Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Sündenfresser nimmt öffentlich Beichten ab
Lokales Teltow-Fläming Sündenfresser nimmt öffentlich Beichten ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 17.07.2017
Ab in den Sündenfresser: Den meisten Jüterbogern, die vorbeikamen, war gestern allerdings nicht nach beichten zumute. Sie hatten offenbar ein reines Gewissen. Quelle: Isabelle Richter
Anzeige
Jüterbog

Claudia Hofrichter schaudert es vor dem Beichtstuhl. „Dort ist es ja schon ein bisschen gruselig“, findet die Passantin, die über den Jüterboger Markt schlendert. Zu beichten hat sie nichts. Trotzdem findet sie es gut, „dass die Jugendlichen sich damit beschäftigen“.

Der Sündenfresser entstand im Kunstunterricht

Es ist die Sünde, mit der sich die Wiesenschülerinnen des Kunstkurses von Kunstlehrerin Sarah Schulz beschäftigen. Neugierige Blicke aus der Ferne ernteten sie gestern Vormittag für ein ganz besonderes Stück, das sie vor dem Rathaus ausgestellt hatten: einen selbstgebastelten Beichtstuhl.

Der „Sündenfresser“, wie sie ihn selbst nennen, entstand im Rahmen ihres Kunstkurses und ist ein Beitrag zum Projekt „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Kooperation mit der Evangelischen Grundschule Jüterbog und der Medienschule Babelsberg soll den Schülern die Themen Reformation, Religion und Denkmalschutz näher bringen. Darüber hinaus soll das Interesse für künstlerische Arbeit gefördert werden.

Über Himmel, Hölle und die sieben Todsünden

In diesem Schuljahr widmeten sich die Wiesenschüler deshalb denkmalgeschützten Sakralbauten im Land Brandenburg und setzten ihre Ideen um. Dazu beschäftigten sie sich nicht nur mit der Geschichte und Architektur, sondern auch mit Begriffen wie Himmel und Hölle sowie Sünde und Beichte.

„Früher hatten die Menschen ganz große Angst davor, was nach dem Tod passiert“, sagt Sarah Schultz. Ihnen war klar: Wer zu Lebzeiten eine der sieben Todsünden begangen hatte, muss zur Strafe für lange Zeit in der Hölle schmoren. Um das Schlimmste zu vermeiden, half damals nur der Gang zum Beichtstuhl.

An die letzte Sünde kann oder will sich kaum jemand erinnern

Obwohl die Oberschülerinnen sich einig sind, dass die Angst vor dem Tod und dem Danach heutzutage nicht mehr so präsent ist wie früher, finden sie doch, dass es der Seele guttue, sich durch eine Beichte von seinen Lasten zu befreien.

Doch die meisten Marktbesucher an diesem Tag haben offenbar ein reines Gewissen. An ihre letzte Sünde können sich die wenigsten erinnern. Vielleicht ist es der immer noch anhaltende Respekt vor diesem Thema, vielleicht auch die Frage: Wo fängt Sünde eigentlich an?

Die Definition einer Sünde fällt unterschiedlich aus

Kunstlehrerin Sarah Schultz sieht das eher pragmatisch: „Es ist doch wirklich schwer, nicht zu sündigen. Man isst ja öfter mal mehr als man muss.“ Joanna Antelmann dagegen glaubt, hinter einer Sünde stecke mehr als ein wenig Neid oder ein dicker Bauch.

„Für mich ist es eine Sünde, wenn man seine Freunde oder Familie betrogen hat“, sagt die Schülerin. Sie glaubt übrigens auch nicht an den Mythos, dass es für einen Teil der Menschheit nach dem Tod in die Hölle geht.

Demnächst auch in einer Sonderausstellung zu sehen

Wer den Beichtstuhl verpasst hat, muss sich nicht ärgern. Die nächste Möglichkeit, ihn zu nutzen, gibt es während der Sonderausstellung im September im Kulturquartier.

Von Isabelle Richter

Eine unerwartete Wendung nahm die Zossener Stadtverordnetenversammlung Mittwochabend im Wünsdorfer Bürgerhaus. Hier zog Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) die Beschlussvorlage zum Wohnprojekt „Schillstraße“ nicht sofort zurück. Weiter wehrten sich zwei Vertreter der Firma Focus Projektentwicklung gegen von der Verwaltung erhobene Vorwürfe.

17.07.2017

Der Wünsdorfer Ortsbeirat hat sich wegen einer beauflagten Lärmschutzwand gegen den Bau eines Caravan-Stellplatzes im Strandbad ausgesprochen. Dieses Votum fiel mit 4:1-Stimmen deutlich aus. Ort der Stimmabgabe war eine erweiterte Sitzung des Zossener Tourismus-Ausschusses, der das Projekt denkbar knapp befürwortet.

26.03.2018

Die zwei Stunden fürs erste MAZ-Leserfrühstück in der Autowerkerstadt Ludwigsfelde waren viel zu kurz – mehr als ein Dutzend interessierte Gäste fragten Regionalverlagsleiter und Geschäftsführer Lothar Mahrla und Ludwigsfelde-Redakteurin Jutta Abromeit. Es ging um Parkplatznot, Radfahrer-Probleme und Ängste vor immer mehr Einwohnern.

17.07.2017
Anzeige