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Tolle Tage im Fontaneum

Rangsdorf Tolle Tage im Fontaneum

Nach den Sommerferien feiert das Rangsdorfer Fontane-Gymnasium sein 25-jähriges Jubiläum. Ehemalige Lehrer berichten über die wilden Anfangsjahre und erklären, warum heutige Schüler angepasster sind. Im Direktorenzimmer herrscht Vorfreude auf den geplanten Erweiterungsbau.

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Karen Schäfer, Thomas Siede, Angelika Franz und Heike Schönwald (v. l.) unterrichten seit vielen Jahren an der Schule.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Ein Schulleiter, der seine Schüler jeden Morgen am Tor begrüßt – am Fontane-Gymnasium Rangsdorf war das einige Jahre Gang und Gäbe. Jeden Morgen stand Peter Gleich am Schultor und empfing jeden mit einem freundlichen „Guten Morgen“. In den aufregenden Jahren der Nach-Wendezeit vermittelte der frühere Leiter des Gymnasiums Ruhe und Wohlgefühl, während aus dem Ministerium fast im Wochentakt neue Anordnungen und Bestimmungen ins Haus flatterten.

„Es war eine wilde Zeit“

„Es war eine wilde Zeit“, erinnert sich Thomas Siede, der zu der Zeit Oberstufenkoordinator war und die Aufgabe hatte, aus einer polytechnischen Oberschule Ost ein Gymnasium West zu machen. „Man konnte machen, was man für richtig hielt“, sagt der 65-Jährige, der die Schule seit 1987 kennt. Überhaupt sei in den 1990er Jahren viel mehr diskutiert worden, sogar gestreikt.

Das Festprogramm

Kunst spielte in der Geschichte des Fontane-Gymnasiums schon immer eine wichtige Rolle. Besondere Werke werden am 6. September, 18 Uhr, in den Räumen der Schule gezeigt.

Fontane – Der Name verpflichtet. Getreu dem literarischen Vorbild des berühmten Dichters haben auch Generationen von Gymnasiasten den Stift in die Hand genommen und ihre Gedanken und Erlebnisse zu Papier gebracht. Einen Auszug der Literatur gibt es am 7. September, 18 Uhr, in der Schule.

Chemische Experimente führt Lehrer Frank Straub am 8. September, 17 Uhr, vor.

Eine großes Fest mit den Highlights

aus 25 Jahren steigt am 9. September, 19 Uhr im Seebad Rangsdorf.

In den Anfangsjahren sollte das Gymnasium nicht alle Klassenstufen abdecken. Eltern und Schüler gingen auf die Straße, protestierten vor dem Kreistag, der damals noch in Dabendorf tagte. Am Ende lenkten die Politiker ein und machten aus der Schule ein vollwertiges Gymnasium. Als Schulleiter Peter Gleich wenige Jahre später wegen möglicher Stasi-Verstrickungen vom staatlichen Schulamt abgesetzt wurde, gab es eine Welle der Solidarität von Schülern, Eltern und Lehrern, über die sogar das Fernsehen berichtete.

Lehrerin: Schüler waren früher rebellischer

So viel Protest ist heute kaum vorstellbar. „Früher wurde mehr diskutiert“, erinnert sich Karen Schäfer, die seit 1992 an der Schule unterrichtet. Heutige Generationen von Schülern seien angepasster. „Es gibt weniger alternative Lebensentwürfe. Die jungen Leute sind karrierebewusster. Viele studieren nach der Schule, was Geld bringt“, sagt sie. Dass die Schüler früher rebellisch waren, führt Thomas Siede auf die Zeit nach dem Mauerfall zurück, als man erstmals offen kritisieren und hinterfragen durfte.

Es fehlt Platz

Steffen Szmala, der die Schule seit fünf Jahren leitet, hat ganz andere Probleme . Es fehlt an Platz. Fachräume und Aufenthaltsräume sind knapp, das Lehrerzimmer muss mittlerweile doppelt so viele Personen aufnehmen, wie in den Anfangsjahren der Schule. Als er die frischgewählte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) zum ersten Mal traf, sprach er sie direkt an. „Ich habe ein Problem und Sie können mir helfen“, erinnert er sich. Fast drei Jahre ist das her und die Landrätin hat geholfen. Der Anbau für die Schule ist so gut wie auf dem Weg, die Planungen so gut wie abgeschlossen. „Wir hoffen, dass im nächsten Jahr Spatenstich ist“, sagt Steffen Szmala. 1200 zusätzliche Quadratmeter sollen zwischen Gymnasium und Grundschule entstehen. Neben Räumen für Schüler und Lehrer bekommt die Schule endlich eine Aula für die vielen Veranstaltungen. Mehr als die derzeit 660 Schüler, verteilt auf vier Klassen pro Jahrgang, sollen es nicht werden, betont der Schulleiter.

Technisch gut ausgestattet

Mit dem zusätzlichen Platz kann die Schule ihren Ganztags-Anspruch endlich erfüllen, der bisher eher theoretisch war. Seit der Verkürzung der Abiturphase muss der gleiche Stoff in kürzerer Zeit unterrichtet werden. „Die Vorgaben lassen kaum Freiräume zu“, sagt Katja Hähnel, die seit Januar stellvertretende Schulleiterin ist. Gleichzeitig sollen die Schüler lernen, kritisch mit neuen Medien umzugehen. Technisch ist das Fontane-Gymnasium gut ausgestattet. „Auch die Kollegen ziehen mit“, sagt Szmala. „Manche Schüler glauben, wenn sie etwas googeln, haben sie es verstanden“, sagt Katja Hähnel, „dabei fängt das Lernen dann erst an.“

Von Christian Zielke

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