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Teltow-Fläming TH hat jetzt Newtons Apfelbaum
Lokales Teltow-Fläming TH hat jetzt Newtons Apfelbaum
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18:17 14.12.2017
Professorin Asta Richter stiftet der TH Wildau einen Apfelbaum der Sorte „Flower of Kent". TH-Präsidentin Ulrike Tippe (r.) freut sich. Quelle: Oliver Fischer
Wildau

Zugegeben, man hat schon eindrucksvollere Bäume gesehen als das zarte Pflänzchen, das Asta Richter jetzt aufs Gelände der Technischen Hochschule Wildau gepflanzt hat. Das weiß die Professorin selbst. „Als ich ihn bei der Gärtnerei in Kent bestellt habe, habe ich ihn mir auch größer vorgestellt“. sagt sie. Aber im Grunde ist es egal, ob das Bäumchen nun zehn Zentimeter oder einen Meter misst, es geht ihr ausnahmsweise mal nicht um Zahlen. Was für Asta Richter und die Hochschule an dem Baum zählt, ist das Symbolische. Die Bedeutung, die die Äpfel der Sorte „Flower oft Kent“ für die Wissenschaft hatten.

Der Legende nach soll es ein Apfel dieser heute kaum noch bekannten Sorte gewesen sein, der irgendwann um 1666 herum die Aufmerksamkeit des englischen Physikers Isaac Newton erregt und ihn zu Erkenntnissen über die Erdanziehungskraft gebracht haben soll. Newton wurde später ein renommierter Wissenschaftler, er verfasste wichtige Schriften zur Physik, zur Mechanik und zur Optik, ohne die, wie Asta Richter sagt, die wissenschaftliche Lehre und damit auch die TH Wildau in ihrer heutigen Form nicht denkbar wäre.

Das ist aber nicht der alleinige Grund, weshalb sich am Mittwoch bei kalten Temperaturen rund 100 Studenten und Hochschulmitarbeiter um den Steckling versammelten, darunter die TH-Präsidentin Ulrike Tippe und ihr Vorgänger László Ungvári. Das kleine Baum-Geschenk gab den Anlass, ein paar für die Hochschule wichtige Jubiläen zu feiern. Etwa die 25 Jahre, die der Studiengang Physikalische Technik inzwischen auf dem Buckel hat, einer der ersten und langlebigsten TH-Studiengänge überhaupt. Außerdem die 15 Jahre, die es den Masterstudiengang Photonik inzwischen dort gibt. Und dann natürlich die Zeit, die Asta Richter an der TH verbrachte, und die sich langsam zu Ende neigt.

Die leidenschaftliche Fahrradfahrerin ist eine zentrale Persönlichkeit der Hochschulgeschichte. Sie war Gründungsmitglied, zwischenzeitlich hatte sie das Amt der Vizepräsidentin inne, sie stand mehreren Fachbereichen vor und vertrat die Hochschule auch im Ausland, unter anderem als Gastprofessorin in England und Taiwan. Inzwischen ist sie eigentlich im Ruhestand. Aber weil es schwierig ist, eine wie sie zu ersetzen, gibt sie aber immer noch Lehrveranstaltungen.

Wie wichtig sie für die Hochschule war und ist, wurde aus den vielen Reden deutlich, die am Mittwoch für und über sie gehalten wurden. Dass sich ein Jahr nach TH-Gründung die ersten Studenten im Studiengang Physikalische Technik einschreiben konnten, sei vor allem ihr zu verdanken, sagte etwa Gründungsdekan Siegfried Rolle. Sie habe das Fach zwar nicht erfunden, so László Ungvári, sie habe es aber in Wildau als Studiengang eingeführt und ihn in den folgenden Jahren auch in Potsdam bei der Politik durchgeboxt. Auch den Studiengang Photonik, bei dem es um optische Verfahren und Technologien zur Informationsübertragung und -speicherung geht, wurde von ihr aus der Taufe gehoben und betreut.

Beide Studiengänge sind längst fester Bestandteil des TH-Programms. Asta Richter wünschte sich deshalb, dass der Apfelbaum so schnell wachsen möge, wie die Hochschule, und dass seine Äpfel die Studenten ebenfalls zum Nachdenken und Forschen anregen, so wie ehedem der Baum auf dem Grundstück der Newtons.

Die Hoffnung, dass die Studenten auch anderweitig viel Freude an dem Baum haben könnten, wurde allerdings Roger Smith, der extra von der Universität Loughborough eingeflogen war, etwas getrübt. Seine Universität liege nicht weit von Newtons Heimatort entfernt, sagte er. „Ich war habe am Originalbaum von Zeit zu Zeit Äpfel geklaut. Leider schmecken sie nicht so gut. Und aus den Kernen lassen sich auch nur schwer neue Bäume ziehen. Mir ist es nie gelungen.“

Von Oliver Fischer

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