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Teltow-Fläming Sturm Xavier hinterlässt Chaos
Lokales Teltow-Fläming Sturm Xavier hinterlässt Chaos
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19:48 06.10.2017
Im Garten von Elisabeth Zander in Mahlow stürzten zwei große Nadelbäume um. Quelle: Christian Zielke
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Dahmeland-Fläming

Es ist ein Anblick, an den sich Elisabeth Zander noch lange erinnern wird. Als Sturm Xavier zur Hochform auflief, blickte sie ängstlich aus dem Fenster ihres Hauses in Mahlow. „Erst sah ich, wie der erste Baum kippte, dann riss er den zweiten mit sich“, sagt sie. Mit samt dem Wurzelballen kippten die mehr als 20 Meter hohen Douglasien in Richtung Straße. „Ich hatte furchtbare Angst“, erinnert sich Elisabeth Zander an diesen Moment. Glück im Unglück: niemand kam zu Schaden. Das Haus blieb verschont, auch kein parkendendes Auto wurde von den Stämmen zerquetscht „Ich hatte so eine Ahnung“, erinnert sich die Rentnerin, als der Wind immer heftiger brauste. Dass die beiden 60 Jahre alten Bäume nur noch Brennholz sind, macht sie traurig. Sie waren ein Hingucker auf dem parkähnlichen Grundstück. Im Sommer hat sie gern auf der Hängematte zwischen ihnen gelegen.

Ein ähnliches Bild der Verwüstung bot die Maxim-Gorki-Straße in Mahlow. Dort brachte Sturm Xavier allein sechs Bäume zu Fall. Die Feuerwehren in Blankenfelde-Mahlow riefen noch am Donnerstagabend den Ausnahmezustand aus. Im Blankenfelder Feuerwehrhaus wurde ein Stab gebildet, der die Einsätze nach Priorität koordinierte. „Menschenleben gehen vor“, sagt Mirko Höötmann, der Ortswehrführer von Blankenfelde. Zuerst müssten die Hauptstraßen frei sein, damit die Rettungskräfte passieren können. Bis Freitagnachmittag rückten die Wehren in Blankenfelde-Mahlow zu mehr als 100 Einsätzen aus.

Umgestürzte Bäume, Feuerwehren im Dauereinsatz – Sturm Xavier hat in der Region Dahmeland-Fläming eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Vor allem Bahnfahrer mussten sich gedulden. Auf den Schienen ging auch einen Tag nach dem Sturm nicht viel.

Vergleichsweise glimpflich war Rangsdorf davon gekommen. Dort zählte die Feuerwehr am Donnerstagabend 25 Einsätze, fast alles Sturmschäden. „Wir haben zum Glück keine Personenschäden“, sagt Einsatzleiter Falk Ehrlich.

717 Einsätze in Teltow-Fläming

Allein im Landkreis Teltow-Fläming hatte es seit Donnerstag bis zum frühen Freitagmorgen 717 Feuerwehreinsätze gegeben. „Einen Sturm in diesem Ausmaß und eine derart hohe Anzahl an Einsätzen habe ich noch nie erlebt“, sagte Hauptbrandmeister Rolf Mendel. Dort wurden im gleichen Zeitraum insgesamt 1500 Einsätze verzeichnet. Am frühen Abend wurde nahe Welsickendorf ein 42-jähriger Mann schwer verletzt, der im Führerhaus seines Kleintransporters offenbar von einer umstürzenden Pappel getroffen wurde. Auch im Landkreis Dahme-Spreewald gab es einen Unfall mit Personenschaden. Dort wurde ein Feuerwehrmann beim Zerschneiden eines Baumes von herabfallenden Ästen verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert.

Eine erste Bilanz für den Landkreis Dahme-Spreewald zog am Freitag Mittag Ordnungsamtsleiterin Silvia Enders. Aufgrund des Unwetters wurden in der Regionalleitstelle Lausitz für den Landkreis 500 Ereignisse gemeldet. Insgesamt waren 530 Einsatzkräfte der Feuerwehren mit 356 Fahrzeugen im Einsatz. Besonders war der Norden des Landkreises betroffen, die Stadt Königs Wusterhausen registrierte 122 gemeldete Ereignisse. Für die Gemeinden Zeuthen und Schulzendorf gingen je 43 und für die Gemeinde Eichwalde 35 Meldungen ein. Der Orkan hatte im Landkreis hauptsächlich Bäume entwurzelt und umgestürzt, Straßen blockiert und Gebäude beschädigt. Die Einsätze dauern an, ein Ende ist bisher nicht in Sicht: „Es gibt sehr, sehr viel zu tun“, sagte Hauptbrandmeister Lutz Freudenberg von der Leiststelle in Cottbus. „Die Kameraden sind nach der langen Nacht noch immer im Einsatz, und es kommen konstant neue Einsätze hinzu.“

Erhöhte Vorsicht auch auf Autobahnen geboten

Zu starken Verkehrsbehinderungen kam es auf der A13. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider wies darauf hin, dass am Wochenende weiterhin mit der Gefahr herabstürzender Äste und erhöhtem Wildwechsel auf Autobahnen gerechnet werden müsse. Viele Wildzäune seien vom Sturm beschädigt worden, weshalb die Tiere ungehindert auf die Autobahn gelangen könnten. „Die Straßenwärter tun alles, um entsprechende Warnschilder aufzustellen und die Zäune wieder aufzubauen“, sagte Schneider am Freitag. „Das wird angesichts der erheblichen Schäden auch an vielen Bäumen entlang unserer Straßen mehrere Tage in Anspruch nehmen.“ Aus Verkehrssicherheitsgründen sei in den kommenden Tagen mit Straßensperrungen zu rechnen. Bei den Aufräumarbeiten werden die Straßenmeistereien durch Vertragsfirmen unterstützt, die im Auftrag des Landesbetriebs Baumarbeiten erledigen.

Verzögerungen und Ausfälle bei der Bahn

Auch bei der Bahn sind nach einer langen Nacht mit Zugausfällen und hunderten gestrandeten Passagieren noch nicht alle Mängel behoben. „Die Lage ist weiterhin angespannt, es gibt noch immer viele Ausfälle im Nah- und Fernverkehr“, vermeldete Burkhard Ahlert von der Deutschen Bahn. Positiv sei, dass der S-Bahn-Verkehr sich langsam wieder normalisiere, seit 15 Uhr am Freitag auch die Berliner Ringbahn wieder in Betrieb sei. „Bei der S-Bahn sind wir mittlerweile wieder bei 70 Prozent der Verkehrsleistung angekommen“, sagte Ahlert. „Unser Ziel ist es, am Montag mit dem volle Betriebsprogramm einsatzfähig zu sein.“

Bei den Regionalverbindungen hat es viele Schäden gegeben. Die Verbindungen RE1, RE3, RE6 und RE18 sind jedoch wieder in Betrieb. Auch der Fernverkehr läuft seit dem späten Vormittag mit Einschränkungen – die Verbindung zwischen Berlin und Leipzig ist wieder befahrbar. Reisende von Berlin nach Hamburg und Hannover können bisher noch nicht weiterfahren, da noch Streckenabschnitte repariert werden. Auf der Homepage der Deutschen Bahn sowie der S-Bahn werden Ausfälle und Fahrplanänderungen ständig aktualisiert.

Ortsweise Stromausfall erschwerte Aufräum-und Sicherungsarbeiten

Im Wildpark Johannismühle kam es zu erheblichen Schäden. Der Sturm entwurzelte auf dem 135 Hektar großen Gelände rund 40 Bäume. Besondere Probleme bereitete ein Baum, der das Gehege der Polarwölfe getroffen hatte, sowie ein weiterer, der in die Anlage der Grauwölfe zu stürzen drohte. Mithilfe einer Drehleiter fällte die Feuerwehr den Baum nach einer mehrstündigen Aktion. Wie vielerorts fiel in der Nacht auch im Wildpark der Strom aus, was die Arbeiten zusätzlich erschwerte. Über eine eigene Trafostation versorgt sich der Park seit Freitag Mittag selbst. Am Sonntag soll der Park wieder geöffnet werden.

Der Tier-Erlebnispark in Waltersdorf wird aufgrund der schweren Orkanschäden erst am kommenden Mittwoch wieder öffnen: Hier wurden das Zelt des Puppentheaters, der Kassen- und Eingangsbereich völlig zerstört. In Lübben wurden in der Nacht zum Freitag der Lübbener Hain und das Naturschutzgebiet „Vogelschutz“ abgesperrt; die Sperrung wird über das Wochenende erhalten bleiben, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind. Auch die Schlossinsel blieb am Freitag geschlossen.

Umgekippte Bäume versperren Zufahrtswege

Wegen der orkanartigen Sturmböen kam es im Netzgebiet der Edis in ganz Brandenburg zu zahlreichen Stromausfällen, die teilweise noch andauern. Zeitweise waren mehrere zehntausend Kunden betroffen, der Schwerpunkt lag in Westbrandenburg und in der Netzregion Müritz-Oderhaff.Wegen umgestürzter Bäume, die weiter einzelne abgelegene Straßen und Wege blockieren,können die Reparaturtrupps die betroffenen Netzabschnitte teilweise nicht erreichen. Insbesondere in sehr dünn besiedelten Gebieten wird die Behebung noch einige Zeit andauern.

In der Kita Blankensee wurden die Kinder wegen des Stromausfalls am Freitagmorgen nicht angenommen. Auch die Schule in Blankensee blieb aus diesem Grund geschlossen, ebenso wie die Schule in Stülpe (Gemeinde Nuthe-Urstromtal). In der Kita in Löwendorf lief der Betrieb Dank eines Notstromaggregates.

In Schönefeld hat der Deutsche Wetterdienst gestern Nachmittag Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 32,7 Metern pro Sekunde gemessen – das sind 118 Stundenkilometer, was Orkanböen der Windstärke 12 entspricht. Die Messstelle in Baruth registrierte eine maximale Windgeschwindigkeit von 31, 9 Metern pro Sekunde, was 115 Stundenkilometern und Orkanböen der Windstärke 11 entspricht.

Ein möglicher Grund für die hohen Schäden sei der relativ frühe Zeitpunkt des Sturmes, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes. Die Bäume standen noch voll im Laub und boten dem Wind daher eine große Angriffsfläche. Zudem waren sie schwer, weil es zuvor geregnet hatte.

Von Christian Zielke und Christina Koormann

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