beisammen zu halten. Klamotten für sich und die Kinder kauft sie vor allem gebraucht, auch bei Möbeln und Ausstattung schaut sie sich im Internet um, wo es Gebrauchtes günstig oder gar geschenkt gibt. Beim Essen greift sie auch auf die Angebote der Tafel und der Caritas zurück. Aber egal, wie sehr sich die dreifache Mutter anstrengt, die Familienkasse füllt sich einfach nicht. Kaum ist einmal ein bisschen was zur Seite geschoben, gibt der Staubsauger den Geist auf, das Auto muss in die Werkstatt oder ein Kind hat einen Wachstumsschub und braucht neue Schuhe. „Ich versuche wirklich zu sparen. Aber als Hartz-IV-Empfänger mit Kindern geht das einfach nicht.“

Erfolglose Bewerbungen

Die vergangenen Jahre blieb Jacqueline Fischer wegen der Kinder Zuhause. Jetzt, wo die kleine Jasmyn in die Kita geht, möchte sie Arbeit finden, damit sie die Familie versorgen und von Hartz IV loskommen kann. Da sie gerne Auto fährt, könnte sie sich zum Beispiel eine Stelle als Kurierfahrerin vorstellen. All ihre Bewerbungen – auch für andere Jobs – blieben aber bisher erfolglos.

Gejobbt hat sie schon in mehreren Branchen. Mal arbeitete sie in der Garten- und Landschaftspflege, mal bei einer Reinigungsfirma und auch in der Altenpflege. Eine Ausbildung hat Jacqueline Fischer allerdings nie gemacht. Als sie in der Berufsvorbereitung war, wurde sie das erste Mal schwanger. Da war sie 22 Jahre alt, neun Monate später kam Angelina zur Welt.

Nur kurzes Familienglück

Der Vater allerdings wollte nichts von seiner Tochter wissen. Mit einem neuen Partner hielt das Familienglück ebenfalls nur wenige Jahre. Jacqueline Fischers heute elfjähriger Sohn Janik kam in jener Zeit zur Welt. Drei Jahre nach dessen Geburt brach dessen Vater die Beziehung zur Mutter, aber auch den Kontakt zu seinem Kind ab.

Mit ihrem letzten Freund war die Wildauerin neun Jahre zusammen. Doch nach der Geburt von Jasmyn ging auch diese Partnerschaft schon bald in die Brüche. Diese hat in den vergangenen Jahren einiges in der Familie verändert. Da sich Angelina und der Freund ihrer Mutter nicht verstanden, zog diese schließlich zu ihrer Großmutter nach Schulzendorf. Bis heute wohnt die 13-Jährige bei „Oma Dagmar“.

Die MAZ-Sterntaler-Aktion

Die Weihnachtsaktion der MAZ in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald soll unverschuldet in Not geratene Familien unterstützen.

Das Spendenkonto wird vom DRK verwaltet, das auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellt.

Konto für die Spenden: DRK Fläming-Spreewald. IBAN: DE 30 1605  0000 3633 0275 39, Stichwort: Sterntaler.

Die MAZ veröffentlicht die Namen der Spender. Ist das nicht gewünscht, kann dies bei der Überweisung entsprechend angegeben werden.

Dieses Jahr unterstützen die Sterntaler auch Kindereinrichtungen aus Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald, die Weihnachtswünsche haben.

Die Kita braucht neue Lernspiele? Der Hort ein bequemes Kuschelsofa? Schildern Sie uns bis zum 31. Dezember 2018 Ihren Wunsch (inklusive Kostenschätzung, Maximalbetrag 3000 Euro) per Mail an desk.df@MAZ-online.de oder per Post an MAZ Regionalverlag Dahmeland-Fläming, Stichwort: Sterntaler, Bahnhofstraße 17a, 15711 Königs Wusterhausen.

Oma unterstützt die Familie

Die 60-Jährige überlegte nicht lange, als ihre Enkelin sie im Herbst 2013 darum bat. „Sie war schon immer ein Oma-Kind“, sagt Dagmar Fischer. Sie sorgt gemeinsam mit ihrer Tochter Jacqueline Fischer dafür, dass sich die Geschwister bei gemeinsamen Besuchen und Ausflügen zum Spielplatz regelmäßig sehen können. „Ich will nicht, dass die Geschwister auseinandergerissen werden“, sagt die Schulzendorferin.

Dagmar Fischer hat ihr Leben lang viel gearbeitet, vor allem in der Altenpflege. Doch wegen Artrose und anderer Beschwerden kann sie seit einigen Jahren ihren Beruf nicht mehr ausüben. Daher ist auch sie mittlerweile auf Hartz IV angewiesen. Von ihren Bezügen und dem Sozialgeld für Angelina muss sie den Alltag der beiden bestreiten, denn Unterhaltsvorschuss für die 13-Jährige bekommen weder sie noch Jaqueline Fischer vom Amt, da die Teenagerin nicht bei der Mutter wohnt, so die beiden Frauen.

Beengte Wohnsituation

Dort wäre für Angelina mittlerweile auch kaum mehr Platz. In einer kleinen Dreizimmerwohnung in Wildau hat Jacqueline Fischer für Janik und Jasmyn jeweils eigene Zimmer liebevoll eingerichtet. Sie selbst schläft seit zweieinhalb Jahren auf dem Sofa im Wohnzimmer. „Jeden Tag wache ich mit Kreuzschmerzen auf“, sagt sie. Angelinas Zimmer in Omas Wohnung konnte bisher nur aus zusammengewürfelten Möbeln eingerichtet werden. Deshalb ist der größte Wunsch der 13-Jährigen auch ein schönes Jugendzimmer mit Bett, Schrank, Regalen und eigenem Schreibtisch.

Playmobil, ein Jugendzimmer und Lego auf dem Wunschzettel

In einem Werbeprospekt hat sie eines entdeckt, es ausgeschnitten und auf den Wunschzettel geklebt. Mit Buntstiften verzieren sie und Janik ihre Briefe für die MAZ-Sterntaler. Der Elfjährige wünscht sich eine Nintendo-Switch-Konsole und Lego-Sets. Ihrer kleinen Schwester helfen sie beim Gestalten ihrer Liste und schnippeln mit ihr die heiß geliebten Playmobilfiguren und den passenden Bauernhof aus einem Katalog aus. Auch eine neue Puppe, mit der sie baden und der sie die Haare flechten kann, wünscht sich die Dreijährige zu Weihnachten.

Von Nadine Pensold

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