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Streit ums Recht aufs Gratulieren

Ortsvorsteher kritisieren Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow Streit ums Recht aufs Gratulieren

Ein Blumenstrauß, ein paar nette Worte – viele Ortsvorsteher in Blankenfelde-Mahlow haben gern im Namen der Gemeinde den älteren Menschen im Ort gratuliert. Sie sind verärgert, dass Bürgermeister Ortwin Baier dies künftig wieder selbst machen möchte. Der Streit zeigt auch, dass das Verhältnis zwischen Ortsvorstehern und Bürgermeister offenbar alles andere als gut ist.

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In der Kritik: Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos).

Quelle: Jutta Abromeit

Blankenfelde-Mahlow. Mit einem Blumenstrauß in der Hand trifft man Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) häufig in Blankenfelde-Mahlow an. Oft mehrmals täglich gratuliert der Verwaltungschef den älteren Menschen im Ort – zum 80, zum 85. und ab dem 90. Geburtstag jedes Jahr.

In der Vergangenheit haben dies oft die Ortsvorsteher gemacht – vor allem, wenn der Bürgermeister krankgeschrieben war oder Urlaub hatte. Umso größer war die Verwunderung, als auf dem jüngsten Treffen von Ortsvorstehern und Verwaltung informiert wurde, dass der Bürgermeister künftig sämtliche Glückwünsche selbst überbringen will. Sollte er verhindert sein, gibt es für die Jubilare eine Karte mit einem Blumengutschein. Viele der Ortsvorsteher fühlen sich nun vor den Kopf gestoßen.

Regina Bomke (CDU), Ortsvorsteherin von Mahlow

Regina Bomke (CDU), Ortsvorsteherin von Mahlow.

Quelle: Privat

„Dass man nicht mal mit uns geredet hat, zeigt, wie der Umgang miteinander ist.“, sagt Regina Bomke (CDU), die Ortsvorsteherin von Mahlow. Sie habe im vorigen Jahr 243 Besuche in Mahlow absolviert und sich oft viel Zeit genommen. „Viele Leute haben Fragen oder sprechen Probleme an. Ein Besuch ist wichtig, um Stimmungen der Leute mitzubekommen“, sagt sie. Ehrenamtliche Ortsvorsteher hätten dafür mehr Zeit als ein hoch bezahlter Hauptverwaltungsbeamter. Es sei nicht zu verstehen, dass der Bürgermeister persönlich Geburtstagsgrüße überbringt, aber bei Treffen mit Ortsvorstehern regelmäßig seine Stellvertreterin schickt, sagt Regina Bomke.

Unverständnis äußerte auch Robert Trebus (CDU), der Ortsvorsteher von Groß Kienitz. „Wir haben eher zufällig von der neuen Anweisung erfahren“, sagt er. Ein gemeinsames Gespräch gab es vorher nicht. Das bisherige Verfahren, bei dem oft die Ortsvorsteher die Glückwünsche im Namen der Gemeinde überbrachten, habe sich bewährt. „Wir haben eine engere Bindung zu den Leuten“, sagt Robert Trebus.“

Hannelore Pappschik (Bürgerbündnis), die Ortsvorsteherin von Blankenfelde, ist schon seit längerer Zeit unzufrieden mit dem Verhältnis zwischen Ortsteilen und Gemeinde. Sie vermutet, dass das gute Verhältnis der Ortsvorsteher untereinander dem Bürgermeister ein Dorn im Auge ist. „Haben wir überhaupt noch etwas zu melden“, fragt sich Hannelore Pappschik. Ähnlich sieht es auch ihr Dahlewitzer Amtskollege Claus Treffkorn (Linke). Ihn stört weniger die Regelung zu den Geburtstagen als der Umgang der Verwaltung mit Anfragen aus dem Ortsbeirat. „Ich habe das Gefühl, dass wir kurzgehalten werden“, sagt Treffkorn.

Ortwin Baier rechtfertigt die Gratulationspraxis. „Die Ortsvorsteher haben nur übernommen, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen nicht konnte. So soll es auch künftig sein.“ Für ihn gehören die Geburtstagsgrüße zu den ureigenen Repräsentationsaufgaben eines Bürgermeisters. „Das lasse ich mir nicht nehmen.“ Pro Monat absolviert er bis zu 50 solcher Termine.

Von Christian Zielke

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