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Thriller „Veras Mantel“ in Vorbereitung

Filmdreh in Jüterboger Bauhaus-Villa Thriller „Veras Mantel“ in Vorbereitung

Die Räume der Estrich-Villa in Jüterbog werden für einen Thriller-Filmdreh über eine erfolgreiche Autorin mit einer psychischen Krankheit vorbereitet. Regisseur Ronald Unterberger lässt die Räume der Bauhaus-Villa herrichten, die der Architekt Konrad Wachsmann konzipiert hat.

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Szenographin Sophia Lund, Moritz von Dungern (Kamera), Catherina Zopf (Szenenbild) und Regisseur Ronald Unterberger (v.l.).

Quelle: Foto: Behrendt

Jüterbog. Seit Wochen wird im ganzen Haus gewerkelt. In der leerstehenden Arztpraxis im Jüterboger Wachsmann-Gebäude soll ein Film gedreht werden. In der einstigen Patientenanmeldung hängt ein großes Blatt Papier. Auf dem stehen die Arbeiten für jeden Tag der Woche. Fotos von einzelnen Szenen hängen dem Arbeitsplan gegenüber an der Wand. Im Treppenhaus ist markiert, wo ein Bild zu hängen hat. Im Keller müht sich Kameramann Moritz von Dungern um einen möglichst verstörenden Lichteinfall.

Bis Mai soll alles vorbereitet sein. Dann treffen die Schauspieler ein und es wird noch wuseliger. „26 Drehtage haben wir eingeplant“, sagt Regisseur und Autor Ronald Unterberger. Die Hauptdarstellerin wird dann „Veras Mantel“ anziehen, so der Arbeitstitel des Psychothrillers. Im dem geht es um das Selbstbild eines Superstars und das Scheitern.

Vera ist eine gut aussehende und erfolgreiche Autorin, leidet jedoch an Agoraphobie. Diese Krankheit hindert sie daran, ihr Haus zu verlassen. Deshalb spielt die Handlung des Films konsequent an einem Schauplatz, eben in dem Haus von Vera und ihrem Mann Erik, einer alten renovierungsbedürftigen Villa im Bauhausstil.

Hintergrund zur Villa

Für den Arzt Georg Estrich hat der Architekt Konrad Wachsmann 1929 das Wohnhaus mit Praxis erbaut (Foto: Behrendt).

Wachsmann gilt als Pionier des industriellen Bauens in Holz; in Jüterbog steht das einzige Haus aus Stein von Wachsmann. In Caputh hat er das Holzhaus für Albert Einstein gebaut. Einstein half Wachsmann deshalb bei der Emigration 1941 in die USA. Seine Mutter und Schwester kamen im Rigaer Ghetto um.

Solche Drehorte sind meist sehr teuer. Weil der Eigentümer, der Architekt Nils Estrich sein Haus kostenlos zur Verfügung gestellt hat, fiel die Wahl auf Jüterbog. Sowohl für Ronald Unterberger als auch für Sophia Lund, die aus Hamburg kommt und für die Szenographie verantwortlich ist, war Jüterbog vorher kein Begriff. Nun erobern sie stückweise das Terrain. „Sophia ist seit Monaten am Sammeln“, sagt der Regisseur. Die junge Frau lacht und erzählt, dass sie im Internet und auf Märkten nach Ausstattungsstücken sucht. „Wir haben nicht Mittel ohne Ende“, sagt sie.

Deshalb freut sie sich besonders, dass sie nicht nur mit dem Hauseigentümer Glück haben, sondern auch mit dem Mieter. „Harry Mannig lässt uns auch in seiner Wohnung drehen. Der hat ein fettes Dankeschön verdient“, sagt die junge Frau. Überdies ist Mannig beruflich mit An- und Verkauf befasst und erfüllt auch daher Wünsche der Filmemacher. Ganz sicher ist Sophia Lunds Strahlkraft geeignet, Türen zu öffnen. Ob ihr auch die Hauskatze erliegt, wenn überall gedreht wird, bleibt noch abzuwarten.

Derzeit bereiten sich die Schauspieler in einem Probenraum in Berlin-Steglitz auf ihren Einsatz in Jüterbog vor. „Sie sind alle Profis“, sagt Unterberger, „aber noch ohne großen Namen“. Doch wer sich Szenen aus Filmen von Unterberger ansieht, ahnt, dass er sich erneut Darsteller ausgesucht hat, die den Zuschauer ohne Worte in den Bann ziehen können und ihn ahnen lassen: Gleich passiert etwas. Selbst wenn Vera nur einen Mantel überstreift, den sie auch zu Hause trägt, wenn ihr kalt ist. Sicher soll sich der Zuschauer fragen, was geschieht Vera wirklich und was bildet sie sich ein. „Sie ist in einer Traumwelt gefangen und will jemand anderes sein“, sagt Ronald Unterberger, der sein Werk auf verschiedenen Festivals zeigen möchte.

Von Gertraud Behrendt

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