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Träume in Fondant und Biskuit

Groß Machnow Träume in Fondant und Biskuit

In der alten Backstube von Klaus-Hermann Lange in Groß Machnow wird wieder gebacken. Dort zaubert Tortendesignerin Michaela Nitschke mit ihrer Firma Cake of the Art ganz besondere Kreationen aus Teig und Fondant. Fast alle Formen und Farben sind möglich. Manchmal werden sogar die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt.

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Mit ihrer Firma Cake of the Art schafft Michaela Nitschke Kunstwerke, die genauso gut schmecken, wie sie aussehen.

Quelle: Zielke

Groß Machnow. Als 2014 der Bäcker Lange in Groß Machnow schloss, glaubte kaum jemand, dass in der Jahrzehnte alten Backstube jemals wieder etwas gebacken wird. Doch seit einem halben Jahr ist dort wieder Leben. Anfang des Jahres hat sich Michaela Nitschke mit ihrer Firma Cake of the Art in Groß Machnow niedergelassen. Sie übernahm dort die alte Backstube von Klaus-Hermann Lange, der bis Ende 2014 Brot, Brötchen und Kuchen gebacken und verkauft hat.

Der alte Meister macht den Teig

Mit ihrem Charme hat die 42-Jährige es geschafft, den alten Meister, der eigentlich in den Ruhestand gehen wollte, wieder zum Backen zu bringen. „Es ist eine andere Arbeit als früher“, sagt sie, „alles ist filigraner, aber er macht es sehr gewissenhaft.“ Die Backkünste des gelernten Bäckers und Konditors sind für Michaela Nitschke mehr als nur eine Hilfe. Sie ist auf seine Arbeit angewiesen, denn das deutsche Handwerksrecht schreibt vor, dass Kuchenteig nur von einem ausgebildeten Bäcker und Konditor hergestellt werden darf. Deswegen nennt sich Michaela Nitschke Tortendesignerin. Und ihre Torten sind wahre Designerstücke.

Michaela Nitschke lässt auch Torten schweben – wie hier eine Star-Wars-Torte

Michaela Nitschke lässt auch Torten schweben – wie hier eine Star-Wars-Torte.

Quelle: Privat

Schon die ersten Ideen erinnern eher an die Arbeit von Künstlern. Oft sind es angehende Hochzeitspaare oder Jubilare, deren Angehörige ein besonderes Geschenk suchen. „Ich lasse mir immer die Geschichten über die Leute erzählen, die meine Torte bekommen“, sagt Michaela Nitschke. Nicht selten erfährt sie dabei außergewöhnliche Lebenswege. Für einen Mann, der einen schweren Autounfall überlebt hatte, backte sie eine Torte in Form eines Schutzengels. Ein Fußballfan bekam ein ganzes Stadion aus Fondant und Biskuit – samt Fangesängen aus dem Lautsprecher. Ein Hochzeitspaar stellte seine Gäste mit einem Rattenpärchen auf die Probe. „Ich liebe es, wenn Leute Ideen haben, sich was trauen“, sagt sie. Die klassische mehrstöckige Hochzeitstorte in weiß ist oft langweilig. Dann schon lieber ein Backwerk, das die Grenzen der Physik außer Kraft zu setzen scheint, wie die Star-Wars-Torte, die sie für ihren Mann gebacken hat. Dort ließ der weise Meister Yoda ein Kuchenstück schweben. „Viele wollten es nicht glauben“, erinnert sie sich. Dabei ist der Trick eigentlich einfach, im Bäckereihandwerk allerdings eher die Ausnahme. Mittels eines Elektromagneten, der sich im Sockel unter der Torte befand, und einer eingebackenen Metallplatte schwebte das Stück tatsächlich.

Arbeit mit Säge und Zahnarztbesteck

Das Werkzeug, mit dem Michaela Nitschke an die Arbeit geht, erinnert auch eher weniger an die klassische Backstube: Stichsäge, Zange, Zahnarztbesteck. „Ich bin Perfektionistin“, sagt sie von sich selbst. Mindestens genauso wichtig wie die Optik ist der Geschmack. „Es wäre schade, wenn die Sachen nur gut aussehen, aber nicht schmecken“, sagt sie. Deshalb legt sie großen Wert auf die Zutaten. Vieles ist aus biologischem Anbau. Fertigprodukte und Zusatzstoffe gibt es nicht. Die Füllungen stellt sie alle selbst her. Oft haben die Kunden Skrupel, die Torten anzuschneiden und zu essen, dabei empfindet sie das als Kompliment. „Ich mache Kunst, die zum Essen da ist“, sagt sie.

Fähigkeiten selbst beigebracht

Ihr Handwerk hat sich die gelernte Programmiererin überwiegend selbst beigebracht. Zum Jahreswechsel 2012/2013 hatte sie eine Torte in Form einer Schlange zu einer Party mitgebracht, weil nach dem chinesischen Horoskop das Jahr der Schlange bevorstand. „Plötzlich wollten alle meine Freunde eine Torte von mir“, erinnert sie sich. Bald entschloss sie sich, ihren Beruf an den Nagel zu hängen und hauptberuflich Torten zu kreieren. Sie besuchte Kurse über die Arbeit mit Fondant, jener Zuckermasse, die sich in fast jede Form bringen lässt. In Frankfurt/ Main gründete sie ihre Firma Cake of the Art. Weil ihr Mann vor einem Jahr beruflich nach Berlin umziehen musste, begab sie sich auf die Suche nach einer Backstube. „Es ist gar nicht so einfach, eine zu finden“, sagt sie. Zwar hätten viele Bäckereien in den vergangenen Jahren geschlossen, doch der Bäckerklüngel, wie sie ihn nennt, kann sich nur schwer trennen. Mittlerweile lebt sie in Königs Wusterhausen und arbeitet in Groß Machnow. Wegen der vielen Neugierigen bietet sie jeden Sonnabend Cupcakes und Cake Pops an.

Info: www.cake-of-the-art.de

Von Christian Zielke

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