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Teltow-Fläming Stichflammen und Riesenzangen
Lokales Teltow-Fläming Stichflammen und Riesenzangen
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00:18 10.08.2017
Feuerwehrmann Rico Walentin demonstriert eine Fettexplosion. Quelle: Isabelle Richter
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Jüterbog

„Die Leute kennen nur die roten Autos, die Krach machen. Was dahinter steckt wissen die Wenigsten.“, sagt Lutz Selent. Der Ortswehführer von Jüterbog ist bereits seit 32 Jahren Feuerwehrmann und hat schon viel gesehen. Was in so einer Feuerwehrkarriere mitunter alles auf einen zukommt, konnten die Besucher am Sonnabend beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Jüterbog sehen.

Neben grundlegenden Dingen wie dem Absetzen eines Notrufs, spielten sich auf dem Gelände außerdem spektakuläre Szenen ab. Die Jugendwehr demonstrierte einen schweren Brand mit einer selbstgebauten Holzmühle und kleinem Traktor. Diese wurden mit Fackeln angezündet und sahen schon nach kurzer Zeit ziemlich bedrohlich aus. Da half nur noch eines: Ein großer Schlauch und Wasser Marsch! Die Löschaktion der kleinen Attrappen dauerte eine ganze Zeit, so dass man sich in etwa vorstellen konnte, wie schwierig es sein muss, einen echten Brand zu löschen.

Manchmal ist Wasser auch kontraproduktiv

Dass Wasser zum Löschen aber nicht immer gut ist, demonstrierte Feuerwehrmann Rico Walentin anhand einer Fettexplosion. Ortswehrführer Lutz Selent findet diese Vorführung wichtig, denn so ein Brand kann in jedem Haushalt vorkommen. „Heute haben viele Menschen eine Fritteuse oder Ähnliches. Wenn das Öl anfängt zu brennen, machen viele einen großen Fehler und kippen Wasser drauf. Wenn Wasser auf Öl kommt, explodiert das zu einer riesen Stichflamme. Deshalb lieber eine Decke oder ein Handtuch nehmen“, empfiehlt Lutz Selent.

Rico Walentin zeigte wie gefährlich die Unwissenheit bei solchen Bränden sein kann und veranschaulicht die Szene mit einem Miniaturherd. Obwohl der Kochtopf dabei nur winzig war und wenig Öl enthielt, wurde die Flamme explosionsartig größer, als der Feuerwehrmann nur ein paar kleine Wassertropfen in Richtung Herd spritzte.

Besucher probieren sich an der hydraulischen Schere

Viel schlimmer als ein angebranntes Essen ist dagegen das, was die Feuerwehrmänner bei einem Autounfall vorfinden. Die Rettung der Verunglückten aus dem Fahrzeug gehört nämlich auch zu ihren Aufgaben. Martin Kaufmann zeigt an einem alten Opel, wie man sich schnell Zugang zu den eingeklemmten Personen verschafft. Mit speziellem Werkzeug kann so das Autoblech aufgeschnitten oder auseinandergedrückt werden. Vor allem Jungen und Männer bekamen große Augen beim Vorbeigehen und wollten die Riesenwerkzeuge direkt selber testen. Das konnten sie unter Aufsicht von Martin Kaufmann auch. Muss man mit diesen Werkzeugen allerdings Leben retten, ist eine spezielle Schulung nötig. Auch die Testpersonen kamen bei den über 20 Kilo schweren Geräten an ihre Grenzen. Lutz Selent hat in seiner Feuerwehrkarriere schon einige Personen aus dem Auto befreit. Der Ortswehrführer berichtet: „Am schlimmsten ist die Rettung und Bergung von Kindern. Man sieht viel Elend.“Um ein Feuerwehrmann zu werden braucht man also nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Mut.

Von Isabelle Richter

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