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Teltow-Fläming Traditions-Fleischerei vor ungewisser Zukunft
Lokales Teltow-Fläming Traditions-Fleischerei vor ungewisser Zukunft
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09:48 15.10.2015
Die Fleischerei Bendig in Mahlow Quelle: Christian Zielke
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Mahlow

Die Fleischerei Bendig in Mahlow steht vor einer ungewissen Zukunft. Zwei Behördenentscheidungen machen Noch-Inhaber Rainer Bendig das Leben schwer. Mittwoch teilte ihm die Untere Bauaufsicht des Landkreises Teltow-Fläming mit, dass die Baugenehmigung für die Küche in Mahlow abgelehnt worden ist. Diese musste er Anfang des Jahres beantragen, weil der Kreis der Meinung war, dass die Küche, die sich seit mehr als 20 Jahren in einer früheren Schmiede befindet, ein Schwarzbau ist. Und nun das. „Ich bin sprachlos“, sagt Bendig.

Schon vor einigen Wochen hatte die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow den Pachtvertrag für das Vereinshaus in Mahlow gekündigt, nachdem die Untere Bauaufsicht zu dem Ergebnis gekommen war, dass ein Gewerbebetrieb dort nicht zulässig sei. Das Vereinshaus liege in einem Wohngebiet. Hochzeiten und Familienfeiern hätten dort nichts zu suchen. Ein Nachbar, der sich vom Lärm gestört fühlte, hatte die Behörden auf den Plan gerufen. Auch den Streit um die Küche geht auf die Initiative eines Nachbarn zurück, der sich von den Essensgerüchen belästigt fühlt.

Geschäftsübergabe in Gefahr

Rainer Bendig versteht die Welt nicht mehr. „Da arbeitet man jahrzehntelang, zahlt Steuern und dann so was.“ Eigentlich wollte der 62-Jährige seit diesem Jahr den Ruhestand genießen, doch die Übergabe an seinen Nachfolger René Raböse stockt wegen der offenen Verfahren. Mit der Gewissheit, die seit Mittwoch herrscht, werden die Chancen für die Übergabe und das Weiterbestehen des Familienunternehmens mit mehr als 80 Beschäftigten nicht besser. „Ohne Küche keine Bürgschaftsbank und ohne die keine Übergabe“, sagt Rainer Bendig.

Dabei sei der Betrieb im Kern gesund. „Wir haben keine Schulden“, sagt er stolz. Mit der Küche und dem Vereinshaus brechen dem Unternehmen jedoch wichtige Umsatzbringer weg. Allein die Küche, die für Mittagstisch und Partyservice unverzichtbar ist, bringt fast die Hälfte des Umsatzes. Dazu kommen rund 30 Hochzeiten und Familienfeiern pro Jahr im Vereinshaus. „Ich kann darauf nicht verzichten“, sagt Geschäftsführer René Raböse. Dem 37-Jährigen läuft die Zeit davon.

Bürgermeister kündigt Pachtvertrag

Norbert Jurtzik, der Leiter der Unteren Bauaufsicht, begründet die Ablehnung mit immissionsrechtlichen Problemen. Die Abluft der Küche könne man verlegen. Nicht verlegen lasse sich der laute Lieferverkehr ab 4 Uhr morgens. Das sei in einem Mischgebiet, in dem auch Menschen wohnen, nicht zulässig. „Eine Verlegung von Küche und Partyservice in ein Gewerbegebiet scheint unausweichlich“, sagt Jurtzik. „Ich bin mir sicher, dass man auch eine andere Entscheidung hätte treffen können, wenn man den Entscheidungsspielraum genutzt hätte“, sagt Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos).

Die Gemeinde hat der Aufhebung der Baugenehmigung für das Vereinshaus widersprochen. Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) sieht aber wenig Chancen auf Erfolg – weshalb er den Pachtvertrag vorsichtshalber fristgerecht kündigte. „Es tut mir sehr leid für Herrn Bendig.“ Das Unternehmen habe sich immer sehr für die Gemeinde eingesetzt. Rainer Bendig will sich juristisch gegen die Ablehnung der Küche wenden und hat bereits seine Anwältin eingeschaltet. Bis der juristische Streit geklärt ist, dürfe die Küche weiter betrieben werden, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Von Christian Zielke

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