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Tafel fehlen Mitarbeiter, Geld und Lebensmittel

Luckenwalder Einrichtung schlägt Alarm Tafel fehlen Mitarbeiter, Geld und Lebensmittel

Die Luckenwalder Tafel arbeitet am Limit. Es fehlt an Lebensmittel, Arbeitskräften und Geld. Die Zahl der Bedürftigen ist dramatisch gestiegen. Grund dafür ist vor allem der Flüchtlingsstrom. Die Stadt hat inzwischen drei Übergangswohnheime und eine weitere Unterkunft mit 200 Plätzen wird bald eröffnet.

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Angelika Böck, Leiterin der Luckenwalder Tafel, am fast leeren Kühlschrank. Es fehlt an Lebensmitteln und Arbeitskräften.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Die Luckenwalder Tafel schlägt Alarm. Personell, finanziell und hinsichtlich der benötigten Lebensmittel stößt die Einrichtung des Arbeitslosenverbandes an ihre Grenzen. Im städtischen Sozialausschuss schilderte Tafel-Leiterin Angelika Böck am Montagabend die Situation.

„Mit den drei Flüchtlingsheimen in der Stadt ist die Zahl der Bedürftigen dramatisch gestiegen“, sagte sie. So wurden im Monat Januar 2323 Rationen Lebensmittel ausgegeben, davon allein 1460 an Asylbewerber – ein Anteil von mehr als 60 Prozent. Man sei kaum noch in der Lage, den wachsenden Bedarf zu befriedigen.

Längere Öffnungszeiten, weitere Besorgungsfahrten

„Unsere Ausgabetage mussten wir von drei auf vier Tage erweitern, die Öffnungszeiten ebenfalls“, sagte Angelika Böck. Derzeit können Bedürftige montags, dienstags, mittwochs und freitags Essenpakete in Empfang nehmen. Doch auch die Lebensmittelspenden vor Ort reichen nicht mehr aus. „Wir müssen zum Teil bis nach Oranienburg, Königs Wusterhausen, Bernau oder Freienbrink fahren, um übrig gebliebene Lebensmittel abzuholen“, berichtete die Tafel-Chefin, „das treibt die Benzinkosten in die Höhe und zehrt an den Kräften der Mitarbeiter.“

Zahlen und Fakten

280 Tonnen Lebensmittel werden jährlich bei der Luckenwalder Tafel umgeschlagen.

9582 Lebensmittel-Beutel wurden im Jahr 2015 an 27 485 Personen ausgegeben, darunter Familien-Rationen.

480 Bedürftige nutzen monatlich ein- oder mehrmals die Tafel in Luckenwalde.

294 Asylbewerber – 92 Einzelpersonen sowie mehrere Familien – sind Nutznießer der Luckenwalder Tafel.

2 Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark der Tafel, davon ein Kühlauto.

Die Kunden der Tafel zahlen je nach Anzahl der Familienmitglieder zwischen zwei und vier Euro pro Lebensmittel-Ration.

Damit sprach Angelika Böck den nächsten Knackpunkt an. Sie ist zurzeit die einzige hauptamtliche Mitarbeiterin. Fünf sogenannte 1,30-Euro-Jobber sind bis Ende Februar bewilligt, dann nur noch zwei. Aus dem Förderprogramm „Arbeit für Brandenburg“ kann bis Juni eine Stelle besetzt werden. Die restliche Arbeit wird von ehrenamtlichen Kräften abgesichert. „Sie arbeiten am Limit. Wir haben neun Ehrenamtler, darunter fünf Kraftfahrer, die an sechs Tagen in der Woche die Waren ranschleppen“, sagte die Tafel-Chefin. Zwar würden sich hin und wieder Senioren als Ehrenamtler melden, „aber sie sind oftmals den körperlichen Anstrengungen nicht gewachsen“, weiß Angelika Böck, denn die Waren müssen in den Keller und wieder herauf transportiert werden.

Öffentliche Zuschüsse reichen nicht

Jedes Jahr bezuschusst die Stadt Luckenwalde entsprechend ihrer Förderrichtlinie soziale Vereine und Verbände, so auch die Tafel. Im vorigen Jahr hatte diese eine Förderung von 4900 Euro beantragt und 4000 Euro erhalten. In diesem Jahr bittet die Tafel um einen Zuschuss von 5000 Euro. „Wir sind der Stadt auch sehr dankbar, dass sie uns das Haus in der Brandenburger Straße zur Verfügung gestellt hat“, wollte Angelika Böck nicht unerwähnt lassen.

„Wie sieht die finanzielle Situation konkret aus?“, wollte Bert Lindner (SPD) wissen. „Wir lagen im Vorjahr mit 2000 Euro im Minus“, so Angelika Böck. Christoph Guhlke (CDU) forderte, auch den Landkreis in die Pflicht zu nehmen. „Wenn die nächsten 300 Flüchtlinge in der Halle am Biopark untergebracht werden, sind das ja auch alles Selbstversorger“, ergänzte er.

Stadt-Mitarbeiterin Erika Konrad regte an, über den Seniorenbeirat der Stadt engagierte Helfer zu suchen. Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) konnte keine Zusatzangebote unterbreiten. „Wir unterstützen die Tafel im bekannten Rahmen, ansonsten tue ich mich schwer, mit dem Hut rumzugehen“, sagte sie.

Von Elinor Wenke

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