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Teleskop-Streit flammt wieder auf

Dahlewitz Teleskop-Streit flammt wieder auf

Zwei Jahre nach dem Streit um das neue Teleskop liegt der Dahlewitzer Sternwarten-Verein schon wieder im Clinch. In diesem Jahr wollte der Vorstand das neue Gerät im Wert von rund 95 000 Euro anschaffen. Klaus Piepenhagen, der technische Leiter der Sternwarte, hält die Anschaffung für unnötig – und er hat einen prominenten Unterstützer.

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Klaus Piepenhagen, der technische Leiter der Sternwarte Dahlewitz, hält das bisherige Teleskop für völlig ausreichend.

Quelle: Fotos: Christian Zielke (2)

Dahlewitz. In diesem Jahr möchten sich die Dahlewitzer Sternengucker endlich einen lang gehegten Traum erfüllen. Nach Jahren der Diskussion und des offenen Streits (siehe Kasten) will der Verein Schul- und Volkssternwarte das neue Teleskop im Observatorium aufstellen.

Politisch scheint das Projekt auf einem guten Weg. Im Haushalt 2018 sind 95 000 Euro für das neue Gerät enthalten – wenn auch unter Sperre. Bevor das Geld freigegeben wird, muss die Gemeindevertretung zustimmen.

Technischer Leiter hält altes Teleskop für in Ordnung

Aus Sicht von Klaus Piepenhagen, dem technischen Leiter der Sternwarte, könnte die Gemeinde die Summe sinnvoller ausgeben als für ein neues Gerät. „Das jetzige Teleskop reicht für die Arbeit von Schule und Verein völlig aus“, sagt er. Anders als der Vereinsvorstand es immer wieder darstellt, sei das rund 50 Jahre alte Gerät in einem guten Zustand. Es müsste lediglich neu justiert werden. Der Spiegel bräuchte zudem eine professionelle Reinigung. Dass sich auf dessen Oberfläche blinde Flecken gebildet haben, ist für Klaus Piepenhagen kein Problem: „Wir machen ja keine Präzisionsmessungen“.

Überhaupt erschweren Umweltfaktoren den Blick in die Sterne: Wolken, Staub aus der Landwirtschaft und Luftverwirbelungen durch startende Flugzeuge. Das neue Teleskop mit seiner Computersteuerung, da ist sich Piepenhagen sicher, ist technisch wesentlich anfälliger und veraltet schneller. Statt ein neues Gerät anzuschaffen, schlägt er vor, für rund 10 000 Euro eine Einhausung für das mobile Teleskop zu bauen, das die Gemeinde vor sieben Jahren für 6000 Euro angeschafft hat.

Verein erhofft sich mehr Zuspruch und bessere Beobachtung

Mit seiner Meinung steht Klaus Piepenhagen im Verein offenbar ziemlich allein da. „Wir haben unsere Meinung erarbeitet und die ist auch durch Beschlüsse gedeckt“, sagt Michael Wenzel, der Vereinsvorsitzende. Es sei Konsens, dass man ein neues Gerät haben wolle. Dieses soll es mehr Leuten ermöglichen, einen Blick in den Himmel zuwerfen. Bis jetzt muss man auf eine Leiter steigen, um durchs Okular zu schauen. Künftig soll dies aufgrund der anderen Bauweise des neuen Geräts vom Boden – oder dank Datenverbindung – sogar vom Astronomiekabinett aus möglich sein. Ohne die Leiter könne man zudem besser den westlichen Himmel beobachten. „Wir versprechen uns von dem neuen Gerät einen Aufschwung“, sagt Michael Wenzel. Er hofft, dass zu den derzeit 41 Vereinsmitgliedern weitere dazu kommen.

CDU-Antrag löst Dauerstreit aus

Im Oktober 2015 hat die CDU-Fraktion nach einem Treffen mit dem Sternwarten-Vorstand den Antrag für ein neues Teleskop gestellt.

Wolfgang Scholz, der langjährige Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende des Vereins und Klaus Piepenhagen sprachen sich gegen ein neues Gerät aus.

Nach monatelangem Streit um das Teleskop gab Wolfgang Scholz im September 2016 seinen Ehrenvorsitz im Verein und trat aus dem Vorstand zurück.

Lutz Schwabe, Leiter der Sternwarte und Astronomielehrer an der Herbert-Tschäpe-Oberschule, ist sicher, dass ein modernes Teleskop vor allem bei den Jüngeren Lust aufs Sternegucken macht. Auch er hofft, dass sich künftig mehr als die derzeit 18 Schüler für Astronomie als Wahlpflichtfach entscheiden.

Bürgermeister hat Verständnis für Wünsche des Vereins, aber...

Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) sieht die Gemeindevertretung vor einer schwierigen Entscheidung: „Ich würde mich freuen, wenn der Verein mit einer Stimme spricht.“ Er könne verstehen, dass der Vorstand die neueste Technik will. „Wir sind kein wissenschaftliches Institut“, sagt Baier. Er hält Klaus Piepenhagens Idee von der Einhausung für das bereits angeschaffte Mobilteleskop für zumindest diskussionswürdig. Aus Sicht des Vereins bringt ein solcher Bau an der geplanten Stelle hinter der Schule nicht viel. Dort versperrt die Turnhalle den Blick auf den Himmel.

Von Christian Zielke

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