Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Streit um Schenkung von zwei Feuerwehrautos
Lokales Teltow-Fläming Streit um Schenkung von zwei Feuerwehrautos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 21.10.2017
Verschenkt: Der  W 50 (l.) ist für das Technikmuseum in Ludwigsfelde bestimmt, der Rüstwagen befindet sich bereits in Bulgarien. Quelle: foto: Frank Pechhold
Anzeige
Zossen

Die Stadt Zossen verschenkt zwei ausrangierte Feuerwehrfahrzeuge. Empfänger sind der Verein „Freunde der Industriegeschichte“ in Ludwigsfelde und die bulgarische Kleinstadt Dolna Banya. Dieser Beschluss des Hauptausschusses wurde von der Kreis-Kommunalaufsicht beanstandet. Gleichzeitig wurde die Rückabwicklung der Schenkung festgesetzt. Dagegen hat die Stadt Klage eingereicht.

Im Kern habe die Kommunalaufsicht die Beanstandung damit begründet, dass vor der Schenkung kein Versuch der Veräußerung auf dem freien Markt erfolgt sei, so Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) kürzlich in der Sitzung der Stadtverordneten. Damit solle ein Verstoß gegen die wirtschaftliche und sparsame Haushaltsführung vorliegen. „Diese Entscheidung der Landrätin lässt jegliches politisches Fingerspitzengefühl vermissen“, so Schreiber. Weil es sich um ein laufendes Verfahren handele, äußere sich die Kommunalaufsicht nicht zu dem Vorgang „Schenkung von zwei Feuerwehrfahrzeugen“, so Kreis-Pressesprecherin Heike Lehmann.

Hauptausschuss stimmte für Schenkung

Bei den fahrbereiten Geschenken handelt es sich um einen Rüstwagen RW 1 und ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/W 50. Laut einem Gutachten hätte die Stadt möglicherweise bei einem Verkauf Erlöse in Höhe von 9420 Euro für den Rüstwagen und 1250 Euro für das TLF erzielen können. Um keine Begehrlichkeiten unter privaten Interessenten zu wecken, stimmte der Hauptausschuss für die Schenkung.

Während der W 50 noch in Wünsdorf auf seine Fahrt zum Ludwigsfelder Stadt- und Technikmuseum wartet, leistet der Rüstwagen schon gute Dienste in Dolna Banya. „Diese rechtswirksame Schenkung kann man nicht rückabwickeln“, so Michaela Schreiber. Mitte September brachten der Beelitzer Burkhard Kasten und der Zossener Gerätewart Ronny Marek das Auto in die rund 1900 Kilometer entfernte Stadt in Bulgarien. „Hier ist das Geschenk sehr gut angekommen“, so Kasten. Er organisiert ehrenamtlich im Landesfeuerwehrverband Fahrzeugspenden an Wehren in der Hauptstadtregion Sofa. „Wir hatten im Fahrzeug noch gespendete Ausrüstungsgegenstände und Uniformen mit. Die wurden uns fast aus den Händen gerissen“, so Kasten. Bürgermeister Vladimir Djambazov habe Zossen im Gegenzug eine Städtepartnerschaft angeboten. „Die Bulgaren wollen sich irgendwie für das Geschenk revanchieren.“

Vorgehen der Kommunalaufsicht stößt auf Unverständnis

Kasten zufolge müsse Bürgermeister Djambazov bis Januar 2018 eine freiwillige Feuerwehr aufbauen. So wie ihm gehe es allen Verwaltungschefs, weil die Feuerwehr in Bulgarien gerade umstrukturiert werde. „Viele kleine Städte besitzen gar keine Feuerwehr und kaum Geld. Deshalb sind sie auf gute gebrauchte Fahrzeuge als Starthilfe angewiesen“, weiß Kasten. Schön wäre es, wenn noch mehr märkische Feuerwehren ihre alten Fahrzeuge spenden würden. So gesehen verstehe er das Vorgehen der Kreis-Kommunalaufsicht gegen die Stadt Zossen nicht, sagt Kasten. „Wenn das Schule macht, wird bald keine Kommune in Brandenburg mehr ein Feuerwehrauto spenden“.

Von Frank Pechhold

In diesem Jahr hat eine der jüngsten Stiftungen Brandenburgs das erste Mal die Möglichkeit, etliche Projekte zu unterstützen: die Stadtstiftung Baruth. Das sollte Vereinen oder Interessengruppen Mut machen, ebenfalls Anträge zu stellen für Vorhaben, die das Städtchen im Urstromtal hübscher und lebenswerter machen, findet Bürgermeister und Initiator Peter Ilk.

23.04.2018

Im Ludwigsfelder Ortsteil Siethen gibt es Zoff. Jetzt ist nach mehr als 20 Jahren Planung mit allen erdenklichen Hürden das Baugebiet Vorderste Hohe fertig beschlossen und mit allen Verträgen baureif; begonnen hatte es Gernot Schulz, der frühere Dirigent der Berliner Philharmoniker. Doch die Anwohner des Berliner Wegs erklären: „Wir wollen diese neue Straße nicht.“

20.10.2017

Chefarzt Andreas Kohls konzipiert gerade den 1. Chrono-Tag Potsdam, den er am 3. und 4. November leiten wird. Der Leiter der Ludwigsfelder Frauenklinik liegt mit seinen Therapien zur Chronobiologie auf einer Welle mit dem Nobelpreis-Komitee. Doch von dessen diesjähriger Entscheidung konnte er nichts ahnen.

20.10.2017
Anzeige