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Streit um Fahrradstraße

Stangenhagen Streit um Fahrradstraße

In der Trebbiner Allee in Stangenhagen hat der Bau einer Fahrradstraße begonnen. Doch nicht alle sind darüber glücklich.Drei Anlieger gibt es und sollen an den Kosten beteiligt werden – vierstellige Beträge sollen sie jeweils berappen. Sie wehren sich gegen den Bau.

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Petra Wellenstein und Lothar Lindner sind gegen den Bau.

Quelle: Elinor Wenke

Stangenhagen. Noch bevor die Trebbiner Stadtverordneten am 28. September die Details zum Bau einer Fahrradstraße in Stangenhagen beschließen, sind die ersten Baufahrzeuge angerückt. Seit Dienstag koffert ein Bagger in der Trebbiner Allee 6 bis 10 den bislang unbefestigten Weg aus. Dort entsteht eine Fahrradstraße als Teil des neuen Radweges zwischen Schönhagen und Stangenhagen.

Anlieger wehren sich gegen Ausbau

Das sorgt für Zündstoff. Die drei Grundstückseigentümer der Nummern 6, 8 und 10, die unmittelbar an dem Abschnitt wohnen, sollen an den Kosten beteiligt werden und wehren sich gegen den Ausbau. „Wir fühlen uns überrumpelt“, sagt Petra Wellenstein, „wir sehen weder die Notwendigkeit noch den Nutzen einer solchen Straße.“ Sie war im Juli zum ersten Mal mit dem Vorhaben konfrontiert worden.

Am Ortseingang von Stangenhagen soll der Radweg von der B246 weggeführt und auf einem 180 Meter langen Schlenker an den Wohnhäusern der Trebbiner Allee entlang als Fahrradstraße geführt werden. Sie dient sowohl dem überörtlichen Radverkehr als auch den Anwohnern und Versorgungsfahrzeugen als Zuwegung. Der Landkreis beteiligt sich mit 40 000 Euro an den Kosten, die Stadt mit 16 000 Euro.

Baggerarbeiten am neuen Radweg

Baggerarbeiten am neuen Radweg.

Quelle: Elinor Wenke

Da der Abschnitt als Anliegerstraße eingestuft wird, sollen 70 Prozent der städtischen Kosten, rund 11 200 Euro, entsprechend der Grundstücksgröße auf die drei Anlieger umgelegt werden. Den Grundstückseignern wurden sogenannte verbindliche Ablöseverträge angeboten. „Erst wurde mir eine Summe von 2700 Euro angekündigt, wenig später dann plötzlich 2600 Euro“, sagt Petra Wellenstein. Nachvollziehen kann sie die Berechnungsgrundlagen nicht.

Kritik an Information seitens der Verwaltung

Sie fühlt sich zudem unzureichend vom Rathaus informiert. „Auf meine Fachfragen habe ich bisher keine befriedigenden Antworten erhalten“, sagt die 55-Jährige. Da ihr Grundstück direkt an der Busschleife liegt, sei sie gar kein Nutznießer der Fahrradstraße, werde aber trotzdem zur Kasse gebeten, ärgert sie sich.

Auch Grundstückseignerin Doris Leipziger-Schultze wehrt sich gegen den Ausbau. Beide sind zudem überzeugt, dass der neue Weg von den Radfahrern gemieden wird. „Unten muss man wieder über Kopfsteinpflaster und dann wieder hoch, um die Bundesstraße zu queren, das macht keiner“, sagt Petra Wellenstein. Die beiden sind nicht generell gegen einen Radweg, dann aber entlang der B246.

Radweg entlang der Bundesstraße bevorzugt

Das meint auch Lothar Lindner. Er wohnt auf der gegenüberliegenden Seite. „Der Weg war vor Jahren schon mal befestigt worden und reicht durchaus“, sagt er und befürwortet einen Radweg entlang der Bundesstraße, aber nicht auf Kosten der Bürger. Außerdem wird seines Erachtens wertvolle Grünfläche zerstört.

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU) verteidigt das Vorhaben der Stadt. „Wir haben jahrelang um einen Radweg gekämpft, den auch die Stangenhagener haben wollen. Dazu gehören nun mal festgelegte Sicherheitsstandards“, sagte er der MAZ. „Das öffentliche Interesse überwiegt gegenüber den Bedenken einzelner“, so Berger.

Bürgermeister verteidigt Straßenbau

Der Bau sei lange bekannt und längst beschlossen, am 28. September gehe es nur um die Einstufung als Anliegerstraße. „Dass Grundstückseigentümer an den Straßenbaukosten beteiligt werden, ist nach Bundesrecht geregelt“, sagt Berger. Außerdem sei die Finanzierung jetzt günstig. „Würde die Straße später saniert werden, wird alles viel teurer“, ist er überzeugt.

Von Elinor Wenke

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