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Supermarkt soll Altbauten ersetzen

Diskussion um Rewe Supermarkt soll Altbauten ersetzen

In dieser Frage droht noch Ungemach: Sollen die historischen Altbauten in der Sperenberger Ortsmitte einem modernen Rewe-Supermarkt weichen? Manche Anwohner fürchten, dass ihr Ort dann aussieht wie ein Gewerbegebiet. Einen anderen Standort will Rewe aber nicht akzeptieren und droht, den Ort ganz zu verlassen. Am Sonnabend wurde diskutiert.

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Ein Supermarkt anstatt historischer Häuser? Das wollen nicht alle Sperenberger akzeptieren, doch es geht auch um die Nahversorgung.

Quelle: G. Ott

Sperenberg. Am Sonnabend trafen sich in der Ortsmitte von Sperenberg, da wo sich Trebbiner Straße, Zossener Allee und Klausdorfer Chaussee kreuzen, etwa 20 Anwohner zu einer Diskussionsrunde. Es ging um einen möglichen Rewe-Neubau, dem an dieser prominenten Stelle alte Häuser, gebaut um 1815, weichen müssten. Am kommenden Mittwoch könnten Aufstellung und Auslegung des B-Plans durch die Gemeindevertretung beschlossen werden.

„Noch ist alles offen, aber wir wollen darauf aufmerksam machen, dass hier etwas passieren könnte, was unser Ortsbild nicht zum Besten verändert“, sagt Gemeinderatsmitglied Doreen Schulze. Sie teilt die Befürchtungen der Anwohner. Man sei nicht gegen Rewe, aber man wolle nicht, dass der Ort wie ein Gewerbegebiet aussieht. Auf einer ersten Bürgerversammlung hatte ein Architekt des Supermarktes Pläne vorgestellt, die den Abriss der alten Gebäude vorsehen. Das löste im Ort Proteste und Diskussionen aus.

Anstatt alter Fassaden ein moderner, langgestreckter gläserner Supermarkt, das will sich hier niemand vorstellen. Rewe könne nicht einfach bestimmen, wo der Markt angesiedelt werde, empörten sich Anwohner und schlugen eine Sperenberger Randlage vor. An den Randbereich wolle Rewe aber nicht, sagte Bürgermeister Frank Broshog in der vergangenen Woche zur MAZ und betonte, man wolle auch älteren Bürgern keine langen Einkaufswege zumuten. Seit Jahren ist bekannt, dass Rewe seinen Markt am jetzigen Standort schließen wird. Der Mietvertrag läuft 2017 aus. Der neue Standort sei festgelegt und darüber hinaus der einzige, den Rewe akzeptiere, so der Bürgermeister. Bleiben die Häuser also stehen, wird es keinen Rewe und damit keine Sicherung der Nahversorgung mehr in Sperenberg geben.

Ortsvorsteher Lutz Lehmann machte zudem auf das neue Verkehrskonzept aufmerksam, das mit dem Neubau kommen und den gefährlichen Kreuzungsbereich entschärfen soll. Auf eine Neugestaltung des Ortskerns hofft auch Anwohner Uwe Krain: „Wir stehen bei Starkregen regelmäßig unter Wasser.“ Er verwies auf die abschüssige Straße und schimpfte, es müsse endlich etwas passieren. „Ein Umbau wäre eine große Hilfe.“ Ein anderer Diskussionsteilnehmer gab zu bedenken, dass man auf Rewe auch als Arbeitgeber nicht verzichten könne: „Hier arbeiten Frauen aus der Region.“

Andererseits: Sollten die alten Häuser abgerissen werden, müssten sich fünf Familien eine neue Bleibe suchen. Sabine Klein wohnt seit 1981 hier. Die Seniorin fürchtet, keinen preiswerten Wohnraum in Sperenberg mehr zu finden. Thomas Sander-Massow ist erst vor zwei Jahren aus Wünsdorf hergezogen und hat 12 000 Euro in seine Mietwohnung investiert, weil ihm zugesichert worden war, das alte Haus werde erhalten und instand gesetzt. Jetzt fühlt sich der dreifache Familienvater betrogen. Denn auch wenn sich eine andere Idee, die Erhaltung der alten Fassaden mit einem dahinterliegenden, neu erbauten Rewe-Markt, durchsetzen sollte, würde Thomas Sander-Massow seine Investition wohl verlieren. Auf das Argument des Ortsvorstehers, die alten Fassaden seien alles andere als schön, entgegnete der Familienvater kurz und knapp: „Ich brauche bezahlbaren Wohnraum.“

Sperenberg, das gerne auch touristisch glänzt, werde nie unter die schönsten Dörfer gewählt, wenn in der Ortsmitte ein Glaskasten stehe, hieß es von den Befürwortern des historischen Ortskerns. Und was die Versorgung betrifft, argumentierte Doreen Schulze aus dem Gemeinderat: „Ich könnte mir einen Rewe-Nahkauf am alten Standort vorstellen. In Baruth funktioniert das, warum also nicht auch bei uns?“

Von Gudrun Ott

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