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Teltow-Fläming Streit um BAM-Testsprung geht weiter
Lokales Teltow-Fläming Streit um BAM-Testsprung geht weiter
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06:27 26.07.2018
Trotz Waldbrandwarnstufe 5 soll auf dem BAM-Testgelände in Horstwalde gesprengt werden Quelle: Jutta Abromeit
Horstwalde

Das Landgericht Potsdam hat das Ansinnen von Waldeigentümer Erhard Nickisch abgelehnt, Testsprengungen auf dem BAM-Gelände Horstwalde bei Waldbrandwarnstufe 5 mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen. Wie gemeldet wollte der Geschäftsführer des Forstbetriebs Wunder gegen diese Ablehnung Widerspruch einlegen, das hat er jetzt getan.

Damit geht dieses Verfahren ans Oberlandesgericht, so der Mellenseer. Ihm gehören 250Hektar Wald neben dem Gelände der Bundesbehörde. Er und acht weitere Waldeigentümer fürchten: Wird bei der gegenwärtigen Hitze gesprengt, könnten Funken nebenan zu Bränden führen und Existenzen gefährden.

Akute Gefahr nicht glaubhaft begründet

Laut Nickisch führt das Gericht folgende Gründe für die Ablehnung an: Der Sprengplatz sei mit zwei Kilometern weit vom Privatwald entfernt; die Hochspannungsleitung mit der 70 Meter breiten Trasse spalte das Privatgelände von dem der BAM ausreichend ab, die Schneise wirke als Puffer. Trotz Knalls und Rauch bestehe keine akute Waldbrandgefahr, die Sicherheitsstandards seien ausreichend hoch.

Nickisch habe eine akute Gefahr nicht glaubhaft beschreiben können, so das Gericht. Der Unternehmer sieht das anders: „Gerade trockenes Gras brennt besonders schnell!“, ist eines seiner wichtigsten Argumente. „In allen Bundesländern sind bei Waldbrandwarnstufe 4 und 5 Aufenthalt und Befahren des Waldes mit Pkws verboten.“

Eine weitere Kritik von Erhard Nickisch: Die roten Warntafeln sind trotz der Tests eben nicht aufgeklappt; damit seien Fremde wie Wanderer, Schulklassen oder Urlauber nicht vor einem plötzlichem Knall gewarnt. Quelle: Jutta Abromeit

Im Großteil Brandenburgs komme Bodenverseuchung mit Kriegskampfmitteln obendrauf, rund um Baruth besonders, so der Geschäftsmann: „Das Militär zog sich im Zweiten Weltkrieg über die Forsthäuser Halbe, Massow und Wunder zurück, dort finden sich massenhaft Kampfmittel, Granaten und Munition.“ Bei BAM-Sprengungen bis 150 Kilo TNT gebe es trotz höchster Vorkehrung keine hundertprozentige Sicherheit. Deshalb sieht Nickisch die Tests bei extremer Trockenheit als Provokation für die ohnehin über die Maßen belasteten Feuerwehren.

Gesetzesauftrag gegen Gesetzesanordnung

Er fragt: „Warum kann sich eine Bundesbehörde bei der nachvollziehbar großen Gefahr über Gebote hinwegsetzen? Hebeln gesetzliche Aufträge gesetzliche Anordnungen aus?“ Die Gefährdung und ihre Folgen blieben nicht auf dem BAM-Gebiet, sondern würden umliegenden Waldbauern sowie der Fauna und Flora mit Rote-Liste-Arten und dem schützenswerten Baruther Urstromtal übergestülpt.

Von Jutta Abromeit

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