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Teltow-Fläming Syrer lernen beim Autobauer Mercedes
Lokales Teltow-Fläming Syrer lernen beim Autobauer Mercedes
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00:17 25.03.2017
Die angehenden Industriemechaniker Lorenz Heuser und Ammar Altahar (r.) in der Mercedes-Ausbildungswerkstatt an einem Unimog-Modell. Quelle: Foto: Abromeit
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Ludwigsfelde

Den ersten Tag vom dreiwöchigen Kurs „Drehen“ haben die künftigen Mercedes-Industriemechaniker hinter sich. Lorenz Heuser und Ammar Altahan sind Azubis im ersten Lehrjahr und gespannt, wie ihnen ihr Modell vom Stuttgarter Fernsehturm gelingt. Solch ein Lehrstück müssen alle Lehrlinge in diesem Abschnitt der Metall-Grundausbildung fertigen: fünf Stahlteile, jedes mit anderen Durchmessern und Abstufungen, jedes mit anderen Gewinden.

Die beiden jungen Männer lernen in einem Team, sie gehören zur zwölf Azubis starken Klasse Industriemechaniker. Parallel lernen in jedem Jahrgang Kfz-Mechatroniker und Fahrzeuglackierer. In der Ausbildung behandelt das Mercedes-Benz-Werk Ludwigsfelde Flüchtlinge nicht anders als deutsche Lehrlinge. „Es gelten auch dieselben Aufnahmekriterien  – der Unterricht findet in Deutsch statt und jedes Teilgebiet muss bestanden werden“, erklärt Ausbildungsleiter Dirk Höhne. Schon bei der Auswahl der Azubis werde darauf geachtet, ob man zueinander passe, so der Ausbildungschef. Rund 400 Bewerber gebe es jedes Jahr auf die 30 Azubi-Stellen. Zurzeit sind unter den 120 Lehrlingen in allen dreieinhalb Ausbildungsjahren fünf Flüchtlinge.

„Diese Ausbildung ist meine Zukunft.“

Allerdings hatte Mercedes 2014 ein sogenanntes Brückenpraktikum aufgelegt: Im März und im November nahmen jeweils zehn Flüchtlinge und Asylbewerber solch eine 14-wöchige Brückenausbildung auf. Die Männer kamen alle aus Syrien und waren bei ihrem Mercedes-Start hier in Deutschland zwischen 19 und 56 Jahre alt. „Und alle waren von der Bundesarbeitsagentur und vom Jobcenter Teltow-Fläming vermittelt“, erklärt ein Unternehmenssprecher.

Zu diesen Brückenpraktika gehörte neben praktischen Ausbildungsteilen in den Bereichen Rohbau, Montage, Lackierung und Logistik auch täglich Deutschunterricht. „Ziel war es, die Teilnehmer in Unternehmen, Zeitfirmen oder eine Berufsausbildung im Konzern zu vermitteln“, so der Sprecher. Diese Praktika verstehe man als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung, den man zur erfolgreichen Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern leisten könne, sagt der Mann aus der Stuttgarter Konzernzentrale. In Ludwigsfelde unterstütze man die Flüchtlingsarbeit darüber hinaus, so beim Einrichten der Fahrradwerkstatt. Dafür waren wie berichtet ein umgebauter Sprinter sowie nicht mehr benötigte Fahrräder zur Verfügung gestellt worden.

Solch ein Fernsehturm-Modell fertigt jeder Mercedes-Azubi in Ludwigsfelde während seines Kurses „Drehen“ in der Metallbearbeitung im ersten Ausbildungsjahr. Quelle: Jutta Abromeit

Ammar Altahar war mit seinem Onkel gekommen und wohnte im Übergangsheim Birkengrund. Seine Ausbildung macht ihm ganz offensichtlich Spaß: Sein Unimog-Modell ist nicht nur fertig montiert, es strahlt auch weinrot und silbermetallic lackiert. Was er nach der Ausbildung macht, weiß der 25-Jährige noch nicht genau. In Syrien war er bis zur Flucht Wirtschaftsstudent. „Vielleicht studiere ich wieder“, sagt er. Beim deutschen Autobauer möchte er unbedingt bleiben: „Diese Ausbildung ist meine Zukunft.“

Von Jutta Abromeit

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