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Teltow-Fläming „Theater 89“ am Scheidepunkt
Lokales Teltow-Fläming „Theater 89“ am Scheidepunkt
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18:13 19.08.2014
Die Aufführung von „Max und Moritz“ kam beim Publikum bestens an. Quelle: Uwe Klemens
Altes Lager

Der Startschuss zum Theatersommer in Altes Lager fällt in wenigen Tagen. Anders als bei den meisten bisherigen Festivals mit Gastauftritten anderer Laien- und Profi-Ensembles, lebt der diesjährige Theatersommer ausschließlich von den Akteuren des „Theaters 89“. Dass dies kein Makel ist, verrät der Blick in den Spielplan und das Stöbern in den Kritiken, die das Ensemble um Theatergründer- und Leiter Hans-Joachim Frank für die gezeigten Produktionen bislang erhielt.

Frech und witzig – so präsentierte sich das Ensemble des „Theater 89“ zuletzt auch in der Dahmer Schlossruine. Quelle: Uwe Klemens

Was die wenigsten wissen: Auch das Theater, das erst im Frühjahr in seiner Spielstätte in Berlin-Moabit seinen 25-jähriges Bestehen feierte, steht selbst an einem wichtigen Scheidepunkt.

Berliner Senat hat Förderung eingestellt

Zweieinhalb Jahrzehnte nach der Gründung, die kurz vor dem Mauerfall im damals Ostberliner Stadtbezirk Mitte erfolgte, stellte der Berliner Senat die bisherige Förderung komplett ein. Mit einem Schlag verlor das zum Teil aus festen, zum Teil projektbezogen beschäftigten Akteuren bestehende Ensemble zwei Drittel seiner jährlichen Förderung. Dass die jährlich 200.000 Euro weniger Budget nicht folgenlos bleiben, leuchtet ein. Die Kündigung der erst im vergangenen Jahr bezogenen neuen Spielstätte in Berlin ist der nach außen sichtbarste Einschnitt.

Zum Theater

  • Das „Theater 89“ wurde 1989 in Ost-Berlin gegründet.
  • Gründer und künstlerischer Leiter ist Hans-Joachim Frank, der zu DDR-Zeiten am Berliner Ensemble war.
  • Zahlreiche Preise belegen die Qualität der Arbeiten des „Theaters 89“.
  • Beim Theatersommer der „Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen“ zeigt das „Theater 89“ in diesem Jahr „Max und Moritz“.
  • „Das Ende der SED“ wird das Ensemble am 9. November im ehemaligen Sitzungssaal des SED-Zentralkomitees aufführen.

Doch nach Groll sucht man bei Theaterleiter Hans-Joachim Frank vergebens. Der Weg, den sein Ensemble künftig beschreiten wird, ist kein neuer. Noch stärker als zuvor werde sich das „Theater 89“ künftig dorthin bewegen, wo das Publikum zu Hause ist. Dass sich Gotteshäuser, Marktplätze, Kirchen, Flugplätze wie der in Oehna oder abgeerntete Felder hervorragend als Spielstätte eignen, hat das Ensemble seit vielen Jahren erfolgreich bewiesen. 

Die Gründung eines Shakespeare-Scheune in der Uckermark hat Frank bereits „fest ins Auge gefasst“. Das fünf feste Spielstätten in Brandenburg nicht ausreichen, um das Flächenland zu bespielen, ist seine feste Überzeugung. Mit dem Konzept, diese Lücke auszufüllen, macht das „Theater 89“ aus der Not eine Tugend.

Auch im Niedergörsdorfer Kulturzentrum „Das Haus“, der bisherigen zweiten Spielstätte des Ensembles, das Mitgesellschafter ist, werden nach dem Theatersommer die ersten Koffer gepackt, da auch dort die Mietkosten das Budget übersteigen. Rund zwei Drittel des Fundus werden aufgelöst. Der Rest wird in einer privaten Scheune eingelagert. „Mehr brauchen wir nicht“, sagt Frank.

Keine Abstriche am künstlerischen Anspruch

Abstriche am künstlerischen Anspruch wird es nicht geben, versichert Frank, in dessen Terminkalender Einladungen zu wichtigen Theatertagen nach München und Rostock stehen. Dass die Truppe im dritten Jahr in Folge im Auftrag der Brandenburger Städte-AG deren Mitgliedsstädte bespielt, ist ein weiterer Beleg für den guten Ruf des Ensembles, das weder vor wichtigen politischen Themen und problematischer Vergangenheitsbewältigung, zarter Poesie, noch vor hintergründig-humorigen Themen zurückscheut.

„Ich freu mich drauf“, blickt Frank in die Zukunft. Die Möglichkeit, hin und wieder mal ein wenig kürzer zu treten, ist inbegriffen. „In diesem Jahr werde ich 60 und manche Kollegen im Ensemble sind schon Mitte 60. Da sollten wir unsere Kräfte sammeln.“

Von Uwe Klemens

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