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Tag für Toleranz

Integration und Akzeptanz in Klausdorf Tag für Toleranz

Beim dritten Tag für Toleranz im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ trafen sich Menschen aus Angola, Syrien, Kenia und Klausdorf. Schirmherrin war Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD). Die Organisatoren Kurt Liebau und Christiane Witt vom Lokalen Aktionsplan Teltow-Fläming hätten mit mehr Zulauf gerechnet.

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Aurea aus Angola und Simone, die das Projekt „Willkommen Immigranten“ angestoßen hat.

Quelle: Gudrun Ott

Klausdorf. In Klausdorf fand am Sonnabend der dritte Tag für Toleranz im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ statt. Der 6. Juni als Veranstaltungstag wurde bewusst gewählt, da sich an diesem Tag in Neuruppin Rechtsextremisten aus ganz Deutschland trafen, um unter der Losung „Tag der deutschen Zukunft“ aufzumarschieren.

Die Veranstaltung in Klausdorf war dem entgegengestellt worden. Hier lautete das Motto „Zukunft in Deutschland - Zukunft in Teltow-Fläming: bunt und vielfältig.“ Auf der Festwiese erwarteten mit ihren Ständen zahlreiche Vereine die Besucher. Mit dabei der Jugendmigrationsdienst Teltow-Fläming, deren Mitarbeiter unter anderem Hilfe bei der Suche nach Ausbildung und Arbeit sowie Unterstützung bei der Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen anbieten.

Eröffnet wurde der Tag für Toleranz von Schirmherrin und Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD). Sie begrüßte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) sowie den Bürgermeister der Gemeinde am Mellensee, Frank Broshog (parteilos), und betonte, dass es ihr besonders wichtig ist, dass viele Menschen Demokratie leben und den Wert von Demokratie durch ihr Beispiel vermitteln, denn, „umso wirksamer können wir Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz entgegentreten.“

Der Tag auf der Festwiese wurde mitgestaltet von der Angolanischen Union und auch von Menschen aus Syrien, Libyen, Kenia und dem Irak. So bot Marwan Osso, Jeside aus einem Dorf in Syrien, nahe der türkischen Grenze, gebackene Leckereien aus seiner Heimat an. Als 2011 der Bürgerkrieg in Syrien begann, floh er mit seiner Frau und den beiden Kindern. Sprachprobleme hierzulande, insbesondere als sein Sohn erkrankte und der Arzt ihn nicht verstand, waren für ihn der Anstoß, aus eigenen Stücken Deutsch zu lernen.

Die Familie sprach nicht mehr Arabisch oder Kurdisch, sondern hörte nur noch deutsches Radio und sah deutsches Fernsehen. Unterstützt wurden sie beim Erlernen der fremden Sprache von deutschen Freunden. Der 39-Jährige, der in seiner Heimat als Automechaniker und Gärtner gearbeitet hat, sucht jetzt Arbeit und hilft anderen Flüchtlingen mit seinen Sprachkenntnissen bei Arztbesuchen und Behördengängen. „Und ich erkläre, dass es hier keine Bestechung gibt. Das ist in Syrien ein großes Problem“, sagte er.

Organisiert wurde der Tag für Toleranz von Kurt Liebau und Christiane Witt vom Lokalen Aktionsplan. „Wichtig war uns, das Thema anzustoßen und immer wieder darüber zu reden“, so Liebau. „Wir haben viele Leute erwartet, die die Gelegenheit nutzen, mit Ausländern ins Gespräch zu kommen.“ Bedauernd wies Olaf Lehnhardt, Polizeihauptkommissar und Mitglied im Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplanes, auf die wenigen Neugierigen, die die Sommerglut nicht an die Badeseen getrieben hatte.

Raida Albajekni aus Libyen bekam mit ihrer Familie eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre. Niemand könne sich vorstellen, was sich in ihrer Heimat abspielt, betonte die studierte Lehrerin. Lorenz Reck (17), Sprecher des Kreisschülerrates, zeigte sich vom Begriff Toleranz genervt. Man müsse andere Meinungen zulassen, auch wenn sie einem nicht gefallen.

Von Gudrun Ott

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