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Storchenfest ohne verletzten Adebar

Großbeeren Storchenfest ohne verletzten Adebar

Beim traditionellen Storchenfest in Großbeeren fehlt die „Hauptperson“ in diesem Jahr – der Storch, der auf dem knapp 30 Meter hohen Gutshof-Schornstein wohnte, wurde verletzt gefunden.

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Christa Henkel bereitet mit vielen Helfern, unter anderem vom Freien Bürgerbündnis, von Feuerwehr, Frauenstammtisch, Landschaftspflegeverein, Kirchengemeinde anderen, das Storchenfest für kommenden Sonntag vor.

Quelle: foto:Abromeit

Großbeeren. Muss jemand ins Krankenhaus, fallen manchmal wichtige Termine aus. So geht es jetzt dem Storch und den Veranstaltern des traditionellen Storchenfestes in Großbeeren – es muss am Sonntag auf dem Gutshof ohne seine „Hauptperson“ auskommen. Denn die liegt flach. Und zwar in der Tierklinik der Freien Universität Berlin im Museumsdorf Düppel.

Flachliegen heißt in diesem Fall: Der Großbeerener Storch ist flugunfähig. Christa Henkel und die anderen Organisatoren wissen im Moment zwar nicht genau, welcher Art seine Verletzung ist. Aber sie sind vor allem froh, dass das Tier lebt, gefunden wurde und dass ihm geholfen werden kann. Denn das hätte auch anders ausgehen können, das wissen die Storchenliebhaber und -schützer nur allzu gut.

Storch saß zwei Tage am selben Platz

Ein Mitarbeiter des Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau am Thomas-Echtermeyer-Weg in Großbeeren hatte beobachtet, dass ein Storch auf dem Institutsgelände zwei Tage lang an derselben Stelle saß. Das hatte ihn stutzig gemacht. Deshalb informierte er die Storchenfest-Veranstalter und die Untere Naturschutzbehörde (UNB). Gemeinsam wurde Hilfe organisiert. Christa Henkel erzählt, wie die Hilfe aussah: „Wir holten uns Rat bei UNB-Mitarbeiter Daniel Jonelat. Der kam und auch ein professioneller Beringer. Gemeinsam konnten sie helfen.“

Der Beringer war es dann auch, der den offensichtlich verletzten Großvogel in die Tierklinik nach Zehlendorf brachte. „Diese Klinik im Museumsdorf hat einen kleinen Etat, mit dem auch Wildtieren geholfen werden kann. Denn sonst müssten solche Störche sterben, weil niemand das Geld hat, ihre Behandlung zu bezahlen“, erzählt Christa Henkel. Und sie verweist darauf, dass nur Profis Störche anfassen dürften, damit vor allem verletzte Tiere nicht weiteren Schaden nehmen.

Storchenväter und -mütter bannten Absturzgefahr des Nestes

Die Storchenmütter und -väter von Großbeeren hatten in vergangenen Jahren viele Attraktionen rund um den Storch organisiert, des öfteren hatten Besucher schon vom Korb einer Feuerwehrleiter aus zuschauen können, wie es im Nest aussieht. Dieses Nest hatten die Ehrenamtlichen im Frühjahr gemeinsam mit der UNB und der Firma Mateco verkleinert, damit es nicht abstürzen kann. Vor allem aber hatten sie es entrümpelt. Neben 19 Arbeitshandschuhen, einer Herrenunterhose, einer Decke, einer Handtasche, einer leeren Heringspackung, Plastetüten, Dämmmaterial, Netzen, Vlies, Tannenzapfen, Drahtgeflecht, Lappen oder Styropor waren auch Schnüre gefunden worden. „Deshalb lassen wir das Fest auch ohne Storch keineswegs ausfallen“, erklärt Christa Henkel. „Dieser viele Müll, der ja offensichtlich in der Landschaft herumliegt, ist Anlass genug, beim Storchenfest diesmal dem Müll und den daraus resultierenden Gefahren Aufmerksamkeit zu schenken.“ Da treffe es sich ungewollt besonders gut, dass neben den vielen Organisatoren und Helfern auch der Abfallzweckverband SBAZV mit im Boot sei, so Henkel.

Besucher des Storchenfestes am Sonntag von 14 bis 18 Uhr auf dem Gutshof können sich auf jede Menge Bastel-, Mitmach- und Informationsstände zu Naturstrom, Honig und Imkerei, zu Müllvermeidung und natürlich zu Störchen freuen.

Von Jutta Abromeit

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