Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Theaterneuauflage zum Lutherjahr in Jüterbog
Lokales Teltow-Fläming Theaterneuauflage zum Lutherjahr in Jüterbog
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:41 06.04.2016
1999 trat Stadtverordneten-Vorsteher Peter Anders (r., 2012 verstorben) als Kohlhaas auf. Im zur Seite stand Werner Fink als Knecht. Quelle: Uwe Klemens
Anzeige
Jüterbog

„Ich wollte es selbst kaum glauben, aber es ist tatsächlich schon wieder 17 Jahre her.“ So wie Hans-Joachim Frank geht es vielen. 1999 brachte der Regisseur und Leiter vom Theater ’89 Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ in Jüterbog als Open-Air-Fassung auf die Bühne. Die lebhafte Inszenierung ist vielen Jüterbogern noch gut in Erinnerung – vor allem der damalige, inzwischen verstorbene Stadtverordneten-Vorsteher Peter Anders in der Rolle des rebellischen Helden.

Regisseur ist jede Woche in der Stadt unterwegs

Das Luther-Jahr 2017 hatte damals noch niemand im Blick, aber jetzt – auf der Suche nach kulturellen Höhepunkten für das Reformationsjahr – erinnerte man sich im Jüterboger Rathaus an die Aufführung. Von der Idee, das glänzend zum Reformationsthema passende Stück neu zu inszenieren zeigte sich auch Frank angetan. Seit Ende Februar ist er jeden Mittwochnachmittag in der Stadt unterwegs, um sich von deren mittelalterlichem Charme für die inspirieren zu lassen.

Authentische Kulisse in der Jüterboger Altstadt

Die vor 17 Jahren erfolgreiche Form, die Akteure an authentischer Kulisse und wechselnden Schauorten agieren zu lassen, will Frank weiter beibehalten, dabei aber nicht mehr ganz so viel Gewicht auf die Darstellung des Gerichtsprozesses legen. „Denn Kohlhaas war in seiner Zeit ja so etwas wie eine Bauernkriegsfigur und besaß noch das für das Mittelalter typische Gerechtigkeitsempfinden“, sagt Frank, „dass er damit dann in seiner Zeit in Konflikt mit der Obrigkeit geriet, musste so kommen. Zwar erstreitet er sich sein Recht am Ende, bezahlt dafür aber einen hohen Preis, nämlich mit seinem Leben. Dieser Figur soll die Neuinszenierung noch mehr Rechnung tragen.“

Darstellerin Claudia Gust und Regisseur Hans-Joachim Frank. Quelle: Uwe Klemens

Parallel zum Schreiben der neuen Stückfassung guckt sich der Theatermann auch nach geeigneten Spielorten und Darstellern um. Marktplatz und Nikolaikirche werden auf jeden Fall als Kulisse mit dabei sein. Wie viele der damaligen Akteure auch diesmal mitspielen werden, steht derzeit noch nicht fest. Mit der Langenlipsdorferin Claudia Gust ist bereits die Darstellerin für Kohlhaas’ Frau gefunden. Auch den Brandenburger Kurfürsten gibt es bereits. Pfarrer Bernhard Gutsche könnte nah Franks Vorstellung gut den Luther mimen. „Alles andere wird sich entwickeln, wir haben ja noch ein bisschen Zeit“, sagt der Regisseur.

Suche nach Orten und Schauspielern

Ende März gab es bereits eine erste Leseprobe zu dritt. So weit möglich, sollen alle Rollen auch diesmal wieder von Laiendarstellern verkörpert werden. Nicht nur Schauspieler, sondern auch Chorsänger, Tänzer und Kleindarsteller werden gesucht. Enden soll das Stück, so Franks derzeitige Vorstellung, inmitten mittelalterlichen Markttreibens vor dem Rathaus. Als gaffende Meute wird das Publikum zugleich Teil des Geschehens und Zeuge des bitteren Endes: Der Hinrichtung des Volkshelden Kohlhaas.

„Jeder, der mitwirken möchte oder sonst eine Idee dazu hat, kann sich einfach bei mir melden“, sagt Frank. Jeden Mittwoch kann man ihn zwischen 16 und 18 Uhr im Kulturquartier antreffen.

Von Uwe Klemens

Als einzige Mannschaft aus dem Kreis Teltow-Fläming sind die Großbeerener Cheerleader am Sonntag bei der Landesmeisterschaft Berlin-Brandenburg dabei. 30 Mädchen trainieren in der erst im Jahr 2012 gegründeten Gruppe des örtlichen Sportvereins Grün-Weiß.

06.04.2016

Die Brandenburger Polizei und der Verein Opferperspektive registrierten im Jahr 2015 die höchsten Zahlen rassistischer Angriffe in der Region. Beide Statistiken unterscheiden sich. Grund sind unterschiedliche Kriterien.

06.04.2016

Die Firma Krauss im Industriepark Ludwigsfelde beschichtet Oberflächen. Dabei erhält das Unternehmen zunehmend Aufträge im Bereich der Luftfahrt, liefert etwa neuerdings Kleinteile für den Rumpf des Airbus A320 an einen Süddeutschen Zulieferer.

05.04.2016
Anzeige