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Teltow-Fläming Theater mit Geheimnissen und Gefühlen
Lokales Teltow-Fläming Theater mit Geheimnissen und Gefühlen
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00:19 24.09.2017
Treff zum Theaterprojekt „Performing Genshagen“ auf dem Gutshof mit den Künstlerinnen Sharon On (r.) und Laura Söllner (2.v.r.) Quelle: Foto: Abromeit
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Genshagen

Geheimnisse offenbaren, Sehnsüchte und Traurigkeiten auf einem Spaziergang durchs Dorf gestehen  – so etwa wird das neue Projekt der zwei Performance-Künstlerinnen aussehen, die sich mit „Räume unserer Mütter“ 2016 in der Region Ludwigsfelde einen Namen gemacht hatten. Jetzt haben sich die Israelin Sharon On und die Österreicherin Laura Söllner den größten Ortsteil von Ludwigsfelde als Arbeitsort auserkoren. Mit ihrem Verein „Vor Ortung“, im Untertitel „zeitgenössische Kunst und Kultur im Kontext“, starten sie „Performing Genshagen“.

Im Frühjahr fragten sie öffentlich: Was bedeutet Genshagen für dich? Wie nützt du Genshagen? Oder: Was liegt nah beieinander, was ist weiter entfernt? Wen das ansprach und wer Lust hatte, als Ergebnis mehrmonatiger Arbeit von Profis mit Theaterlaien Besuchern einen kommunikativen Spaziergang anzubieten, der meldete sich. „Wir sind sieben Darsteller“, erzählt Sharon On, „und was uns ganz besonders freut: Der Jüngste ist erst 13 Jahre alt, er kommt mit seiner Mutter.“ Mit dabei sind die Ludwigsfelderin Maren Ruden und mit Ellen und Rainer Kopsch ein Rentner-Ehepaar, das vor 19 Jahren nach Genshagen gezogen war.

Blick vom Dach der Gutshof-Brennerei Genshagen zum Schloss, dem Sitz der Stiftung Genshagen. Quelle: Jutta Abromeit

Laura Söllner erzählt: „Gemeinsam haben wir mehrere Spaziergänge durch den Ort gemacht. Jeder hat sich eine Station ausgesucht  – den Gutshof, das Schloss, die Kirche, einen Pferdestall, den Wohnpark oder die Dorfstube zum Beispiel.“ In letzterer liegt die Dorfchronik, darin kann jeder recherchieren. Die 77-jährige frühere Stenotypistin und spätere Verwaltungsleiterin Ellen Kopsch blieb daran gleich hängen: „Diese Dorfstube ist ein gewisser Mittelpunkt für den Ort, hier fallen Entscheidungen vom Ortsbeirat, hier wird diskutiert...“

Im einzigen Raum der Schule wurde unterrichtet und wohnte der Lehrer

Aber ursprünglich, das erfuhr die Zugezogene beim Stöbern in der Chronik, war das Haus die Dorfschule: „Der einzige Raum war nicht nur Klassenraum, sondern auch Wohnraum für den Lehrer.“ Sie wundert sich noch immer. Das ist für sie ein Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart: „Schon früher hat der Lehrer sich dort auch sein Essen gekocht, vielleicht mal, wenn er Gäste hatte. Und heute hat die Dorfstube wieder eine Küche, damit dort auch gefeiert werden kann“, erzählt Ellen Kopsch. Und sie sagt: „Ich will mit meinem Beitrag zu diesem Projekt ausdrücken, dass ich mich in Genshagen sehr, sehr wohlfühle.“

Das große Thema Werden und Vergehen

Ihr Mann brauchte lange für seine Entscheidung, womit er sich beteiligt. Nun, im vierten Anlauf, steht für ihn fest: „Für mich sind’s zwei Bäume  – einer im Wald und einer hier am Dorfanger.“ Rainer Kopsch liebt Bäume. „Werden und Vergehen, das ist für mich ein großes Thema“, erzählt der frühere Lehrer. Dazu passen die sogenannte Napoleon-Eiche und ein Baum, dessen Stamm 2002 vom Sturm zerstört wurde und von dem eigentlich nur noch ein Ast lebt, symbolisch bestens, findet der ebenfalls 77 Jahre Genshagener.

Für Maren Ruden, über Jahre eines der bekanntesten Gesichter von Amalu, dem Amateuertheater Ludwigsfelde, ist diese Arbeit etwas völlig Neues. „Ich habe den Unterschied zwischen Spielen und Performance gelernt“, erzählt sie. Hier sei sie nicht, wie in festgelegten Rollen, eine bestimmte Person; „hier bin ich an einem bestimmten Ort mit einem bestimmten Objekt.“ Ihr Objekt ist die Kirche. Doch was sie den Spaziergängern dort offenbaren will, das verrät sie vorher nicht.

„Dorfneugierige“ können sich anmelden

Söllner und On nennen die Performance-Besucher nach einer Begriffsfindungsrunde mit den Akteuren „Dorfneugierige“. Maximal 30 können sich für einen mehrstündigen Rundgang von der Dorfstube zur Brennerei am 6., 7. und am 8.Oktober  – jeweils ab 18 Uhr und bei jedem Wetter  – anmelden. Möglich ist das per Mail unter vorortung@gmail.com oder per SMS an 01 51/22 69 24 97.

Von Jutta Abromeit

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