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Stolpersteine für jüdische Textilunternehmer

Kloster Zinna Stolpersteine für jüdische Textilunternehmer

Noch heute ist das Ortsbild von Kloster Zinna geprägt von der einstigen Textilfabrik, die von den jüdischen Unternehmern Julius Markendorf und Siegfried Ackermann 1919 eröffnet wurde. Ortsvorsteherin Gabriele Schröder (SPD) und Museumsleiter Norbert Jannek möchten daher mit zwei goldenen Stolpersteinen des Künstlers Gunter Demnig an die Firmengründer erinnern.

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Ortsvorsteherin Gabriele Schröder und Museumsleiter Norbert Jannek an der Stelle für die Stolpersteine.

Quelle: Victoria Barnack

Kloster Zinna. Viele Jahrzehnte lang prägte die Textilbranche Kloster Zinna. Bis 1919 woben zahlreiche Familien allein in ihren Häusern, bis schließlich zwei Berliner Unternehmer ihre Fabrik in den Fläming verlegten. Julius Markendorf und Siegfried Ackermann eröffneten in der konjunkturschwachen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ihre Manufaktur an dem Ort, an dem die Bedingungen vor allem finanziell günstig waren. Bis zur Wende arbeiteten viele Einwohner von Kloster Zinna in den Gebäuden, die die beiden Unternehmer in der Zwischenkriegszeit bauen ließen.

Gestorben im „Ghetto“ von Berlin

Ackermann und Markendorf verstarben jedoch früh. Beide waren Juden und wurden noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs liquidiert. Heute wird vermutet, dass sie in einer Art Ghetto in Berlin umkamen. In immer engeren Gebieten mussten Juden dort leben, bis sie starben. „Die ständig wechselnden Ansprechpartner und Adressen innerhalb einer Straße auf den Briefen der Firma deuten darauf hin“, erklärt Jüterbogs Museumsleiter Norbert Jannek.

Stolpersteine mit Namen und Lebzeiten

Um den Verdienst der Unternehmer in Kloster Zinna zu würdigen, möchten Jannek und Ortsvorsteherin Gabriele Schröder (SPD) nun Stolpersteine für Ackermann und Markendorf verlegen lassen. Die Inschrift der goldenen Pflastersteine wird mit Namen, Lebzeiten und Angaben zum Schicksal der Ermordeten versehen. Das Projekt des Berliner Künstlers Gunter Demnig existiert seit 1992. Inzwischen wurden in 20 Ländern 1100 Stolpersteine verlegt.

Urenkel eines Firmengründers stößt zufällig auf Kloster Zinna

„Die Idee zu der Aktion kam uns vor zwei Jahren, als uns ein Nachkomme von Siegfried Ackermann kontaktierte“, sagt Schröder. Der Urenkel des Unternehmers forscht zur Familiengeschichte und war durch den Festumzug zur 250-Jahr-Feier von Kloster Zinna zufällig auf den Ort und die Verbindung zu seinem Vorfahren gestoßen. „Bei dem Treffen konnten wir einige Mosaikteilchen aus der Firmengeschichte zusammensetzen“, berichtet Jannek. So konnte der Urenkel erstmals Personen auf Fotos zuordnen, die vor vielen Jahrzehnten auf dem Fabrikgelände entstanden waren.

Stolpersteine vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude

Genau dort sollen bald auch die Stolpersteine für Ackermann und Markendorf verlegt werden. In der Mittelstraße sticht das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma noch heute hervor. Es war quasi der Grundstein für das wirtschaftliche Engagement der beiden Berliner im Fläming und ist „ein würdiger Platz, um die Geschichte zu ehren und sie aufrecht zu erhalten“, findet die Ortsvorsteherin.

Von Victoria Barnack

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