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Tierschützer blockieren Hühner-Schlachthof

Niederlehme Tierschützer blockieren Hühner-Schlachthof

Linke Aktivisten haben am Montag eine menschliche Blockade vor den Zufahrten des Wiesenhof-Schlachtbetriebes in Niederlehme errichtet um den Werksverkehr zu stoppen. Sie wollten so gegen die massenhafte Schlachtung und den Verzehr von Tieren protestieren.

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Linke Aktivisten blockierten die Zufahrt und enterten einen Lastwagen (hinten).

Quelle: Johannes Zimmermann

Niederlehme. Etwa 40 Aktivisten haben am Montag in Niederlehme den Schlachthof der Firma Wiesenhof blockiert. Um 9 Uhr hatten sich Demonstranten an Betonfässer vor den beiden Zufahrten des Betriebes gekettet, um den Lieferverkehr zu stoppen. Sie protestierten damit gegen Massentierhaltung und die geplante Erhöhung der Schlachtkapazität im Betrieb.

Die Polizei war mit mehreren Dutzend Kräften vor Ort, um die Blockade aufzulösen. Einige Teilnehmer sind von den Beamten weggetragen worden. Gegen 15:30 Uhr waren die Werkszufahrten dann wieder frei.

Lastwagen-Anhänger geentert

Die Demonstranten hatten bei der Blockade auch einen Lastwagen gestoppt und den Auflieger geentert. Spezialisten der Bundespolizei brauchten zwei Stunden, um die Demonstranten von den Betonfässern zu trennen.

Es gelang den Demonstranten nicht, den Werksverkehr komplett lahmzulegen. Lastwagen verließen den Schlachthof während der Aktion über einen unbefestigten Weg auf einem Nachbargrundstück. Nach Angaben der Initiatoren blieb dabei auch einer der Trucks stecken.

„Das ist ein Protest gegen die Ausbeutung von Leben und gegen den Kapitalismus“, sagte Christopher Clement, Sprecher der Aktivisten vor Ort. Er und seine Mitstreiter kämpfen gegen die Mast, Schlachtung und den massenhaften Verzehr von Tieren. Die geforderte Konsequenz ist vegane Ernährung.

Anzeigen aufgenommen

Die Polizei nahm die Identitäten der Demonstranten auf, es werden Anzeigen wegen Nötigung, Hausfriedensbruch und Verstoß gegen die Versammlungsfreiheit gefertigt. Außerdem werde geprüft, ob die Einsatzkosten den Initiatoren auferlegt werden können, sagte Polizeisprecherin Ines Filohn. Verletzt wurde bei der Aktion niemand. An der Blockade beteiligt waren bundesweit aktive Gruppen wie Tierfabriken-Widerstand, aber auch Mitglieder der regionalen Bürgerinitiativen „KW stinkt’s“ und Berliner Tierbefreiungs-Aktion.

Das Unternehmen Wiesenhof hatte im vergangenen Oktober angekündigt, seine Schlachtkapazitäten in Niederlehme von aktuell 120 000 Tieren täglich auf 160 000 Hühner erhöhen zu wollen. Bei einem 24-Stunden-Betrieb könnten dann bis zu einer Viertel Million Hühner täglich geschlachtet werden. Anwohner befürchten weitere Beeinträchtigungen.

Von Johannes Zimmermann

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