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Szenarien für den Innenstadtverkehr

Jüterbog Szenarien für den Innenstadtverkehr

Ein Zwischenstand der Analyse vom Straßenverkehr in Jüterbog geht von einer geringen PKW-Belastung und ausreichenden Parkplätzen aus, sieht aber Defizite für andere Verkehrsteilnehmer. Verschiedene Szenarien wie die Schließung des Zinnaer Tors sollen nun mit Bürgern und Interessenvertretern verschiedener Nutzergruppen diskutiert werden.

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Volker Stölting

Jüterbog. Unter dem Motto „Stadtverkehr für alle!“ hat das Planungsbüro PGT Umwelt und Verkehr aus Hannover erste Ergebnisse einer Verkehrsanalyse für Jüterbog vorgestellt. Der Verkehrsplaner Volker Stölting machte gegenüber Stadtverordneten erste Aussagen zu möglichen Verkehrsszenarien in und um das Stadtzentrum. Stölting ist Professor an der Technischen Hochschule in Köln, seine Schwerpunkte sind die Verkehrsmodellierung und der öffentliche Personennahverkehr. Mit Kameras wurde über 24 Stunden lang der Verkehr erfasst. Außerdem wurde die Zahl und Belegung der Parkplätze an einem Markttag beobachtet. „Die Daten zur Verkehrsbelastung werden in eine Software eingespeist. Wir können dann simulieren, was passiert, wenn wir bestimmte Veränderungen am Straßenverkehr vornehmen“, erläutert Stölting.

Die engste Stelle

Höchstens 7000 Fahrzeuge fahren demnach täglich in den Kernbereich der Stadt. Das seien längst nicht so viele, wie in der Landesprognose für 2025 kalkuliert werden, wo allein auf der B102 täglich 11 000 Fahrzeuge vorausgesagt werden. Ein Drittel der Fahrzeuge fährt über das Zinnaer Tor in die Altstadt. „Die engste Stelle ist also wichtigste Einfahrt in die Stadt. Das muss man bei zukünftigen Planungen berücksichtigen“, so Stölting.

Drei verschiedene Varianten zum Pkw-Verkehr hat der Verkehrsplaner bei seinem Zwischenbericht vorgestellt. Die erste Variante setzt direkt am Knotenpunkt Zinnaer Tor an. Das Tor würde für Autos geschlossen, die Ausfahrt aus der Schillerstraße Richtung Oberhag dagegen erlaubt und auch der Planeberg in beide Richtungen befahrbar sein. In einer zweiten Variante wird die Geschwindigkeit im Zentrum flächendeckend auf 30 Stundenkilometer oder sogar weniger reduziert. Die Straße Planeberg bliebe dabei Einbahnstraße. In einer dritten Variante könnte das Zinnaer Tor zumindest für Pkws frei bleiben. „Das ist gerade für Geschäftsleute ein wichtiger Punkt, denn für sie hat es Konsequenzen, wo ihre Kunden in die Stadt hineinfahren“, merkte Stölting an. Die Stadt solle auch darüber nachdenken, selbst die B102 zur 30er-Strecke zu reduzieren. „Da wohnen schließlich auch Menschen“, kommentierte Stölting diesen Vorschlag. Zudem solle man darüber nachdenken, die Parkraumbewirtschaftung auszudehnen und Anwohner-Parkzonen zu schaffen.

Kritik an der Beschilderung

Unabhängig vom Autoverkehr hat die PGT auch die Hauptstrecken für den Rad- und Skateverkehr bestimmt und Vorschläge für sinnvolle Lückenschlüsse vorgestellt. Durch die vergleichsweise niedrige Verkehrsbelastung plädiert Stölting für markierte Radstreifen anstelle eigens ausgebauter Radwege. Den oft beklagten Parkplatzmangel stellt die PGT bislang nicht fest. Rund 1800 Parkplätze gibt es im Innenstadtbereich, die Hälfte davon direkt entlang der Straßen. Dies sei eine „relativ gute Zahl“. Hinzu kommen die Parkplätze am Bahnhof. Kritik übt er an der Beschilderung, mit der durch die Stadt gelotst wird, an der uneinheitlichen Parkausschilderung und an der mangelnden Barrierefreiheit. „Wer selbstbestimmt mit dem Rollstuhl unterwegs sein möchte, hat in Jüterbog seine Schwierigkeiten“, sagt Stölting.

Die weitere Debatte der PGT-Vorschläge soll mit der Bevölkerung geführt werden. Nicht nur Verwaltung und Stadtverordnete, sondern auch die Beiräte für Verkehr, sowie Senioren und Behinderte, Polizei und Feuerwehr und Vertreter des Einzelhandels und der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming sollen mitwirken. Voraussichtlich im Mai werde zu einem Workshop geladen, kündigte Stölting an. „Verschiedene Gruppen haben verschiedene Wünsche, die wir berücksichtigen müssen“, sagt der Verkehrsexperte und nennt als Beispiele die Schulwegsicherung, Barrierefreiheit und die Frage der Orientierung Fremder. Bis zum Jahresende will die PGT das Verkehrsgutachten fertig stellen.

Von Peter Degener

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