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Toter Rotmilan: Nabu verklagt Edis

Anzeige gegen Energieversorger Toter Rotmilan: Nabu verklagt Edis

Bei Rohrbeck (Teltow-Fläming) wurde am Dienstag ein Rotmilan vom Stromschlag getroffen. Inzwischen ist der Vogel tot. Da die Leitungen bis 2012 zu entschärfen waren, sieht der Nabu eine Pflichtverletzung bei der Edis. Deren Pressesprecher sagt, es habe Nachrüstungen an diesem Mast gegeben.

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Der Fundort des Rotmilans bei Rohrbeck.
 

Quelle: : Brücher

Rohrbeck.  Gegen den Stromversorger Edis AG soll Strafanzeige erstattet werden. Das kündigen Winfried Böhmer vom Naturschutzbund (NABU), die Bundesarbeitsgemeinschaft Stromtod, und Helmut Brücher, Vorstandsmitglied des NABU im Landesverbandes Brandenburg an. Brücher hat diese Woche einen schwer verletzten Rotmilan gefunden, der inzwischen tot ist. Er lag unter einem Mittelspannungsendmast am Pumpenstromverteilungsgebäude zwischen Rohrbeck und Bochow. „In dem Leitungsbereich ist 2014 schon eine tote Nebelkrähe gefunden worden“, ergänzt er.

 Der Rotmilan hatte auffällige Strommarken am Flügel sowie an beiden Füßen; die ursprünglich gelbe Haut war überwiegend schwarz verbrannt. Dies schilderte Brücher der MAZ. Für ihn besteht kein Zweifel daran, dass der Vogel einen Stromschlag erlitten hat.

 Helmut Brücher wirft dem Netzbetreiber vor, dass er die zehnjährige Übergangsfrist ungenutzt habe verstreichen lassen. Bis Ende 2012 war Zeit für die Umrüstung. Experten hätten Stichproben im Kreis Teltow-Fläming gemacht und dabei festgestellt, dass nur wenige Sondermasten, wie beispielsweise End-, Gitter- und Trafomasten, den Vorschriften entsprechend umgerüstet worden seien. Edis ignoriere weitgehend das Gesetz, „sodass immer wieder vor allem Greifvögel und Störche an den Masten einen oft qualvollen Tod sterben“, erläutert Brücher.

Schon im Sommer 2014 sei Edis auf unzureichend geschützte Strommasten in Rohrbeck aufmerksam gemacht worden. „Ein Storchenpaar versuchte, auf einem nicht vorschriftsmäßig geschützten Mast ein Nest zu bauen“, berichtet er. Damals habe das Unternehmen der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Teltow-Fläming zugesichert, die Masten im Herbst 2014 zu sichern beziehungsweise abzubauen. „Geschehen ist bis heute nichts, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier ein toter Storch unter dem Masten liegt“, ist sich der Ornithologe sicher. „Man hat den Eindruck, dass Edis das Problem eher aussitzt, als sich um die rasche Lösung zu kümmern“, sagt er.

Horst Jordan, Pressesprecher der Edis AG widerspricht. Der genannte Mast „wurde von uns schon vor geraumer Zeit mit einer in solchen Fällen gängigen Vogelschutzvorrichtung bestückt: konkret mit einer sogenannten Sitzstange, die die Berührung zwischen Vögeln und stromführenden Teilen verhindern soll. Falls es hier möglicherweise trotz dieser Schutzmaßnahme zu einer Berührung gekommen ist, bedauern wir das sehr.“ Jordan verspricht: „Wir werden nun unverzüglich weitergehende Vogelschutzmaßnahmen an diesem Mast in Angriff nehmen, die über die bisherige Lösung hinausgehen.“ Perspektivisch sei vorgesehen, „dass dieser Mast dort gänzlich verschwindet, womit ein mögliches Gefahrenpotenzial dann vollständig beseitigt ist.“

Zu den Stichproben im Kreis sagt Horst Jordan, pauschale Schuldzuweisungen seien wenig hilfreich und eine Einzelmeinung. „Unser Unternehmen hat bereits tausende Masten in den zurückliegenden Jahren mit Vogelschutzeinrichtungen versehen, schwerpunktmäßig dort, wo es erkennbares Gefährdungspotential gibt oder gab.“ Gleiches gelte für andere Anlagen. „Wir werden diese Vogelschutzmaßnahmen intensiv weiterführen.“ Hunderte Kilometer Mittelspannungsfreileitungen seien bereits verkabelt. Dies werde fortgesetzt. Mit dem NABU und anderen Naturschutzverbänden gebe es „eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“.

Von Gertraud Behrendt

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