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Streit um Fenster und Solardach

Verstoß gegen Gestaltungssatzung Trebbin Streit um Fenster und Solardach

Der Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Berliner Straße 19 in Trebbin sorgt für Unmut. Die städtische Wohnungsgesellschaft Trewo verstößt offenbar gegen die Gestaltungssatzung der Stadt. Dafür hat sie aber eine Baugenehmigung.

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Eindeutig: „liegende“ Fenster statt „stehender“.

Quelle: Hartmut F. Reck

Trebbin. Der Unmut von Fachleuten und Anwohnern über das Neubauobjekt in der Berliner Straße 19 in Trebbin brodelt weiter. Die städtische Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (Trewo) baut dort ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen und verstößt dabei offenbar gegen die Vorgaben der Trebbiner Gestaltungssatzung. Hinter vorgehaltener Hand ist vom „Skandalbau“ die Rede.

So hatte die Trewo im Frühjahr unzulässigerweise Kunststofffenster statt der geforderten Holzfenster eingebaut. Bürgermeister Thomas Berger (CDU) hatte den Bauherrn persönlich aufgefordert, die Fenster wieder auszubauen, da sie weder dem Bauantrag noch der Baugenehmigung entsprachen. „Von unseren Bürgern fordern wir Bautreue, da wird auch für ein kommunales Unternehmen keine Ausnahme gemacht“, hatte Berger im Juni öffentlich verlauten lassen.

Die Fenster wurden inzwischen ausgebaut, Verstöße gegen die Satzung bleiben hingegen sichtbar. So haben die ortsansässigen Bauingenieure Roland Wegener und Detlef Jaeck den Bürgermeister auf die unzulässige Fensterform hingewiesen. „Die Satzung schreibt stehende Fenster vor, das heißt, sie müssen höher als breit sein“, erklärt Wegener gegenüber der MAZ, „gebaut werden aber liegende, also breiter als hoch.“ Auch sei der Zwerchgiebel zu breit gebaut. „Die Breite darf 50 Prozent der Hausbreite nicht überschreiten“, sagt Wegener.

Der Bauexperte ärgert sich zudem über das Solardach. Photovoltaikanlagen auf Dächern, die von öffentlichen Bereichen einsehbar sind, seien nicht zulässig. „In diesem Fall ist die Solaranlage nicht etwa in luftiger Höhe angebracht, sondern vom benachbarten Platz voll einsehbar“, kritisiert Wegener. Ihm sei wohl bewusst, dass Thomas Berger ein Verfechter von Klimaschutz und alternativen Energien ist. „Aber es darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Denn etlichen Privatbürgern wurde ein Solardach verwehrt“, sagt Wegener. Er hält der Trewo vor, nach eigenem Gutdünken entgegen der Satzung zu bauen. „Dem Bürgermeister werfen wir vor, tatenlos zuzusehen“, so Wegener weiter.

Doch Berger reicht die Verantwortung weiter. „Die Trewo hat gegen die Gestaltungssatzung verstoßen“, räumt er gegenüber der MAZ ein, „aber es gibt eine rechtskräftige Baugenehmigung, aus der der Bauherr seine Rechte ableiten kann.“ Die Untere Bauaufsicht des Kreises habe die Möglichkeit, die Baugenehmigung ganz oder teilweise zurückzunehmen. Aus seiner Befürwortung von Solaranlagen macht Berger keinen Hehl. „Ich werde anregen, die Gestaltungssatzung diesbezüglich zu ändern“, sagte er.

Norbert Jurtzik, Leiter der Unteren Bauaufsicht, sieht keinen Handlungsbedarf. „Die Baugenehmigung wurde im vorigen Jahr erteilt, nachdem die Stadt das uneingeschränkte Einvernehmen erklärt hat. Und die ist für den Vollzug des örtlichen Bauordnungsrechts zuständig“, sagte er. Die sanierungsrechtliche Genehmigung sei mit der Baugenehmigung erteilt worden, so Jurtzik.

Von Elinor Wenke

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