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Trachtengruppe feiert 20-jähriges Bestehen

Dennewitz Trachtengruppe feiert 20-jähriges Bestehen

Dass Brauchtumspflege nur etwas für ältere Semester ist, wird oft behauptet. Die Dennewitzer Flämingtrachten beweisen seit 20 Jahren das Gegenteil. Derzeit laufen die Vorbereitungen für das eigene Jubiläum rund um die historische Ausgehkleidung vom Lande.

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Dass Trachtenträger viel Spaß miteinander haben, ist auf dem Gruppenfoto vor der Dennewitzer Kirche gut zu sehen.

Quelle: Josefine Sack

Dennewitz. Alljährlich im September wird Dennewitz zum Wallfahrtsort. 203 Jahre ist es her, dass die Felder ringsum zum Schlachtfeld der Befreiungskriege wurden. Als Schlacht bei Dennewitz ist das Ereignis, bei dem rund die Hälfte der 70  000 beteiligten Soldaten ihr Leben ließen, in die Geschichtsbücher eingegangen.

Anstoß gab das Gedenken an die Schlacht gegen Napoleon

Das jährliche Gedenken an die blutigen Ereignisse war der Auslöser für die Gründung der Dennewitzer Trachtengruppe. 20 Jahre ist es her, dass sich ein Dutzend bunter Flämingröcke am Rande der Gedenkveranstaltung zum ersten Mal drehte. Am 11. September lädt die inzwischen aus 40 Männern, Frauen, Kindern und Jugendlichen bestehende Truppe zum 20-jährigen Jubiläum. Die Sommermonate wollen sie nutzen, um das Festprogramm zu organisieren und die Lieder und Tänze für den eigenen Auftritt zu proben.

Wandbild in Dennewitz

Wandbild in Dennewitz.

Quelle: Josefine Sack

„Die Frage, was wir den Besuchern, die das Schlachtfeld besichtigen wollen, sonst noch bieten könnten, hat uns schon viele Jahre davor beschäftigt“, erinnert sich Martina Schlanke, die damals Bürgermeisterin war. Zusammen mit ihrer Amtskollegin Andrea Schütze aus dem benachbarten Niedergörsdorf besann sich Schlanke auf die Trachtentradition. Fachlichen Rat holten sich die beiden vom Meinsdorfer Heimatforscher Reinhard Anders und dessen Frau Johanna, die ihre eigene Tracht verlieh, um den Dennewitzern zu helfen.

Trachtennäherei in der alten Dorfschule

Die alte Dorfschule wurde zur Trachtennäherei umfunktioniert. Pünktlich zum Schlachten-Gedenktag waren die ersten zwölf Trachtenträgerinnen eingekleidet. „Voller Stolz haben wir damals bei der Eröffnung des Dennewitzer Museums Spalier gestanden“, erinnert sich Schlanke.

Doch die frischgebackenen Trachtenfrauen wollten mehr. Zwei Jahre nach der Premiere führten sie zum ersten Mal das Hochzeitsspektakel „Die Fläminghochzeit“ auf, für das sie auch erste Lieder und Tänze einstudiert hatten. Aus der Nähstube war ein ABM-Projekt geworden, dessen vier Frauen Vereine und Unternehmen mit historischen Gewändern versorgte.

„Stück für Stück wurde so die Trachtentradition wiederbelebt und hat sich praktisch aus sich selbst heraus weiterentwickelt“, blickt Martina Schlanke zurück. Mit ihren sehens- und hörenswerten Auftritten zogen sie nicht nur das Publikum in Fern und Nah in ihren Bann, sondern gewannen auch Mitstreiter.

30 Erwachsene und zehn Kinder tragen Tracht

30 Erwachsene und zehn Kinder und Jugendliche gehören heute zur Trachtengruppe. „Der jüngste ist gerade mal acht, der älteste 80, was zeigt, dass Traditionspflege Jung und Alt gleichermaßen Spaß machen kann“, sagt Schlanke. Aus einer Trachten-AG an der Grundschule, die Edeltraut Liese drei Jahre lang leitete, wurde später die Trachtenjugendgruppe. „Immer wieder kommen auch ältere ,Neulinge’, wie zum Beispiel Heinz Müller, der vor zwei Jahren als 73-Jähriger zu uns kam.“

Kinderrachtengruppe

Kinderrachtengruppe

Quelle: Josefine Sack

Auftritte haben die Dennewitzer Trachtentänzer und -sänger inzwischen nicht nur bis Thüringen und Mecklenburg, sondern sogar bis an die Wiege der Flämingtradition, nach Antwerpen und Brüssel, sowie ins ungarische Szolnok geführt. 25 Lieder und 18, teils einfache, teils komplizierte Tänze gehören zum Repertoire. 25 bis 30 Auftritte gibt es pro Jahr.

Das Jubiläum am 11. September sieht Martina Schlanke als besondere Herausforderung. Nach der Kranzniederlegung zum Gedenken an die Schlacht beginnt um 14 Uhr das eigentliche Überraschungsfestprogramm. „Mehr“, so Schlanke, „wird vorher noch nicht verraten.“

Von Uwe Klemens

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