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Teltow-Fläming Streit um die richtige Pflege
Lokales Teltow-Fläming Streit um die richtige Pflege
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00:27 26.03.2018
Helmine und Christian Möller üben mit dem Combo-Walker.
Blankenfelde

Christian Möller erhebt schwere Vorwürfe gegen das Haus Christo in Blankenfelde. Seine Mutter Helmine werde in dem Seniorenheim nicht versorgt, wie Ärzte es verschrieben, sagt er. Das Heim weist dies zurück.

„Eigentlich hat meine Mutter sich immer sehr wohl gefühlt“, sagt Möller. Seit Dezember 2012 lebt die 88-Jährige im Haus Christo. Der Ärger begann vor einem Jahr, als seine Mutter sich bei einem Sturz mit dem Rollator beide Schultern brach. Ende Mai stürzte Helmine Möller erneut und brach sich den Oberarm. Im Oktober der nächste Sturz: Diesmal brach sie sich den Oberschenkelhals, als sie zur Toilette wollte und niemand auf ihr Klingeln reagierte.

Drei Stürze innerhalb eines Jahres

In allen drei Fällen habe das Heim laut Möller nicht die von den Ärzten geforderten Übungen zum Muskelaufbau und zur Stärkung der Beweglichkeit gemacht. Beschwerden bei Personal, Pflegedienstleitung und Heimaufsicht seien erfolglos geblieben. Es seien Übungen aufgeschrieben worden, die nie ausgeführt worden seien. „Man hat mich öfter belogen“, sagt Möller, nachdem er die Übungen persönlich kontrollieren wollte.

Der Jurist beantragte im Oktober vor Gericht eine Vollstreckung. Für jede nicht geleistete Übung sollte das Heim mindestens 5000 Euro Ordnungsgeld zahlen. „Ich wollte, dass es wehtut“, sagt er. Eine Entscheidung des Kammergerichts Berlin steht noch aus.

Heim soll Gehhilfe abgelehnt haben

In dem Streit geht es auch um einen Combo-Walker, eine Gehhilfe, mit der die Patienten angegurtet und ohne Kippgefahr laufen können. Das Pflegepersonal im Haus Christo habe sich geweigert, diesen einzusetzen, sagt Möller. Nun übt er regelmäßig mit seiner Mutter das Gehen. „Den Combo-Walker kann fast jeder ohne besondere Ausbildung bedienen“, sagt er. Möller vermutet, dass die Personaldecke im Haus Christo zu dünn ist, vor allem am Wochenende. „Die Heimleitung nimmt die Unterversorgung bewusst in Kauf“, sagt er.

Nun hat das Heim den Vertrag für Möllers Mutter gekündigt. Die Pfleger fühlten sich beobachtet und hätten Angst, etwas falsch zu machen. „Dies stellt eine Störung unseres Betriebsfriedens dar“, heißt es im Kündigungsschreiben der Firma Michael Bethke Seniorenwohnen, die das Haus Christo betreibt. In einem weiteren Schreiben heißt es: „Wir halten an der Kündigung fest. Gern können Sie ihrem bekannten Hobby der gerichtlichen Auseinandersetzung frönen.“

Anwalt hält Vorwürfe für haltlos und verweist auf Bestnoten

Friedhelm Köster, der Anwalt des Betreibers, hält die von Möller erhobenen Vorwürfe für haltlos. Der medizinische Dienst der Krankenkassen habe das Haus Christo stets mit der Bestnote 1,0 bewertet. Um Ärger zu vermeiden, habe man 2017 Hilfe beim Umzug in ein anderes Heim angeboten. Das lehnte Möller ab: „Ich möchte meine demenzkranke Mutter nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen.“ Sie solle nur die Pflege bekommen, die ihr zusteht.

Köster hält dagegen: „Die Gerichte haben bisher zu unseren Gunsten entschieden.“ Da man keine Einigungsmöglichkeit sah, habe man sich zur Kündigung entschieden. Neuer Streit droht, Möller hat über seine Anwältin Widerspruch eingelegt. Die drohende Räumungsklage sieht er gelassen: „Ich bin gespannt, ob man eine 88-Jährige mit Pflegegrad vier vor die Tür setzt.“

Von Christian Zielke

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