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Teltow-Fläming Theaterstück ruft zu mehr Empathie auf
Lokales Teltow-Fläming Theaterstück ruft zu mehr Empathie auf
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05:10 16.07.2016
Michael Magel spielt zwar allein, aber überzeugend. Quelle: Victoria Barnack
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Jüterbog

„Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“, forderte das Stück des Theaters der Altmark das Publikum in den Räumen des Treffpunkts Arche in Jüterbog auf. Bei den aktuellen Ereignissen in Frankreich und der Türkei fällt das vielen sicherlich nicht mehr so schwer wie noch vor einigen Jahren. „Geschrieben hat Autorin Janne Teller das Buch allerdings schon 2004“, klärte Robert Grzywotz die Besucher auf.

Theatertour durch ganz Deutschland

Der Theaterpädagoge und der Schauspieler Michael Magel touren bereits seit drei Jahren mit dem Stück durch Deutschland. Magel spielt dabei einen jugendlichen Deutschen, der aus seiner Heimat flieht und dabei nur seine Stimme und eine Gitarre hat, mit der er sein Publikum jedoch schnell mitreißt. Der Inhalt des Stücks erscheint auf den ersten Blick paradox: Es herrscht Krieg in Europa. Der Grund: Deutschland tritt aus der EU aus, weil es nicht länger für die anderen, ärmeren Länder zahlen möchte. Franzosen, Deutsche und Italiener sind zerstritten. Die Ägypter sträuben sich allerdings dagegen, die dekadenten Menschen aus dem Norden aufzunehmen.

Stück zum Nachdenken für Schüler

Konzipiert ist das Stück für Schulklassen der Sekundarstufe. „Die Reaktionen waren von Beginn an extrem unterschiedlich“, berichtete Grzywotz. Pauschalisieren kann der Theaterpädagoge allerdings nicht. „Schüler der 7. Klasse gehen manchmal viel reifer mit dem Thema um als Berufsschüler“, sagte er, „und auf dem Gymnasium sind die Jugendlichen nicht immer offener für die Problematik als an anderen Schulen.“ Zum Nachdenken bringt das 45-minütige Stück aber trotzdem alle Zuschauer. „Denn bisher haben wir immer jeden damit gekriegt“, sagte Michael Magel.

Theaterleute hätten gern mehr Stadtverordnete begrüßt

Organisiert wurde die Aufführung in Jüterbog vom Verein für soziale Selbstverteidigung. Vor allem Bürger, die in der Flüchtlingshilfe der Stadt aktiv sind, saßen am Donnerstag im Publikum. „Mir wäre es allerdings lieber gewesen, mehr Stadtverordnete hier begrüßen zu können“, sagte die Vereinsvorsitzende Nadine Fischer, „denn die Menschen, die heute hier sitzen, brauchen dieses Stück eigentlich gar nicht mehr.“

Von Victoria Barnack

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