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„Taz“-Redakteur liest im Kreishaus

Lesung in Luckenwalde „Taz“-Redakteur liest im Kreishaus

Autor und „taz“-Redakteur Daniel Bax hat am Dienstagabend im Luckenwalder Kreishaus aus seinem Buch „Angst ums Abendland“ gelesen. Er kam auf Einladung des Landkreises und Heinrich-Böll-Stiftung nach Luckenwalde.

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Moderatorin Simone Klee und Buchautor Daniel Bax.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. „Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Islamisierung des Abendlands.“ So beginnt nicht das Kommunistische Manifest von Engels und Marx, sondern das neue Buch von Daniel Bax. Es heißt „Angst ums Abendland“ und will verdeutlichen, „warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern von den Islamfeinden fürchten sollten“, so der Untertitel. Damit ist die Richtung schon mal klar. Dass die Angst aber da ist, insbesondere vor dem Fremden, dem Unbekannten, will auch Bax bei seiner Lesung am Dienstagabend im Luckenwalder Kreishaus nicht wegreden. Im Gegenteil: Die Angst der Menschen, so Bax, werde nur instrumentalisiert von Kräften, die mit dem Abendland und seinen viel beschworenen Werten eher wenig zu tun haben. „Sie haben ein einfaches Rezept“, so Bax, „auf komplizierte Fragen einfache Antworten geben.“

Doch was heißt eigentlich Abendland? Im Mittelalter diente das Abendland als Synonym für das römisch-christlich geprägte Westeuropa in Abgrenzung zum muslimisch und christlich-orthodox geprägten Osteuropa und Orient. Später wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg als antikommunistischer Kampfbegriff benutzt und später ist es in Vergessenheit geraten.

„Jetzt ist das Abendland wieder aufgekommen, ausgerechnet im mehrheitlich atheistischen Sachsen und dient nun als Kampfbegriff gegen den Islam“, so Daniel Bax, der Publizistik und Islamwissenschaft studiert hat und als Redakteur bei der Tageszeitung „taz“ arbeitet. Er kam auf Einladung des Landkreises und Heinrich-Böll-Stiftung nach Luckenwalde. So sagte Christiane Witt, die Integrationsbeauftragte des Kreises: „Angst ist immer da, wenn man nicht genug weiß und nicht genügend Begegnungsmöglichkeiten hat.“ Bax bestätigte das. So gebe es in so genannten Problembezirken Berlins mit hohem Ausländeranteil wie in Neukölln weniger Probleme mit Islamfeindlichkeit als woanders. Diese Islamophobie herrsche nicht nur bei rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien vor, sondern auch bei vermeintlichen Antifaschisten, die den Islam mit Faschismus gleichsetzen. Dies werde noch gefördert von Autoren, die selbst aus muslimischen Ländern kommen, den Bedarf erkennen und ihn mit Argumenten gegen den Islam bedienen.

Aber selbst linke und liberale Menschen haben Angst vor dem Islam wenn es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Antisemitismus und Abtreibung geht.

Eine knallharte Trennung von Staat und Religion, wie zum Beispiel in Frankreich, habe dort auch nicht geholfen. Vielmehr komme es auf gute Integrationsmaßnahmen an. Und die Integration in Deutschlang sei gar nicht mal so schlecht wie ihr Ruf, meint Bax.

Von Hartmut F. Reck

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