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Stricken wie die Weltmeister

Luckenwalder Frauen fertigen Kleidung für Bedürftige Stricken wie die Weltmeister

Karierte Pullover, gestreifte Kleidchen, bunt-geringelte Socken, Schals, Handschuhe und Mützen liegen schon parat. Monatelang haben die Stricknadeln geklappert und ein Ende ist nicht in Sicht. Jeden Dienstag treffen sich zehn bis zwölf Frauen in den Räumen der Luckenwalder Arbeiterwohlfahrt in der Bahnhofstraße, um gemeinsam für Bedürftige zu stricken.

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Die Frauen treffen sich einmal in der Woche zum Stricken.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Mehr als 50 Kleidungsstücke sind bereits fertig. „Bis zum Jahresende kommt noch einiges zusammen“, sagt Ingrid Herold. All die bunten Stricksachen werden zu Weihnachten an bedürftige Kinder und an Kinderheime in anderen Ländern verschickt.
„Als uns Evelyn Förster von der Adventgemeinde vor einigen Jahren fragte, ob wir uns an der Weihnachtsaktion beteiligen, haben wir prompt zugesagt“, sagt Ingrid Herold. Und seitdem stricken sie wie die Weltmeister. Kaum sind die Päckchen gepackt, legen die Strickliesel wieder los. Manchmal bekommen sie Wolle geschenkt aber meist kaufen sie das Material selbst.

Ursprünglich wollten die Strickerinnen die wöchentlichen Treffen dazu nutzen, um Kindern und Jugendlichen die Handarbeit näher zu bringen. Sogar in der Schule wurden Flyer angebracht. Auch im Mehrgenerationenhaus wurde ein Kurs angeboten. Aber es scheint kein Interesse zu bestehen und so sind die Frauen nach wie vor unter sich. Hin und wieder trinken sie zwischendurch eine Tasse Tee oder Kaffee. „Ich lernte das Stricken erst, als ich schon verheiratet war“, erzählt Heide Schulz. Die 69-Jährige bedauert noch heute, dass sie es nicht schon im Handarbeitsunterricht gelernt hat. Eine Arbeitskollegin hat es ihr später gezeigt.

Ingrid Herold erinnert sich noch genau an Vera Beutler: „Bei ihr hatten wir in der Schule Handarbeitsunterricht. Sie war eine Institution und sehr lieb“. Christel Stock strickt schon seit ihrem fünften Lebensjahr. „Es heißt ja immer, wer strickt, der nascht nicht, aber das kann ich nicht bestätigen“, sagt die Luckenwalderin. Dafür beruhigt es nach ihren Erfahrungen die Nerven. Christel Stock braucht längst keine Strickanleitung mehr und hat einen Pullover innerhalb von drei Tagen fertig.

Wenn mal jemand eine Masche fallen lässt oder sich verstrickt hat, wird der Fehler gleich behoben. Und die Frauen helfen sich gegenseitig. „Man ist nie zu alt, um etwas zu lernen“, stellt Monika Richter fest. Sie strickt einen Pullover rund – mit mehreren Nadeln, um die Nähte zu vermeiden. „Man soll ja auch nur das verschenken, was einem selber gefällt“ , fügt sie hinzu.

Von Margrit Hahn

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