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Teltow-Fläming Integration: US-Städte sind da oft weiter
Lokales Teltow-Fläming Integration: US-Städte sind da oft weiter
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17:08 27.11.2018
Integrationspraktiker aus Teltow-Fläming und den USA trafen im Luckenwalder Kultur-Café Klassmo mit hiesigen Flüchtlingen zusammen. Quelle: Hartmut F. Reck
Jüterbog/Luckenwalde

16 hauptberufliche und ehrenamtliche Integrationspraktiker aus den USA besuchen derzeit die Region. Es ist ein Gegenbesuch, denn im Frühjahr war eine Delegation aus Teltow-Fläming in den USA gewesen, um sich dort über beispielhafte Integrationsprojekte für geflüchtete Menschen zu informieren. Dabei staunten sie, wie weit man in den USA bei der Integration ist, und vor allem wie anders man an die Sache herangeht.

Gegenbewegung auf lokaler Ebene

„Man merkt, dass die USA ein Einwandererland sind“, sagt Peter Limpächer, Koordinator für Flüchtlingsarbeit beim Jobcenter Teltow-Fläming. „Auch wenn der gegenwärtige Präsident alles tut, um das zu ändern, schränke die Politik von Donald Trump die Integration Geflüchteter nicht ein“, sagte Annette Braemer-Wittke vom Büro für Chancengleichheit und Integration der Kreisverwaltung, „sondern befördert sie eher.“ Denn es gebe eine Gegenbewegung auf lokaler Ebene, die auf großem ehrenamtlichem Engagement basiere.

Gute Strukturen geschaffen

Doch dieses gibt es nicht erst seit Trump. „Die arbeiten teilweise schon seit 20 Jahren“, berichtet Teltow-Flämings Integrationsbeauftragte Christiane Witt, „und haben in dieser Zeit gute Strukturen geschaffen.“ Wie ihre Mitreisenden habe sie erkennen müssen, dass das ein längerer Prozess ist und alle mitmachen müssen: Politik, Verwaltung, Bürgerschaft, Vereine, Schulen, Wirtschaft – einfach alle. „Wir haben gesehen, dass die Integration durch die Zusammenarbeit von Verwaltung und Zivilgesellschaftgreift“, sagt Gerd Herpay, zuständig für Migration im Kreis-Jugendamt.

Chance statt Last

„Bei uns wird immer die Last gesehen und nicht die Chance“, sagte Mechthild Falk. „In den USA erkennt man auch den wirtschaftlichen Gewinn durch die Flüchtlinge.“ Die Jüterboger Pfarrerin und Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Zossen-Fläming gehörte zurr Delegation aus Teltow-Fläming, die vom 28. April bis zum 9. Mai die USA besuchte. Organisiert wurde die Rundreise von der Heinrich-Böll-Stiftung auf deutscher und auf US-Seite von Cultural Vista und Welcoming America, einem Netzwerk amerikanischer Kommunen, die sich besonders stark machen für die Integration Geflüchteter. Finanziell gefördert wurde das zeitintensive Programm vom Transatlantikprogramm der Bundesregierung und des Wirtschaftsministeriums, vom US-Außenministerium sowie von der Robert-Bosch-Stiftung und der BMW-Gruppe. Zur Delegation gehörten weiterhin Vertreter aus Frankfurt/Main, Hamburg, Iserlohn und dem Landkreis Bautzen.

Zeitintensives Programm

Diese Orte waren auch Ziel des Gegenbesuchs. Drei Tage waren die Gäste in Jüterbog untergebracht und trafen in Luckenwalde mit Flüchtlingen zusammen, in Jüterbog frühstückten sie gemeinsam mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, in Altes Lager ließen sie sich von der Integration der Spätaussiedler in den 1990er Jahren berichten, im Alten Schloss Baruth ging es um Fluchtvermeidung durch Initiativen in den Herkunftsländern.

Anschließend besuchten alle die Abschlusskonferenz in Berlin mit 200 Teilnehmern, die in den vergangenen drei Jahren an solchen Austauschprogrammen teilgenommen hatten. Kurzes Fazit: „Gelebt wird vor Ort“, sagte Christiane Witt, „nur dort kann Integration gelingen.“

Von Hartmut F. Reck

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