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Sturm erschwert Teilemarkt

Wünsdorf-Waldstadt Sturm erschwert Teilemarkt

Beim ersten Teilemarkt in Wünsdorf-Waldstadt in diesem Jahr hatten es die Händler schwer: Der Sturm und der Regen machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nur 50 Händler kamen, viele packten nach kurzer Zeit wieder zusammen.

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Rainer Jordan aus Dabendorf kaufte sich auf dem Markt ein Opel-Fahrrad aus den 1930er Jahren.

Quelle: foto: Gudrun Ott

Wünsdorf. Der Wettergott meine es nicht so gut mit diesem ersten Teilemarkt im neuen Jahr, bemerkte Marktbetreiber Marc Norgall mit Blick auf die vielen Regenwolken am Sonnabendvormittag. Wegen des nassen Wetters waren Händler und Besucher nicht so zahlreich erschienen, wie man es hier gewöhnt ist. Lediglich an die 50 Händler hatten ihre Stände aufgebaut. Empfindliches blieb unter Folien verpackt.

Händler packte nach zwei Stunden wieder ein

Jens Schwab aus Theisa (Elbe-Elster) verstaute bereits nach zwei Stunden wieder, was er an Simson- und MZ-Teilen dabei hatte. „Der Mark hier ist zwar gut gelegen, aber wenn es regnet, macht man keine guten Geschäfte“, sagte der 48-Jährige, der im Alter von 14 Jahren seine erste Simson bekam. Heute nennt er eine kleine Sammlung dieser Traditionsmarke sein Eigen. „Diese Ost-Mopeds sind besser als die aus westdeutscher Produktion, denn man kann sie selber reparieren“, sagte er. Die Moped-Produktion begann 1955 mit dem SR 1. Verkauft wurden die Zweiräder, außer in der DDR, vorrangig in Polen, Ungarn, der Sowjetunion, im Vorderen Orient und in Afrika. Der Wünsdorfer Falco Schmidt kam mit einer SR 2, Baujahr 1958, zum Teilemarkt. „Natürlich alleine aufgebaut“, erklärte der junge Mann stolz.

Oldtimer sind begehrt

Ersatzteile für alle Typen der DDR-Zweiräder hatte nebenan Peter Klinger ausgebreitet. Und für sämtliche Zündanlagen bot der Berliner einen zehnprozentigen Messerabatt. Er sei bekennender Oldtimerfan, verriet er und schwärmte von seinen fünf japanischen Motorrädern aus den 50er Jahren. „Ich komme seit Jahren hierher nach Wünsdorf-Waldstadt. Es ist ein idealer Platz“, so der Chef der Oldtimer-Garage aus der Langhansstraße. Oldtimer würden mehr und mehr als Geldanlage angeschafft, denn das Geld sei ja nichts mehr wert, sagte er. Zustimmung gab’s von umstehenden Männern, die ein Schild beäugten, auf dem neben anderem zu lesen war: „Kaufe AWO, NSU, DKW, MZ, Wanderer, Zündapp, Triumph-Adler, Schwalbe, auch Autoteile“. Axel Hosse von einer Zylinderschleiferei vertreibt hauptsächlich Oldtimer-Bedarf. „Von A bis Z, von AWO bis Zündapp“, erläuterte der Mann mit freundlichem Lächeln. Aber das Geschäft lohne nicht wirklich. Es werde alles teurer und die Leute müssten aufs Geld aufpassen.

Ein Fahrrad von Opel

„Was suchst du? Ein komplettes Rad? Frag doch mal da drüben“, hieß es. Mit diesem Tipp versehen landete ein bekennender Fahrradfan bei dem 72-jährigen gelernten Heizungsbauer aus Forst. Der hatte diverse Fahrradmodelle, darunter auch eines aus den 30er Jahren, Opel-Produktion. Es wurde gefachsimpelt. Wer weiß schon noch, dass Opel in den 1920er Jahren mal weltgrößter Fahrradhersteller war. Von 1886 bis 1940 baute das Unternehmen Fahrräder. Rainer Jordan, Bastler und Sammler aus Dabendorf, überlegte nicht lange. Er kaufte das Oldi-Opel-Fahrrad „weil’s schick ist.“ „Pass auf die Klingel auf“, gab ihm der Händler mit auf den Weg, „das ist ein ganz besonderes Liebhaberstück.“

Von Gudrun Ott

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