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Teltow-Fläming Tour de Osten macht Station in der Kreisstadt
Lokales Teltow-Fläming Tour de Osten macht Station in der Kreisstadt
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00:16 18.07.2017
Startschuss für die zweite Gruppe der Tour de Osten auf dem Luckenwalder Markt, wo sich die Radler am Freitagmorgen zum Frühsport trafen. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Was den Franzosen ihre Tour de France ist, ist den zumeist älteren Radfahrern aus ganz Deutschland ihre „Tour de Osten“ – nur mit einigen Unterschieden. Es geht ihnen nicht um gelbe oder grüne Trikots, sondern um das Erlebnis an sich. Es geht ihnen nicht ums Zuschauen, sondern ums Mitmachen. Und es geht ihnen vor allem darum, die Städte, Dörfer und die Natur dazwischen kennenzulernen.

232 Radfahrer beherrschten das Luckenwalder Stadtbild

Am Donnerstagnachmittag konnte man im Luckenwalder Stadtbild immer mehr Radfahrer beobachten, die in unterschiedlich großen Gruppen in die Stadt hereinrollten. Die 232 Radfahrer kamen mit ihren Begleitfahrzeugen geradewegs aus Wittenberg, wo sie die Nacht davor verbracht hatten. Nach einer Mittagspause in Kloster Zinna erreichten sie das Luckenwalder Stadtzentrum. Von dort verteilten sie sich auf die verschiedenen Hotels und Pensionen. Radtour-Organisator Dieter Krumme von der Veranstaltungsagentur Festunion aus Dresden hatte für 170 seiner Kunden die Fläminghalle angemietet. Dort wurden entsprechend viele mitgebrachte Schaumstoffmatratzen ausgelegt, die als Nachtlager dienten.

Eine Woche radeln und in Massenunterkünften übernachten

„Eine Woche hält man das aus“, meint Marlies Ulif (67) aus Hamburg, „am besten aber mit Oropax.“ Sie ist wie die meisten Teilnehmer nicht zum ersten Mal dabei. Bis auf zwei Ausnahmen hat sie an allen Touren teilgenommen und ist auch schon bei den Vorgängerevents dieser Art wie „Sachsen fährt ab“ mitgeradelt.

Doppelter Schutz vor Sonne und möglichen Stürzen. Stephan Bormann mit seiner Hut-Helm-Kombination und stets weißem Hemd. Quelle: Hartmut F. Reck

Zu den Wiederholungstätern zählt auch Stephan Bormann (59) aus Leipzig. Er fällt stets mit seiner Helm-Hut-Kombination auf. Über dem Lederhut, dessen Krempe er als zusätzlichen Schutz mit einer Radkappenfeder verstärkt hat, sitzt ein herkömmlicher Fahrradhelm. (Selbstverständlich gilt für alle Teilnehmer Helmpflicht, betont Organisator Dieter Krumme.) Bormann, der jeden Tag ein frisches weißes Hemd trägt, radelt schon von Anfang an mit, also seit 23 Jahren. Wie Marlis Ulif gehört er zur letzten der vier Gruppen. „Wir sind eher die Radwanderer, lassen uns Zeit und schauen uns lieber die Umgebung an.

Vor der Weiterfahrt wurden erst einmal gymnastische Übungen zur Dehnung der Muskeln gemacht. Quelle: Hartmut F. Reck

Weiter vorne bei den sportlich ambitionierteren Teilnehmern tritt Rainer Goldammer (67) aus Chemnitz in die Pedalen und das auch schon seit 1994. Sein Kumpel Alfred Jäckel feiert am heutigen Samstag übrigens seinen 80. Geburtstag. Goldammer kennt die Gegend hier gut, weil er oft nach Alters Lager fährt, um von hier aus eine Tagestour auf der Fläming-Skate zurückzulegen. „Hier gibt’s weniger Berge, dafür mehr Gegenwind“, sagt Goldhammer.

Der ganze Markt war voller Radfahrer. Viele waren nicht mehr die Jüngsten, aber alle fit wie ein Turnschuh. Quelle: Hartmut F. Reck

Aber nicht nur Sport interessiert die Radfahrer, sondern auch die Sehenswürdigkeiten und das Beisammensein. So gab es am Donnerstagabend vier Stadtführungen und danach feierten alle im „Waldidyll“ im Elsthal, wo sie sich an drei Essstationen versorgen konnten.

Gestern früh versammelten sich dann alle Radler auf dem Markt. Nach einer Runde Dehnungsübungen und Frühsport schwangen sie sich auf ihre Sättel und fuhren weiter nach Brandenburg an der Havel, dem Ziel der diesjährigen Tour.

Von Hartmut F. Reck

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