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Teltow-Fläming Supermärkte solidarisch mit Ei-Erzeugern
Lokales Teltow-Fläming Supermärkte solidarisch mit Ei-Erzeugern
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02:15 09.03.2017
Seit November herrscht landesweit Stallpflicht für Geflügel. Eier aus heimischer Freilandhaltung gibt es daher seit Wochen nicht mehr zu kaufen. Quelle: Peter Geisler
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Dahmeland-Fläming

Seit Monaten wütet die Geflügelpest im Land. Nun wirkt sich die Tierseuche auch auf die Verbraucher aus: Es gibt keine Freilandeier mehr zu kaufen. Die seit November geltende Stallpflicht zwingt Erzeuger dazu, ihren Hühnern den Auslauf zu verwehren. Wenn aber Geflügel zwölf Wochen am Stück im Stall gehalten wird, gelten dessen Eier nicht mehr als Freilanderzeugnis.

Keine Freilandeier mehr

So gibt es in der Rewe-Filiale Am Nuthefließ in Luckenwalde schon seit Wochen keine Hühnereier mit der Kennzeichnungsziffer 1 mehr zu kaufen, welche für die Freilanderzeugung steht. „Die sind gerade nicht im Sortiment“, sagt eine Mitarbeiterin. In einem Zeuthener Supermarkt sieht es genauso aus: „Wir haben schon lange keine Freilandeier mehr, das betrifft alle Filialen“, sagt der Inhaber, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Bis jetzt gibt es aber auch keine negativen Reaktionen der Kunden“, sagt er. Der Supermarkt-Chef vermutet, dass die Kundschaft gut Bescheid weiß über den Grund des Freilandeiermangels. „Die Schilder stehen ja überall“, sagt er. „Die Schilder“ sind die Informationstafeln über die schon seit dem Herbst vergangenen Jahres grassierende Vogelgrippe. Gerade im ländlichen Raum, vermutet der Händler, hielten viele Supermarktkunden noch selbst Vieh und hätten daher Verständnis für Engpässe. „Die wissen einfach selbst gut, dass nicht immer alles da ist.“

Lage für Erzeuger angespannt

Dabei ist die Lage für die Erzeuger angespannt. „In den direkt betroffenen Sperrkreisen dürfen keinerlei Erzeugnisse ausgeführt werden“, sagt Uwe Krink, der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums des Landes Brandenburg. Auch wenn die Betriebe also nicht selbst betroffen sind, leiden sie mit, wenn in einem gewissen Umkreis ein Vogelgrippefall vorliegt. Eier und Fleisch sind dann wertlos. Die Größe der Sperrkreise ist vom jeweiligen Erreger abhängig.

Doch selbst wenn die Hühnereier noch in den Handel gelangen dürfen, erleiden die Geflügelhalter Einbußen. Sie müssen die Eier nun anders kennzeichnen, sie als „aus Bodenhaltung“ verkaufen. Das kostet sie bares Geld, Eier aus Bodenhaltung sind um rund ein Drittel günstiger als solche aus Freilandhaltung, schließlich werden sie auch günstiger produziert. Pro Huhn summiert sich der Verlust auf rund einen Euro pro Monat, für manche Betriebe ist das ein existenzbedrohender Verlust. Dazu kommt, dass der Markt für Eier aus Bodenhaltung gesättigt ist, es droht ein Preisrutsch durch die zusätzlichen Eier.

„Das ist eine wahnsinnig belastende Zeit für uns“, sagt Richard Geiselhart, der Geschäftsführer von Landkost-Ei in Bestensee. Mehr als zwei Millionen Hühner hält die Firma im Land Brandenburg, ein großer Teil der Produktion findet in Dahme-Spreewald statt. Doch trotz der Belastungen ist Geiselhart ein Verfechter der Stallpflicht: „Die Aufstallung geschieht zum Schutz der Tiere und ist nicht diskutabel.“

Händler zeigen sich solidarisch

Mehrere Händler zeigen sich indes solidarisch mit den Erzeugern. Die beiden größten deutschen Supermarktketten Edeka und Rewe reagieren auf die anhaltende Geflügelpest. So sind bei Edeka und seiner Discount-Tochter Netto die Eier aus Freilandbetrieben speziell gekennzeichnet, um sie von den Boden-Eiern zu unterscheiden. Edeka betont, dass die Lieferanten keine Preisabschläge befürchten müssten. Auch Rewe und der Discounter Aldi-Nord zahlen den Erzeugern den Freilandpreis. Für Lieferanten wie Landkost-Ei ist das ein gutes Zeichen. „Da haben die Händler wirklich Verantwortung gezeigt“ sagt Geschäftsführer Geiselhart. Allerdings sei abzuwarten, wie die Verbraucher die Aktion annehmen.

Ende November war die Tierseuche erstmals bei verendeten Wildvögeln im Land Brandenburg nachgewiesen worden. Bis heute ist sie nicht eingedämmt, wie eine Karte mit allen nachgewiesenen Infektionen des Friedrich-Löffler-Instituts, der Bundesforschungseinrichtung für Tiergesundheit, anschaulich zeigt. „Neun Fälle im Land traten in Nutzgeflügelbeständen auf, zwei in zoologischen Einrichtungen“, sagt Uwe Krink vom Verbraucherschutzministerium, zudem seien 36 infizierte Wildvögel entdeckt worden. Ein Ende der Stallpflicht ist Krink zufolge nicht in Sicht. Erst im Januar mussten in Dahme-Spreewald 45 000 Puten wegen der Geflügelpest gekeult werden, insgesamt waren es im Land Brandenburg seit Ausbruch der Seuche mehr als 150 000 Tiere.

Von Saskia Kirf

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