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Tierschützer mit Herz

Welttierschutztag 2016 Tierschützer mit Herz

Der Deutsche Tierschutzbund stellt den Welttierschutztag in diesem Jahr unter das Motto: „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ Auch in der Region Dahmeland-Fläming gibt es mehrere Anlaufstellen für entlaufene oder ausgesetzte Haustiere. Hinter den Tierheimen stehe viele engagierte Helfer.

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Myriam Laser arbeitet seit acht Jahren im Tierheim in Zossen.

Quelle: Danilo Hafer

Dahmeland-Fläming. Ganz aufgeregt und mit wedelnder Rute flitzt der kleine Hugo durch das Büro des Tierheims in Zossen. Der zweijährige Glatthaarfoxterrier hält Mitarbeiterin Myriam Laser dabei ganz schön auf Trapp. Doch die 26-jährige Tierpflegerin kennt es nicht anders. Sie arbeitet seit acht Jahren im Zossener Tierheim, das vom Verein der Tierfreunde Schützende Hand und dem Tierschutzverein „Aktion Tier“ betrieben wird. Für die Arbeit im Tierheim müsse man geboren sein, sagt Myriam Laser. Denn die derzeit 70 Katzen, 16 Hunde und 20 Kaninchen müssen jeden Tag versorgt werden, natürlich auch an Wochenenden. Doch: „Zu sehen, wie ein verwahrlostes Tier langsam wieder auf die Beine kommt, ist einfach der schönste Moment“, sagt sie. Allerdings, so ihr Gefühl, würden viele Menschen die Arbeit der Tierschützer nicht richtig wertschätzen.

Welche Arbeit in den Tierheimen in der Region Dahmeland-Fläming und in ganz Deutschland wirklich geleistet wird, darauf möchte der Deutsche Tierschutzbund am heutigen Welttierschutztag aufmerksam machen. Gemeinsam mit seinen angeschlossenen Mitgliedsvereinen ruft er daher in diesem Jahr das Leitmotto „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ aus. Eine der Kernforderungen des Tierschutzbundes ist dabei eine kostendeckende Erstattung der Fundtierkosten. Denn Kommunen würden durchschnittlich 80 Prozent der Leistungen der Tierheime abrufen, im Gegenzug aber nur etwa 20 Prozent der dafür anfallenden Kosten übernehmen, heißt es.

Tiere bleiben länger als 28 Tage

Seit 25 Jahren betreibt Waltraud Lenz ein Tierheim auf ihrem Grundstück in der Luckenwalder Innenstadt. Für eine Fundkatze bekäme die 65-Jährige fünf Euro am Tag, über einen Zeitraum von 28 Tagen. „In Wirklichkeit ist es aber so, dass Fundtiere deutlich länger als 28 Tage bei uns sind“, sagt sie. Die Kosten für die weitere Unterbringung muss der Tierschutzverein selbst tragen. Derzeit sind 28 Katzen, 14 Hunde und sieben Kaninchen im Luckenwalder Tierheim „Am Bürgerhof“ zu Hause. Für Waltraud Lenz ein Fulltime-Job. „Ich wohne ja direkt auf dem Grundstück. Das ist ideal, da ich dann auch in der Nacht schnell bei den Tieren sein kann, falls etwas passiert “, sagt sie. Trotz oft finanziell angespannter Lage könne sie sich immer auf die Menschen verlassen, wenn ein Tier wirklich in Not ist. „Als eine Katze dringend operiert werden musste, haben wir einen Spendenaufruf gestartet und unglaublich schnell die nötigen 1 000 Euro zusammenbekommen“, erzählt sie.

Es begann mit einem Fundhund

Nicht selten sorgen eben solche konkreten Fälle dafür, dass sich Menschen im Tierschutz engagieren. Auch bei Margot Wendland war das so. „Alles hatte damit begonnen, dass wir einen Fundhund bei uns zu Hause aufgenommen haben, weil es keine andere Möglichkeit gab“, erzählt sie. Seitdem seien immer wieder Tiere zu ihr gebracht worden. Wenn es gepasst hat, kamen diese bei Freunden und Bekannten von Margot Wendland unter, bis sie im Jahr 1991, gemeinsam mit sechs anderen Mitstreitern, den Tierschutzverein Königs Wusterhausen gründete. Vier Jahre später wurde das Tierheim in Märkisch Buchholz aufgebaut.

Russen ließen Katzen zurück

Im gleichen Jahr verließen die russischen Soldaten die Garnisonsstadt Wünsdorf und ließen dabei all ihre Haustiere, vornehmlich Katzen, zurück. Engagierte Bürger kümmerte sich um die Versorgung der Tiere. Dies war der Anfang des heutigen Tierheims in Zossen. Seit 1999 kümmert sich nun der Verein der Tierfreunde Schützende Hand um die Unterbringung der Tiere. Vor acht Jahren, es waren gerade Weihnachtsferien, half dann Myriam Laser zum ersten Mal im Tierheim. Anschließend verbrachte sie dort ein freiwilliges ökologisches Jahr und wurde schließlich Auszubildende. Heute ist sie eine von fünf fest angestellten Mitarbeitern. Ungeachtet der vielen täglichen Herausforderungen habe sie vor allem einen Traum. „Das Schönste wäre eigentlich, wenn es gar keine Tierheime mehr geben müsste, leider ist dieser Weg für viele Besitzer aber immer noch der einfachste“, sagt Myriam Laser.

Von Danilo Hafer

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