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Straßenfußball bei „Phoenix“ in Wünsdorf

Wünsdorf Straßenfußball bei „Phoenix“ in Wünsdorf

Etwa 80 Teilnehmer zwischen zehn und 31 Jahren trafen sich am Wochenende auf dem Großfeld der Paul-Schumann-Sporthalle in Wünsdorf zu einem Straßenfußball-Turnier. Organisiert hatte das der Zossener Jugendclub „Phoenix“. Für die meist jugendlichen Geflüchteten ging es erstmal vor allem darum, sich gegenseitig kennenzulernen.

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Die Teams traten in der Paul-Schumann-Halle in Waldstadt gegeneinander.

Quelle: Andrea von Fournier

Wünsdorf. Das Fußballfieber ist am Wochenende auf dem Großfeld der Paul-Schumann-Sporthalle in Wünsdorf ausgebrochen: Elf Mannschaften Jugendlicher und junger Erwachsener aus dem Landkreis Teltow-Fläming jagten dem runden Leder nach. Eingeladen hatte der Zossener Jugendclub „Phoenix“ in Wünsdorf.

„Wir haben etwa 80 Teilnehmer, der jüngste kommt aus Zossen und ist zehn Jahre alt; der Senior mit 31 aus Wünsdorf“, sagte Clubleiter Andreas Blömeke. Seit 13 Jahren hat die Wünsdorfer Jugendeinrichtung Erfahrungen mit Straßenfußball.

Spaßorientierte Möglichkeit der Verständigung und des Spracherwerbs

2003 begann Andreas Blömeke seine Arbeit im Club. In den Wohnblöcken der ehemaligen Wünsdorfer Militärstadt gab es viele junge russische Aussiedler. Sprachprobleme erschwerten die Verständigung mit den Deutschen, doch die Eingewanderten waren dem Sport sehr zugetan. So bot sich aus Blömekes Sicht der Fußball als spaßorientierte Möglichkeit der Verständigung und des Spracherwerbs an.

Kommunikation über Ländergrenzen hinweg

Die Brandenburgische Sportjugend (BSJ) unterstützt das Projekt seit Jahren in unterschiedlicher Intensität und Form. Darüber sind der Jugendclubleiter, Mitarbeiter Istvan Balogh und Praktikantin Nancy, die als Teamer fungierten, sehr froh. Jonas Weber (BSJ) übernahm die Turnierleitung, pfiff die Spiele, führte Buch und achtete auf die Einhaltung der Fairplay-Regeln.

Zwei Teams vom Jam Home und dem Jugendzentrum Zossen schrieben sich noch vor Ort als Teilnehmer ein. Die Mannschaft aus Groß Machnow war nicht erschienen. Sehr international ging es in und vor der Sporthalle zu. Zwei Mannschaften der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Wünsdorf, ein Team aus Potsdam und eines mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen aus Mittenwalde sorgten dafür, dass ein wichtiges Anliegen der Veranstalter, Kennenlernen und Kommunikation auch über Ländergrenzen hinweg, in die Tat umzusetzen war.

Drei Fairplay-Regeln und eine Aktion am Spielende

Mannschaften und Gruppen wurden von den Teamern auch unter dem Gesichtspunkt sportlichen Gleichgewichts zusammengestellt. Bevor man mit jeweils sechs bis zehn Spielern gegeneinander antrat, gab es einen Stopp bei Teamer Istvan Balogh an der Bande: Man einigte sich auf drei Fairplay-Regeln und eine Aktion am Spielende, die schriftlich festgehalten und ebenso wie das Torergebnis mit Punkten gewertet wurde.

Am häufigsten wollten die Fußballer anderen aufhelfen und niemanden an die Bande drücken. Und besonders auf Mädchen achten. Die waren in Einzahl, dennoch stark vertreten: Violetta war von Schulkameraden Levent gebeten worden, mitzuspielen. Die Jugendliche spielt Fußball beim SV Siethen, wo Talentscouts sie bereits entdeckt und mehrfach für Turbine Potsdam geworben hatten. „Probetraining habe ich dort auch absolviert, aber ich wollte nicht in Potsdam spielen“, sagte sie und lief für die „Hafensänger“, die zweite Mannschaft des Jugendclubs Wünsdorf, auf.

Abschied mit Laola-Welle

Mit Laola-Welle, Handschlag und im Fairplay-Kreis verabschiedeten sich die Mannschaften voneinander. Um Plätze, Sieg und Niederlage ging es weniger: Im Mittelpunkt standen das Kennenlernen und die Verständigung in der internationalen Sprache des Sports.

Von Andrea von Fournier

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