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Teltow-Fläming Tierpensionen sind in den Ferien restlos ausgebucht
Lokales Teltow-Fläming Tierpensionen sind in den Ferien restlos ausgebucht
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00:17 31.07.2018
Urlaub für den Hund oder die Katze ist im Trend. Quelle: dpa
Ludwigsfelde

 In den Gästezimmern von Josef Jagoschitz in Ludwigsfelde ist kein Platz mehr frei. Wer seinen Hund, seine Katze oder das Meerschweinchen in den Ferien bei ihm unterbringen will, muss mindestens drei Wochen im Vorfeld reservieren. Die Besitzer der beiden Hündinnen Lucy und Flecki haben ihre Vierbeiner schon Anfang Juni angemeldet. „Jetzt sind die Zwei knapp vier Wochen in unserer Tierpension“, erzählt Jagoschitz.

Hätten sich ihre Herrchen später gemeldet, wäre es wohl eng geworden für Lucy und Flecki. „Unseren Betrieb gibt es seit 40 Jahren“, berichtet Josef Jagoschitz, „in der Urlaubszeit ist schon immer besonders viel los gewesen, obwohl der Job als Tierpfleger auch sonst hart ist.“ Während die Tierhalter aus Ludwigsfelde, Luckenwalde und Berlin Urlaub machen, herrscht bei „Josefs Tierpension“ Hochbetrieb. Auch Stammkunden aus Bonn und Düsseldorf, sogar Politiker und Schauspieler schenken dem gebürtigen Ungarn ihr Vertrauen.

Josef Jagoschitz betreut seit 40 Jahren Haustiere in seiner Pension in Ludwigsfelde. Quelle: Victoria Barnack

Von dem organisatorischen Stress, den die Urlaubszeit für Jagoschitz und seine Mitarbeiter bedeutet, bekommen die Pensionsgäste kaum etwas mit. „Für die Hunde ist es auch ein bisschen wie Urlaub“, sagt Josef Jagoschitz. Den ganzen Tag spielen, rumliegen und gestreichelt werden – das gefällt auch Lucy und Flecki, die das Heimweh in der 500 Quadratmeter großen Auslauffläche schnell vergessen haben.

Tierpensionen wünschen sich mehr Mitstreiter im Speckgürtel

Josef Jagoschitz braucht schon lange keine Werbung mehr, damit seine Gästezimmer voll belegt sind. Er hat einen guten Ruf bei Tierärzten, Züchtern und anderen Pensionen. Wenn es nach ihm ginge, könnte es ruhig mehr Konkurrenz in der Region geben. „Als der Mindestlohn eingeführt wurde, haben viele Tierpensionen das Handtuch geworfen“, berichtet er. Zu den höheren Lohnkosten kamen teures Futter, erhöhte Pachten und steigende Wasserpreise. Was seitdem in der Hauptstadt fehlt, verteilt sich nun auf den Speckgürtel.

Die Tierpension von Josef Jagoschitz in Ludwigsfelde ist in den Ferien Urlaubszeit komplett ausgebucht. Die Hunde Flecki und Lucy (schwarz) haben noch einen Platz bekommen. Quelle: Victoria Barnack

Davon kann auch Ingo Lotz berichten. Er betreibt seit 1991 eine Tierpension in Waltersdorf. „Es könnte noch viel mehr Hotels für Tiere geben“, bestätigt er. 120 Urlaubszimmer für Hunde, Katzen, Vögel und Nager im Berliner Speckgürtel würden problemlos ausreichend Anklang finden, sagt Lotz. Von Kollegen berichtet er, dass es auch weiter abseits der Hauptstadt einen großen Bedarf an Urlaubsunterkünften für Haustiere gibt. „Selbst die Tierpensionen in berlinfernen Gegenden sind jetzt alle voll“, sagt er.

Betreiber wollen trotz Nachfrage nicht erweitern

Obwohl die Nachfrage da ist, würden weder Josef Jagoschitz noch Ingo Lotz ihre bestehenden Anlagen erweitern wollen. Beide erklären, dass das Vertrauen zwischen Tierpfleger, Haustier und Herrchen das A und O ihrer Arbeit ist. „Für viele junge Menschen ist das Haustier wie ein Kind und für die älteren Menschen ist es oft der letzte Bezugspunkt“, sagt Jagoschitz. Ingo Lotz ergänzt, garantieren könne dieses Vertrauen nur eine kleine Anlage mit einer begrenzten Zahl an Mitarbeitern. „Wenn die Pfleger ständig wechseln, können die Hunde kein Vertrauen aufbauen und fühlen sich unwohl“, sagt er.

Bis zu 15 Euro pro Nacht zahlen Tierhalter, wenn sie ihre Katze in einer Pension unterbringen wollen. Quelle: Danilo Hafer

Für die gute Betreuung nehmen viele Haustierbesitzer die wegen höheren Löhnen und Nebenkosten steigenden Preise in den kleinen Tierpensionen hin. Jede Preiserhöhung sei für die Kundschaft zwar ein Schock, berichtet Josef Jagoschitz, „wegen des Mindestlohns sind die Preise inzwischen aber überall gleich“. Nur in Berlin seien sie noch höher.

Je nach Größe und Verträglichkeit des Tieres zahlen beispielsweise Hundehalter über 30 Euro pro Nacht, wenn sie ihren Vierbeiner in Teltow-Fläming oder Dahme-Spreewald unterbringen wollen. Bei Katzen beträgt der Preis pro Nacht bis zu 15 Euro.

Weniger ausgesetzte Haustiere in der Urlaubszeit

Der Trend zum Urlaub fürs Haustier hat zumindest in Dahmeland-Fläming offenbar einen positiven Nebeneffekt: Tierheime in der Region verzeichnen immer weniger ausgesetzte Tiere – obwohl das Bild landesweit ein anderes ist: Der Tierschutzverband Brandenburg beklagt derzeit wieder eine steigende Zahl.

Vor allem wenn Katzen oder Hunde älter oder krank seien, würden sie sich selbst überlassen, berichtet die 1. Vorsitzende Ellen Schütze. Sie könne nicht verstehen, dass viel Geld für eine Reise ausgegeben werde, aber die Kosten für eine Pension zur Unterbringung der Tiere zu hoch erschienen.

Im Zossener Tierheim werden regelmäßig Fundtiere aufgenommen. Quelle: Ursula Bauer/Aktion Tier

Beim Zossener Tierheim kann man diese Beobachtung nicht bestätigen. „In den vergangenen drei Jahren war es zum Glück nie so, dass wir in den Ferien besonders viele Tiere aufnehmen mussten“, berichtet Mitarbeiterin Amelie Mühlenberg.

Josef Jagoschitz bestätigt das. Der 70-Jährige nimmt in seiner Pension regelmäßig Fundtiere aus verschiedenen Gemeinden auf, darunter Ludwigsfelde, Zossen und Teltow. „In meinem Einzugsbereich hat es zum Glück wesentlich nachgelassen, dass Tiere in der Ferienzeit einfach ausgesetzt werden“, sagt er.

Maria Schwarz leitet das Tierheim in Märkisch Buchholz. Sie ist froh über die sinkende Zahl ausgesetzter Haustiere. Quelle: Andrea Müller

Gleiches gilt für das Tierheim in Märkisch-Buchholz bei Königs Wusterhausen. „Momentan können wir nicht feststellen, dass vermehrt Haustiere einfach ausgesetzt werden“, berichtet Heimleiterin Maria Schwarz. Fundtiere würden die Mitarbeiter das ganze Jahr über ständig aufnehmen, berichtet sie. „Das sind meistens aber Tiere, die ausgebüchst sind“, sagt sie, „in der Regel holen die Besitzer sie schnell wieder ab.“ Die Zahl ausgesetzter Tiere hingegen, die in ihrem Zuhause offensichtlich nicht mehr erwünscht sind, sei in der Region generell zurückgegangen.

Von Victoria Barnack

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