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Streit zwischen Gemeinde und Landkreis

Denkmalbehörde gibt Niederem Fläming einen Korb Streit zwischen Gemeinde und Landkreis

Das Feuerwehrdepot und das Gutshaus in Hohenahlsdorf sind marode. Beide gehören der Gemeinde Niederer Fläming. Die möchte nun das denkmalgeschützte Gutshaus sanieren und das Feuerwehrhaus abreißen. Das alte Fachwerkhaus soll bald Mittelpunkt des Ortes werden – als Dorfgemeinschaftshaus für Jung und Alt. Doch der Kreis spielt da nicht mit.

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Das Gutshaus in Hohenahlsdorf soll erhalten werden.

Quelle: Fotos: Gertraud Behrendt (3)

Hohenahlsdorf. Ein Denkmal in Hohenahlsdorf ist bereits eine Ruine: das Gutsarbeiterhaus. Das andere Denkmal, das Gutshaus, nähert sich diesem Zustand in großen Schritten. Bis 1994 wurde es als Schule genutzt. Ein Verein hatte Pläne, aus denen nichts wurde. Seither steht das Gebäude leer und verfällt. Eigentümer ist die Gemeinde Niederer Fläming. Die hat das Fachwerk ein wenig geflickt und will das Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus mit Jugendraum und Feuerwehrdepot nutzen. Damit wäre der Erhalt gesichert.

Doch die Bauaufsichts- und Denkmalschutzbehörde des Landkreises ist dagegen. Auf eine Bauvoranfrage der Gemeinde vom Dezember 2014 kam ein sogenannter Vorbescheid. Demnach ist die Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus „unter Wahrung denkmalpflegerischer Grundsätze“ möglich, die als Fahrzeughalle nicht.

Das alte Feuerwehrhaus stört, hat aber Bestandschutz

Das alte Feuerwehrhaus stört, hat aber Bestandschutz.

Quelle: Behrendt

Bürgermeister David Kaluza (parteilos) ist enttäuscht. „Wir haben den Vorbescheid erst nach einem halben Jahr auf Nachfrage erhalten, als wir wissen wollten, was mit dem Objekt passieren soll“, sagt er. Widerspruch sei eingelegt worden. „Wir bestehen nicht auf ein rotes Tor für die Feuerwehr“, sagt Kaluza und fügt hinzu: „Wir wollen mit den Behördenvertretern vor Ort reden.“

Ob und wann es ein Treffen gibt, ist ungewiss. Norbert Jurtzik, Amtsleiter beim Kreis, stellt lediglich fest, dass die Gemeinde „diverse Fragen zur Zulässigkeit einer geplanten Nutzungsänderung des Gutshauses gestellt hat, die in verschiedener Weise beantwortet worden sind.“ Die Beantwortung sei offenkundig nicht in Gänze zufriedenstellend für die Gemeinde, weshalb sie der Entscheidung des Kreises widersprochen habe. „Zu Einzelheiten des noch nicht abgeschlossenen Verfahrens werde ich mich hier nicht äußern“, so der Amtsleiter der Unteren Bauaufsichts- und Denkmalschutzbehörde. Immerhin teilte er der MAZ mit: „Im Rahmen der Widerspruchsbearbeitung wird es vermutlich einen Erörterungstermin geben, ein solcher steht aber noch nicht fest.“

Keine Einigung in Sicht

Auf Einigung stehen die Zeichen indes nicht. Denn im Vorbescheid hat der Kreis dargelegt, dass der Einbau des Feuerwehrdepots ein irreversibler Eingriff in die Substanz des Fachwerkgebäudes wäre. So müssten Decken und Wände entsprechend verändert werden. „Das denkmalrechtliche Erscheinungsbild ist der von außen sichtbare Teil des Denkmals, an dem der sachkundige Betrachter den dem Denkmal innewohnenden Wert abzulesen vermag“, argumentieren die Denkmalschützer. Und zwar unabhängig davon, ob sich ein „sachkundiger Betrachter“ nach Hohenahlsdorf verirrt.

Es helfe nicht, ein historisierendes Holztor einzubauen, sagen die Denkmalexperten. Durch das „Einbrechen einer Toreinfahrt“ verlöre der Bau einen wichtigen Teil seiner Aussagekraft. „Dem Besucher erschließt sich seine ursprüngliche Nutzung als repräsentativer Wohnsitz des ländlichen Gutsherrn nicht mehr. Vielmehr wird der Eindruck vermittelt, es handele sich hier um einen Zweck- beziehungsweise Wirtschaftsbau.“ Besonders kritikwürdig sei laut Denkmalschützern, dass die Einfahrt auf der Dorfkirche zugewandten Seite entstehen soll.

Unzufriedenheit wächst

Dort steht zwar das alte Feuerwehrhaus, aber das wird sowieso als Mangel angesehen. Das darf nur stehenbleiben, weil es Bestandsschutz hat. Auch die Baracken, die zu DDR-Zeiten vor dem Gutshaus erbaut worden sind, stören das denkmalgerechte Bild des Ortskerns bereits empfindlich.

Ob es einen Kompromiss geben könnte, wenn Feuerwehrhaus und Baracken abgerissen und die Zufahrt an das andere Ende des Gutshauses verlegt werden würde, bleibt abzuwarten. Wenn es keine Einigung gibt, wächst die Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Kreis und Gemeinde „beharken“ sich schon wegen der Ruine des Gutsarbeiterhauses seit Jahren.

Von Gertraud Behrendt

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