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Streit schlichten und vermitteln

Baruther Schulsozialarbeiterin Doreen Beldner setzt auf Vertrauen Streit schlichten und vermitteln

Mit offenen Armen wurde Doreen Beldner in der Grundschule Baruth empfangen. Dort bietet die 39-jährige Sozialpädagogin Schülern, Lehrern und Eltern ihren Rat an. Vertrauen ist die Grundlage für jedes Gespräch in der Bibliothek. Dort steht die Tür stets weit offen. So bald ein Ratsuchender den Raum betreten hat, schließt Beldner die Tür, damit kein Wort nach außen dringt.

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Die Baruther Grundschulsozialarbeiterin Doreen Beldner.

Quelle: Pechhold

Baruth. Schwellenangst muss niemand haben, der zu Doreen Beldner möchte. Erst seit Mitte Januar bietet die Sozialarbeiterin Schülern, Lehrern und Eltern Hilfe an. In der Baruther Grundschule trifft man die 39-jährige Mutter dreier Kinder in der kleinen Bibliothek an. Dort steht die Tür jedem Ratsuchenden so lange offen, bis er die vermeintliche Hemmschwelle überschritten hat und das vertrauliche Gespräch beginnt.

„Von hier dringt kein Wort nach außen“, sagt Beldner. Vertrauen sei gerade in ihrem Beruf ganz wichtig, weiß die erfahrene Sozialpädagogin. Sie war 13 Jahre lang beim Sozialdienst des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde tätig. Nach einer kurzen Stippvisite in der Frühförderung des DRK habe sie nun eine neue Herausforderung gesucht. Für ihren Job als Schulsozialarbeiterin pendelt sie täglich von Krummensee – ein Ortsteil von Mittenwalde – nach Baruth.

„In Baruth bin ich mit offenen Armen empfangen worden“, sagt sie. Von Abwarten und Abwehrhaltung keine Spur. „Wer zu mir kommt, sagt ehrlich und unverblümt, was er auf dem Herzen hat“. Bisher kamen gleich viele Schüler, Eltern und Lehrer zu ihr. Lehrer wollen von ihr wissen, wie sie in einer Situation gegenüber einem Schüler reagiert hätte. Schüler sehen in der Sozialarbeiterin die Streitschlichterin. „Streit entsteht aus Missverständnissen.“ Meist fängt alles ganz harmlos an. Ein Schüler rempelt den anderen versehentlich an oder wirft dessen Federtasche unabsichtlich runter. „Plötzlich ist eine kleine Prügelei im Gange.“ Dann ist es an Doreen Beldner, die kleinen Hitzköpfe wieder abzukühlen.

Vor allem Mädchen und Jungen aus den fünften und sechsten Klassen vertrauen Beldner ihre Probleme mit den Eltern an. Manche Kinder plagen Sorgen wegen schlechter Schulnoten und den damit verbundenen Reaktionen der Eltern. Andere wiederum beklagen fehlendes Verständnis von Mutter oder Vater für die erste große Liebe. „Oft ist es den Kindern gar nicht bewusst, dass sich ihre Eltern zu wenig um sie kümmern.“

Eltern wenden sich an Doreen Beldner mit Erziehungsfragen oder wenn sie Unterstützung bei den Gesprächen mit ihren Kindern brauchen. Meist sehen die Mütter und Väter dann die Sozialarbeiterin als Verbündete im „Erziehungskampf“ mit ihren Sprösslingen an. „Das ist aber nicht meine Aufgabe“, sagt Beldner: „Ich versuche natürlich, zwischen Kindern und Eltern zu vermitteln.“

Von Frank Pechhold

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