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Teure Kündigung

Ex-Baudezernent Jörg Sonntag fordert von Gemeinde 180 000 Euro Teure Kündigung

Die Kündigung ihres ehemaligen Baudezernenten Jörg Sonntag könnte für die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow teuer werden. Nach seinem Sieg vor dem Arbeitsgericht fordert er 180 000 Euro Entschädigung. Sein ehemaliger Arbeitgeber hüllt sich in Schweigen.

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Ex-Baudezernent Jörg Sonntag: „Ich fühle mich als Sündenbock.“

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde-Mahlow. Auch mehr als ein Jahr nach seinem Rauswurf beschäftigt die Personalie Jörg Sonntag die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow.

Nachdem sich der einstige Baudezernent erfolgreich gegen seine Kündigung gewehrt hat, fordert er von seinem früheren Arbeitgeber 180 000 Euro Entschädigung. So hoch ist etwa die Differenz zwischen seinem jetzigen Gehalt als Bauamtsleiter in Schulzendorf und seiner früheren Position bis zum Rentenalter. „Pro Jahr gehen mir 18 000 Euro verloren“, sagt der 56-Jähre. Bei noch rund zehn Berufsjahren kommt er auf die Summe von 180 000 Euro. „Da sind die Abschläge bei der Rente nicht eingerechnet“, sagt er. Ende April hatte das Arbeitsgericht in Potsdam die Kündigung Sonntags durch die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow aus formalen Gründen abgewiesen, weil diese nicht vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Roland Scharp (Linke), unterschrieben war und weil der Personalrat übergangen wurde. Sonntag war im Mai vorigen Jahres gekündigt worden, weil er im Herbst 2013 einen Strafbefehl wegen wettbewerbswidriger Absprachen akzeptiert hatte.

Bis heute beteuert Sonntag, die Strafe nur auf sich genommen zu haben, weil ihm die Kraft und das Geld gefehlt hätten, sich juristisch dagegen zu wehren. „Ich fühle mich als Sündenbock“, sagt er. Ihn erstaunt, dass viele Gemeindevertreter, die damals seine Kündigung gefordert hatten, zu den jüngsten Entwicklungen schweigen. „Anscheinend haben Leute Angst, dass ich Dinge aufwühle. Ich verstehe nicht, warum man mir nicht einfach das Geld zugesteht und die Sache auf sich beruhen lässt.“ Schließlich seien an den Rathaus-Planungen außer ihm noch viele andere beteiligt gewesen.

Dennoch sei er bereit, an seine alte Arbeitsstelle zurückzukehren. Erst kürzlich sei ihm ein Brief von Kollegen aus der Verwaltung an Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) zugegangen, die damals gegen seine Kündigung protestierten. Bei denen habe er sich nun bedankt.

Unterdessen herrscht bei den Verantwortlichen in Blankenfelde-Mahlow Schweigen, wenn der Name Jörg Sonntag fällt. Von Bürgermeister Ortwin Baier heißt es „Kein Kommentar“ mit dem Verweis auf die Zuständigkeit von Rechtsanwalt Matthias Dombert, der vom Landkreis in der Angelegenheit eingesetzt wurde. Doch auch der will sich erst äußern, wenn das schriftliche Arbeitsgerichtsurteil vorliegt. Das erwartet Sonntags Anwalt Peter Hantel noch in diesem Monat. Einer Revision der Gemeinde vor dem Landesarbeitsgericht sieht er gelassen entgegen. „Ich wüsste nicht, was man dort an den formalen Fehlern anders sehen sollte.“ Auch in einer möglichen inhaltlichen Diskussion sieht Hantel die Argumente auf der Seite seines Mandanten. „Der Ball liegt jetzt bei der Gemeinde.“

Von Christian Zielke

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