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Tägliche Bilderrätsel für seine Ehefrau

IJüterbog Tägliche Bilderrätsel für seine Ehefrau

In einer Sonderausstellung zeigt das Jüterboger Stadtmuseum das vielseitige Schaffen von Dietrich Albert Güldenstein. Der 1914 geborene Szenenbildner aus Berlin malte schon als Jugendlicher und schuf über Jahrzehnte Kunst in verschiedenen Stilen. Seine Tochter und Enkelin haben einen humorvollen und vielfältigen Querschnitt aus dem Nachlass ausgewählt.

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Carola (l.) und Andrea Behm stellen in Jüterbog erstmals das vielfältige Lebenswerk von Dietrich Albert Güldenstein aus.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Chronologisch geordnet sind die vielen Kunstwerke an den Wänden des Jüterboger Stadtmuseums. Aus späten Jahren stammen Aquarelle voller Landschaften und Berliner Straßenszenen. Geht man an der Wand entlang und in der Zeit bis in die 1930er Jahre zurück, so finden sich realistische Porträts, detaillierte Federzeichnungen und plötzlich sogar expressionistische und kubistische Formen.

Lebenswerk von Güldenstein wird erstmals gezeigt

Der Schöpfer der Werke heißt Dietrich Albert Güldenstein. Im Jüterboger Stadtmuseum wird ab Sonntag erstmals das Lebenswerk des 1914 geborenen und 2005 verstorbenen Mannes aus Berlin-Pankow gezeigt.

Dieses Selbstporträt entstand 1931, als Dietrich Albert Güldenstein gerade 16 Jahre alt war

Dieses Selbstporträt entstand 1931, als Dietrich Albert Güldenstein gerade 16 Jahre alt war.

Quelle: Peter Degener

Die Beschäftigung mit dem Nachlass war eine Überwindung

Güldensteins Tochter Carola Behm und Enkelin Andrea Behm aus Berlin und Großbeeren stecken hinter der Schau. „Die Bilder sind nur lebendig, wenn sie gezeigt werden“, sagt Enkelin Andrea Behm, die ihre Mutter überzeugte, einmal einen Querschnitt durch das künstlerische Schaffen Güldensteins zu wagen. Es war eine Überwindung, sich noch einmal so intensiv mit dem geliebten Vater und Großvater zu beschäftigen.

Zu Jüterbog hatte Güldenstein keine Verbindung, doch mit dem Stadtmuseum haben sie nach langer Suche einen geeigneten Ort gefunden, wie Behms sagen.

Er schuf für das Kinderfernsehen und jeden Tag für seine Frau

Güldenstein studierte in Charlottenburg Wandmalerei und kam noch vor dem Zweiten Weltkrieg zum Fernsehen, wirkte später in der Werbegestaltung und schließlich über Jahrzehnte als Szenenbildner im Kinderfernsehen der DDR.

„Jetzt, wo wir den Nachlass gesichtet haben, wird uns deutlich, wie vielseitig er gearbeitet hat“, sagt Tochter Carola. Schleiflack auf Holztafeln mit abstrakten Formen gehört ebenso dazu wie Karikaturen. „Seiner Ehefrau hat er jeden Tag, wenn er das Haus verließ, Kärtchen mit Botschaften hinterlassen. Aber statt in Worte hat er seine Nachricht in einem Bilderrätsel versteckt“, sagt Carola Behm.

Während viele frühe Werke Güldensteins durch den Krieg verloren gingen, sind diese privaten Kleinstkunstwerke erhalten und werden mitsamt den Interpretationen seiner Ehefrau in zwei Vitrinen ausgestellt.

Vernissage am Sonntag im Kulturquartier

Die Ausstellung „Zeichenstift und Pinsel“ wird am Sonntag um 14 Uhr eröffnet und bis 15. Oktober im Stadtmuseum Jüterbog gezeigt.

Von Peter Degener

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