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Teltow-Fläming Therapie auf dem Pferderücken
Lokales Teltow-Fläming Therapie auf dem Pferderücken
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04:18 17.06.2016
Antonia Strauß in ihrer Reithalle. Quelle: Foto: Krischan Orth
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Kleinbeeren

Betty Boob scharrt mit dem Vorderhuf. Nervös zieht die Stute an ihrem Halfter. Gerade haben Nils und Torben (Namen geändert) sie in die Reithalle geführt. Die Stute ist neu auf dem Reittherapie-Hof in Kleinbeeren, und soll gestriegelt und gesattelt werden. Beide Kinder nehmen an der Reitstunde von Hippotherapeutin Antonia Strauß teil. Damit Betty Vertrauen gewinnt, holt Reitlehrerin Antonia Strauß noch Balou dazu. Der Schimmel ist mit seinen 18 Jahren ein Routinier in der Reittherapie.

Lerntherapeut André Franck vom Tannenhof Berlin begleitet die beiden Jungen. „Seht, wie sie sich beruhigt hat, wenn Balou dabei ist.“ Auch Nils und Torben gehen auf die Pferde zu. Es ist ihre dritte Reitstunde, sie kennen sich schon aus, holen den Putzkasten aus der Sattelkammer.

Hippotherapie hat viele Aspekte

Die Hippotherapie hat viele Aspekte, pädagogische, psychologische, physiotherapeutische. Es geht um Vertrauen, um feste Bindungen. Sogenannte „verhaltensauffällige Kinder“ können an diesem speziellen Reitunterricht teilnehmen. Auch Menschen mit Handicap profitieren von der Therapie, die vom Arzt verordnet wird, aber nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Auch Multiple-Sklerose- oder Schlaganfallpatienten kann das Reiten den Alltag erleichtern. Menschen mit Behinderung sind vielfach Schüler von Strauß. „Ein 14-jähriges Mädchen, das ihr Leben lang im Rollstuhl saß, begann zu Hause mit Hilfe zu laufen“, erzählt die Reitlehrerin. Das war einer ihrer größten Erfolge. „Die Bewegungen vom Pferd spiegelt die menschliche Bewegung wider“, erklärt Strauß. Die Rotationen der Laufbewegung, übertrage sich auf den Menschen.

Seit zehn Jahren Reitunterricht

Seit zehn Jahren gibt Antonia Strauß Reitunterricht auf ihrem Hof in Kleinbeeren. Sie hat den Hof allein aufgebaut, der zuvor als Recyclinghof betrieben wurde. Die Physiotherapeutin hat Beruf und Hobby verbunden, sie ist Reitlehrerin und ausgebildete Trainerin für Therapien am Pferd. Auch die Pferde haben eine spezielle Ausbildung. „Sie müssen ruhig und verlässlich sein“, beschreibt Strauß. 30 Pferde stehen in Kleinbeeren, davon sind 16 Therapiepferde. „Das Pferd macht alles“, sagt sie. Für sie heißt Reitsport Leidenschaft.

Nachdem die Pferde geputzt sind, geht es in die Halle. Ein paar Runden führen Nils und Torben die Pferde, bevor sie selbst reiten. Dabei führt die Therapeutin die Pferde, die Jungen breiten ihre Arme aus oder setzen sich rücklings auf den Pferderücken. „Das Selbstwertgefühl wird gesteigert“, sagt Franck. Das Getragen-Werden gibt Vertrauen. Es gehört eine gewisse Körperspannung dazu, Konzentration ist gefragt, die ohne Ermahnung sich einstellt, denn es wird freihändig getrabt. Auch erste Passagen im Galopp traut Strauß den Kindern zu. Sie lachen.

Von Krischan Orth

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