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Theater der Werktätigen probt für „Andorra“

Premiere in zwei Wochen Theater der Werktätigen probt für „Andorra“

Alle Akteure des Theaters der Werktätigen Jüterbog gehen zurzeit bei den Proben zu „Andorra“ von Max Frisch besonders konzentriert zur Sache. Denn Premiere ist am 20. November im Jüterboger Kulturquartier. Mit dem Stück wollen sich die Laiendarsteller an den Amateurtheatertagen in Bernburg beteiligen.

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Schwieriges Gespräch zwischen Andri (Christoph Kreibich) und Hochwürden (Matthias Butsch).

Jüterbog. So kurz vor der Premiere von „Andorra“ gibt es kaum noch Texthänger. Selten greift Regisseur Ernst Werner bei der Probe der einzelnen Szenen ein. Trotzdem atmet er am Ende schwer durch. „Mit den Feinheiten sind wir zu 80 Prozent fertig, nur die Massenszenen bereiten mir Sorge“, sagt er.

Es ist eben nicht einfach, alle 18 Akteure jede Woche einmal zusammenzubekommen. Also ist es wie immer, wenn das „Theater der Werktätigen“, eine Laiengruppe, deren Ursprünge bis ins Jahr 1949 zurückgehen, ein weiteres Stück in Angriff nimmt, und zwar jedes Jahr ein neues. „Es kommt immer darauf an, wie schnell wir uns entscheiden können“, erkärt Lena Hornitsch, die Theatervereinsvorsitzende. Nach der Auswahl bearbeitet Ernst Werner, seit 1979 künstlerischer Leiter, die Fassung für das Theater der Werktätigen.

Diesmal ist es wieder schwerer Stoff. Es geht um Identität und Vorurteile. Für Ernst Werner steht das zweite Gebot im Mittelpunkt. Er ist neugierig, wie das Stück vom Publikum aufgenommen wird. „Vorurteile sind da, aber sie sind unbegründet, weil wir alle Menschen sind“, sagt Ernst Werner.

Max Frisch hat über mehrere Jahre hinweg an dem Stück gearbeitet, am 2. November 1961 wurde es in Zürich uraufgeführt. Andri (Christoph Kreibich), der Pflegesohn des Lehrers, liebt Barblin, die Tochter des Lehrers. Der Lehrer gibt Andri als von ihm gerettetes Judenkind aus. Die Wahrheit ist eine andere. Obwohl die Juden in Andorra nicht verfolgt werden, ist die Gesellschaft durchsetzt von antisemitischen Vorurteilen. Das geht so weit, dass Andri sein Anderssein, sein „Judsein“, selbst verinnerlicht. Weil sich andere ein Bildnis von Andri machen, berauben sie ihn seiner Individualität und schicken ihn ins Verderben.

„Das Stück endet dramatisch“, nimmt der Regisseur vorweg. Vermutlich wird das Publikum ebenso wie der 67-Jährige die aktuellen Bilder von Krieg und Flucht vor Augen haben.

Mit „Andorra“ wollen sich die Laiendarsteller an den Amateurtheatertagen in Bernburg beteiligen. Das ist schon Tradition, mehr als einmal wurden dort die Jüterboger als „künstlerisches Glanzlicht“ gefeiert, weil sie mit „enormer Spielfreude, mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik bis in die Fingerspitzen“ überzeugten. Darauf dürfen sich nun zuerst die Jüterboger freuen.

In dem 1997 gegründeten Verein „Theater der Werktätigen“ sind derzeit 20 Mitglieder aktiv. „Interessenten können sich gern zum Probetraining melden“, sagt Lena Hornitsch, und das klingt ein bisschen wie Sport. Ganz ohne Anstrengung geht es eben auch auf der Bühne nicht. Ob sich jemand für das Schauspielern eignet, ergebe sich meist schon beim ersten Versuch, sagt die Vereinsvorsitzende.

Info: Aufführungen im Kulturquartier Mönchenkloster Jüterbog, jeweils 19.30 Uhr: 20. November (Premiere), 21. November, 4. und 11. Dezember. Karten unter 0 33 72/40 21 17.

Von Martina Burghardt

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